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München: Schlingerkurs und extreme Bremswege durch Überladung

München : Schlingerkurs und extreme Bremswege durch Überladung

Mal muss Gartenerde transportiert werden, mal Baustoffe und dafür bietet viele Baumärkten kleine Mietanhänger an. Ungeübte Autofahrer sollten aber dabei sehr vorsichtig zu Wege gehen. Laut Tests des ADAC in München können bereits geringfügige Überladungen ein Gespann komplett ins Schleudern bringen und sogar ESP-Systeme überfordern.

„Wer Anhänger nutzt, sollte beachten, dass sich das Fahrverhalten ändern kann, vor allem bei Überladung“, warnt ADAC-Mitarbeiterin Bettina Hierath. Die Gespanne kämen leichter ins Schleudern. Der Bremsweg sei wesentlich länger. Doch nicht Unfallgefahr droht. Unsachgemäße Beladung wird auch von der Polizei geahndet. Besonders wenn die Lasten schlecht verteilt sind, gerät das Fahrzeug leicht aus der Spur.

Bei einem Fahrversuch des Autoclubs mit einer relativ leichten Überladung von 30 Kilogramm schwenkte der Anhänger so stark aus, dass er mit dem Heck des Autos kollidierte. Das Stabilitätsprogramm ESP konnte die Situation nicht mehr kontrollieren und dies bereits bei einer Fahrgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde (km/h). Der Bremsweg verlängerte sich allein durch die Überladung um zwei Meter.

Umsichtiges Fahren ist dringend notwendig

Laut ADAC spielt zudem die Stützlast des Hängers eine wesentliche Rolle. Die lässt sich beispielsweise mit einer Personenwaage überprüfen, da die maximale Stützlast meist bei höchstens 100 Kilogramm liegt. Vor allem wenn der Anhänger im hinteren Bereich zu schwer beladen ist und die Hinterachse des Zugfahrzeugs entlastet wird, verändert sich die Fahrzeugbalance und damit das Fahrverhalten des ganzen Gespanns. Auch das ESP wirkt dann nicht mehr so effektiv. „Selbst bei einem korrekt beladenen Anhänger verändert sich das Fahrverhalten“, warnt die ADAC-Fachfrau: „Muss der Fahrer plötzlich ausweichen, kann der Anhänger aus der Spur geraten und nach außen driften. Umsichtiges Fahren ist dringend notwendig.“

Autofahrer sollten sorgsam darauf achten, dass zum einen die Ladung zuverlässig gesichert ist, zum anderen aber das Gesamtgewicht und die Gewichtsverteilung den Vorgaben entsprechen. Wie viel Beladung zulässig ist, steht in der Bedienungsanleitung, den Fahrzeugpapieren und auf den Typenschildern, die am Anhänger sichtbar angebracht sind. Wird dagegen verstoßen, kann es teuer werden. Wer die zulässige Beladung des Anhängers um mehr als 30 Prozent überschreitet, muss mit einem Bußgeld von mindestens 235 Euro und bislang drei Punkten in Flensburg rechnen. Bei Anhängern unter zwei Tonnen zulässiges Gesamtgewicht wird eine Überladung bis fünf Prozent toleriert; bei schweren Anhängern kostet das bereits 30 Euro Bußgeld.

(amv)