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Brühl: Renault Espace: Ein Wagen für die große Reise

Brühl : Renault Espace: Ein Wagen für die große Reise

„Der große Wagen“ - damit ist nicht das wohl bekannteste Sternbild am Nachthimmel gemeint. Es ist der spontane Gedanke und eine häufig gehörte Aussage beim Anblick des Renault Espace. Dazu trägt außer der stattlichen Größe des Vans auch das spacige Design der Karosserie bei.

Markante, fließende Linien, ein mächtiger Kühlergrill sowie ausgeprägte Heckleuchten sorgen ebenso für ein futuristisches Aussehen wie die hohe Schulterlinie und die spitz nach hinten zulaufenden Fenster. 19-Zoll-Aluräder, 16 Zentimeter Bodenfreiheit und ein Unterfahrschutz am Heck würzen die Karosserie des Renault Energy dCi 160 EDC Initiale Paris mit einem Hauch von SUV.

Mit 4.85 Metern Länge zeigt das Auto mit dem langen Namen auf dichtbefahrenen Stadtstraßen oder in einem schmalen Parkhaus ein Handicap: Man fühlt man ein wenig beengt. Die Insassen indessen können sich angesichts des langen Radstands (2,88 Meter) über üppige Platzverhältnisse freuen. Ebenso über einen lichtdurchfluteten Innenraum. Allein die Frontscheibe (mit Akustikverglasung) bemisst 2,8 Quadratmeter Fläche.

Das bis über den Kofferraum reichende Panoramadach (Aufpreis: 1100 Euro) lässt sich im vorderen Bereich öffnen und sorgt so fast für ein Cabrio-ähnliches Gefühl. Fahrer und Beifahrer nehmen in der Ausstattung Initiale Paris auf üppig dimensionierten, elektrisch verstellbaren und bequemen Ledersesseln mit Heizung, Ventilation und Massage Platz. In der zweiten Reihe bietet der Espace vor drei, in Länge und in Neigung verstellbaren Einzelplätzen mehr als 30 Zentimeter Kniefreiheit.

Die hochwertig wirkenden Materialien zeigen, dass der französische Hersteller den Wagen auf Luxus getrimmt hat. Dafür spricht ebenso die sehr moderne und aufgeräumte Gestaltung des Armaturenträgers mit einer breiten Mittelkonsole auf zwei Ebenen. Oben liegt das zentrale Bedienelement, der Wählhebel für die Sechsgang-Automatik sowie ein praktisches Ablagefach fürs Handy.

Weniger praktisch ist der untere Bereich mit einer Zwölf-Volt-Steckdose und zwei Haltern für Becher. Um die zu erreichen, muss man sich ziemlich den Arm verbiegen und aus dem Sitz bewegen. Ebenso ambivalent ist die Lösung für das Handschuhfach. Hier haben sich die Espace-Entwickler für eine groß dimensionierte Schublade entschieden, die auf Knopfdruck herausfährt. So praktisch und übersichtlich die Lösung ist, der Beifahrer muss die Knie anziehen, um nicht getroffen zu werden.

Zum Schmunzeln ist hingegen, dass die Lautstärkeregelung immer noch über einen eigenen Satelliten am Lenkrad erfolgt. Das erscheint angesichts des modernen, digitalen Kombiinstruments und des hochkant gestellten 8,7-Zoll-Tablets auf dem Armaturenträger wie eine Reminiszenz an frühere Zeiten. Schließlich lassen sich Funktionen wie Radio, Navigation, Assistenzsysteme, Rückfahrkamera oder Klimatisierung ansonsten über den Touchscreen steuern. Der Bildschirm ist zwar relativ weit weg. Die Bedienung funktioniert aber einwandfrei.

Per Knopfdruck in fünf Modi können die Abstimmung von Federung, Gaskennlinie, Ansprechverhalten des Motors und der Lenkung variiert werden. Die Bandbreite des Fahrverhaltens reicht von loungeartig bequem bis zu angenehm straff und dynamisch. Angenehm ist, dass sich die verschiedenen Parameter im Individualmodus einzeln einrichten lassen. So muss eine dynamischere Dämpferregelung nicht zwangsläufig mit einem hochtouriger laufenden Motor einhergehen.

Mit dem 160 PS starken 1,6-Liter-Diesel (160 PS) glänzt der Espace als angenehme, laufruhige Reiselimousine. Dazu passen die sehr zurückhaltenden Arbeitsgeräusche des Selbstzünders ebenso wie das reibungslos arbeitende Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 202 erreicht. Mit einem Praxisverbrauch von gut sieben Litern verfehlt der Vierzylinder den Normwert von 4,7 Litern deutlich. 1,7 Tonnen Leergewicht verlangen eben ihren Tribut.

Reisetauglich ist der Kofferraum mit einem Volumen von 680 Litern bis 2101 Liter und einer im Bedarfsfall bis zu zwei Meter langen ebenen Ladefläche. So eignet sich der Espace im Notfall auch, um darin zu übernachten.

Kaum Wünsche offen lässt die Ausstattung der fünften Espace-Generation. So gibt es ein schlüsselloses Start- und Zugangssystem oder LED-Scheinwerfer bereits in der Basisversion. Als „Initiale Paris“ gehören dann unter anderem noch eine Dreizonen-Klimaautomatik, eine beheizbare Windschutzscheibe, ein Bose-Soundsystem und die sehr empfehlenswerte Einparkhilfe mit zum Lieferumfang. Die Verkehrszeichenerkennung ist ebenfalls im Paket enthalten. Gönnt man sich das so genannte „Cruising-Paket“ (Aufpreis: 850 Euro), dann werden Tempo und Navi-Pfeile in einem Head-up-Display angezeigt.

Renaults Marken-Flaggschiff bietet sich mit seinem unverwechselbaren Design und opulenten Platzverhältnissen als großer Familienwagen jenseits des automobilen Mainstreams an. Allerdings sollte bei einem Testwagenpreis von 51.190 Euro das Familienbudget dem gewachsen sein.

(amv)