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Nürnberg: Ortskundigkeit kann zu erhöhtem Mitverschulden führen

Nürnberg : Ortskundigkeit kann zu erhöhtem Mitverschulden führen

Wenn es bei einem Überholvorgang zu einer Streifkollision kommt, die für beide Fahrzeuge vermeidbar gewesen wäre, kann die Ortskundigkeit eines Verkehrsteilnehmers zu dessen erhöhtem Mitverschulden führen. Auf ein entsprechendes Urteil des Amtsgericht Ansbach (Az. 3 C 775/16) Macht die Deutsche Anwaltshotline in Nürnberg aufmerksam.

In dem konkreten Fall wollte ein Pkw-Fahrer zwei vor sich fahrende Lkw überholen. Nachdem er den ersten passiert hatte und sich auf Höhe des zweiten befand, kam es aufgrund einer Fahrbahnverengung zu einer Streifkollision zwischen Pkw und Lkw. Der Pkw-Fahrer forderte daraufhin mehr als 4000 Euro für den erlittenen Schaden.

In einem vom Gericht angeforderten technischen Sachverständigengutachten wurde festgestellt, dass der Unfall für beide Parteien vermeidbar gewesen wäre. Der Lkw hätte am äußersten rechten Fahrbahnrand fahren müssen, der Pkw hätte abbremsen und nach links lenken müssen. Das Gericht entschied dementsprechend, dass beiden Fahrern eine Mitschuld zuzusprechen sei.

Allerdings wurde dem Autofahrer aufgrund seiner Ortskundigkeit mit 60 Prozent das überwiegende Verschulden zugewiesen. „Obwohl der Fahrer von der Fahrbahnverengung wusste, hat er den erforderlichen Seitenabstand nicht eingehalten“, erklärt Rechtsanwalt Gerhard Heilmann die rechtskräftige Entscheidung.

(amv)