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Köln: Nur noch begrenzt gültig: Neue Bestimmungen zum Führerschein

Köln : Nur noch begrenzt gültig: Neue Bestimmungen zum Führerschein

Einmal im Leben den Führerschein machen und dann bis zum Lebensende die Lizenz behalten, diese Zeiten sind passé. Ab dem 19. Januar gilt die sogenannte dritte EU-Führerscheinrichtlinie. Das bedeutet: Alle Führerscheine, die ab dem Stichtag erteilt oder verlängert werden, sind auf 15 Jahre befristet. Darauf macht TÜV Rheinland in Köln aufmerksam.

Der Umtausch nach Ablauf der Frist dient vornehmlich der Aktualisierung von Namen und Lichtbild. Zusätzliche regelmäßige ärztliche Untersuchungen oder sonstige Prüfungen sind damit nicht verbunden. Solche Untersuchungen sind jedoch weiterhin Pflicht etwa für Bus- und Berufskraftfahrer.

Auch andere Regeln ändern sich - Motorradfahrer haben sich ebenso wie Eigner von Caravans und größeren Anhängern auf neue Vorschriften einzustellen und wer sich bei der Umschreibung nicht selbst kümmert, steht danach wohlmöglich ohne Fahrlizenzen da.

„Alle vor dem 19. Januar 2013 ausgehändigten Führerscheine bleiben der neuen Regelung gemäß bis zum 18. Januar 2033 gültig”, erläutert TÜV Rheinland-Experte Arne Böhne. Erst dann müssten sie getauscht werden und zwar unabhängig davon, ob es sich um einen Karten- oder Papierführerschein (auch aus der DDR) handelt. Eintragungen auf dem neuen Führerschein stellen sicher, dass erworbene Besitzstände - etwa die alten deutschen Führerscheinklassen 1 (Motorräder), 2 (Lkw) oder 3 (Pkw) - bei der Ausstellung eines neuen Führerscheins erhalten bleiben. Diese Regelung greift ebenso, wenn das Dokument nach einem Verlust vorzeitig neu beantragt wird.

Der TÜV-Fachmann empfiehlt aufzupassen. „Man muss darauf achten, dass die Zulassungsbehörden tatsächlich alle zuvor erworbenen Fahrlizenzen einschreiben. Nicht alle Ämter machen dies automatisch, und nach zwei Jahren verfällt der Anspruch.”

Vereinfachte Bestimmungen für Gespanne

Neu geregelt werden die Bestimmungen für Zugkombinationen mit größerer zulässiger Gesamtmasse. Unverändert aber gilt laut Böhne: „Für den Anhängerbetrieb sämtlicher Gespanne ist natürlich nach wie vor die im Kfz-Brief vermerkte technisch zulässige Anhängelast des Autos verbindlich.”

Dreirädrige Kraftfahrzeuge (Trikes) sind jetzt nicht mehr dem Pkw-Führerschein der Klasse B, sondern den Motorradklassen zugeordnet. So berechtigt A1 auch zum Führen von dreirädrigen Kraftfahrzeugen bis 21 PS. Leistungsstärkere Trikes benötigen die Klasse A. Wer allerdings den Pkw-Führerschein der Klasse B vor dem 19. Januar 2013 erworben hat, darf weiterhin dreirädrige Kraftfahrzeuge fahren.

Führerschein mit Ablaufdatum

Auf den ersten Blick sehen die neuen und die alten EU-Kartenführerscheine fast identisch aus. Auf der Rückseite sind jetzt allerdings alle 15 EU-weiten, einheitlichen Fahrerlaubnisklassen inklusive der neuen Zweiradklassen AM und A2 sowie zwei nationale Klassen (L und T für landwirt- oder forstwirtschaftliche Zug- beziehungsweise Arbeitsmaschinen) aufgelistet. Außerdem ist jeder Führerschein mit einem Ablaufdatum versehen.

(dapd)