Fahrbericht: Peugeot 308 SW GT mit dezenter Sportlichkeit

Fahrbericht : Peugeot 308 SW GT mit dezenter Sportlichkeit

Peugeot hat seinen Kompaktkombi 308 SW etwas aufgehübscht und technisch verfeinert. Die augenfälligsten Änderungen finden sich an der Frontpartie. Sie wirkt nun dynamischer. Geblieben sind die großzügigen Abmessungen im Innenraum.

Trotz der Zusatzbezeichnung GT hält sich der Peugeot 308 optisch ziemlich zurück. Lediglich 18-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie eine Tieferlegung sind erkennbar. Ansonsten, keine dicken Leitwerke oder ausgestellte Kotflügel, alles eher dezente Andeutungen. Die Scheinwerfer sorgen mit 62 LED für gutes Licht. Die dynamischen Blinker leuchten wie ein Laufband von innen nach außen.

Der 308 SW GT 2,0 BlueHDi 180 EAT8 ist für alle ein Augenmerk wert, die viel Platz, viel Komfort, Sparsamkeit und - auch dies - Fahrspaß haben möchten. Wer sich für die sportliche GT-Variante BlueHDi 180 entscheidet (Basispreis 34.400 Euro/Testwagenpreis 37.990 Euro), bekommt den stärksten Diesel der Baureihe. Er generiert mit zwei Liter Hubraum eine Leistung von 180 PS. Bei 2000 Umdrehungen pro Minute (U/Min) liefert der Vierzylinder sein maximales Drehmoment von 400 Newtonmeter.

Vom Start an hängt der Motor schon gut am Gas und überzeugt mit einem spritzigen Antritt. Für den Sprint auf Tempo 100 nennt Peugeot 8,4 Sekunden und beziffert die Höchstgeschwindigkeit auf 223 Kilometer pro Stunde. Als Durchschnittsverbrauch weist der Bordcomputer rund sieben Liter aus. Gut zur Charakteristik des Motors (Euro 6d-Temp) harmoniert das neue Achtgang-Automatikgetriebe. Im Fahralltag merkt man die Schaltvorgänge lediglich am geänderten Drehzahlniveau. Wird mehr Leistung etwa zum Überholen gefordert, reagiert und agiert die Automatik prompt und passend.

Die Lenkung gibt sich sportiv-direkt, auch wegen des inzwischen Peugeot-üblichen kleines Lenkrades. Das Sportfahrwerk bietet unterschiedliche Fahrmodi, zeigt sich grundsätzlich eher straff ausgelegt, ohne jedoch den Komfort auf langen Strecken zu vernachlässigen. Insgesamt wirkt der fast 4,60 Meter lange Kombi überraschend handlich, bleibt präzise in der Spur, verzögert prompt wie konsequent und schießt mit dem Tritt auf das Gaspedal ebenso präzise wieder aus der Kurve raus.

Am Puls der Zeit zeigt sich der 308 mit seiner Sicherheits – und Fahrassistenausstattung. Der adaptive Tempomat ist im Vergleich zu dem Vorgänger nun wirklich ein echter adaptiver Tempomat, der auch selbstständig bremst. In Verbindung mit der Automatik verfügt er über eine Stop&Go-Funktion. Ein Smartphone lässt sich problemlos ins Geschehen an Bord integrieren.

Der Innenraum präsentiert sich im aktuellen Peugeot-Look. Alle Funktionen, von der Klimaanlage über das Radio bis hin zum Navi, sind im Touchscreen gebündelt. Außer einem Lautstärkenregler für das Radio und einer Taste für die Warnblinkanlage gibt es praktisch keine Knöpfe oder Schalter in der Mittelkonsole. Das alles wirkt stylish-reduziert und aufgeräumt. Mitunter findet,

was man sucht, sich erst in einem Untermenü. Entsprechend muss man wie bei einem neuen Smartphone etwas Eingewöhnung investieren. Umständlich erweist sich die Regulierung der Klimaanlage. Häufig braucht man drei Bedienschritte statt eines einfachen Drehs an einem konventionellen Klimaregler. Der sportliche Anspruch des 308 wird im Innenraum durch viele rote Ziernähte an Armaturentafel, Türen, Lenkrad und Sitzen geprägt. Über Platzmangel muss niemand klagen, eher schon über mangelnde Staufächer für den üblichen Krimskrams. Das Ladeabteil des Kombi bietet 610 Liter Stauraum, bei umgeklappter Rücksitzbank 1660 Liter.

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