Brühl: Nissan X-Trail Acenta: Ein SUV für Pragmatiker

Brühl : Nissan X-Trail Acenta: Ein SUV für Pragmatiker

Ein SUV der unteren Mittelklasse für etwas mehr als 31.000 Euro. Das klingt auf alle Fälle schon mal interessant. Zu recht. Denn der Nissan X-Trail macht in der Acenta-Version nicht nur mit realistischen Anschaffungskosten dank einer langen Ausstattungsliste auf sich aufmerksam. Er punktet auch bei der Alltagstauglichkeit.

Eine große V-förmige Chromspange am Kühlergrill, scharf gezeichnete LED-Scheinwerfer bei einer eher weich gezeichneten Karosserie, die aber von einigen präzise gezogenen Linien akzentuiert wird - schon das kann sich sehen lassen. Mit seiner Länge von 4,69 Metern, 1,82 Metern Breite und 1,70 Metern Höhe steht der X-Trail zudem bullig und robust da. Zwar geht es mit diesen Ausmaßen in manchen Parkhäusern etwas eng zu. Dafür aber bietet der Wagen den Passagieren an Bord großzügige Platzverhältnisse. Für Fahrer und Beifahrer steht das auf den bequemen und guten Halt gebenden Sitzen sowieso außer Frage. Hier ist eher zu bemängeln, dass die Armauflage in der Mitte nicht höhenverstellbar und somit tendenziell immer ein wenig zu hoch ist. Der Radstand von 2,70 Metern beschert selbst groß gewachsenen Reisenden im Fond entspannte Beinfreiheit. Kopf- und Ellbogenfreiheit passen ebenfalls.

Im Innenraum dominiert die Farbe Schwarz. Chromfarbene, beziehungsweise in Klavierlack-Look getauchte Elemente sorgen für den einen oder anderen Glanzpunkt. Die Qualität der Materialen ist überwiegend hochwertig, zum Teil in Leder, augenscheinlich gut verarbeitet und angenehm anzufassen. Allerdings gibt es an den Türen oder der Armaturentafel etwas zu viel Hartplastik, um mit den Spitzenvertretern in diesem Segment gleichzuziehen.

Position und Gestaltung der Bedienelemente sind ergonomisch durchdacht. Das Multifunktionslenkrad für die Bedienung von Tempomat (inklusive Geschwindigkeitsbegrenzer), Radio und Telefon ist bereits ab der Basisversion mit an Bord. Der Schalthebel für das Sechsgang-Schaltgetriebe liegt auf passender Höhe und der sieben Zoll große Touchscreen (1380 Euro) gut im Blick, ohne dass die Augen zu sehr vom Verkehrsgeschehen abgelenkt werden. Über den Bildschirm werden Navigation, Audiosystem (Serie inklusive Digitalradio, Bluetooth-Schnittstelle, AUX- und USB/MP3-Eingang) oder diverse Fahrzeugeinstellungen gesteuert und angezeigt. Vor allem beim Parken aber zeigen die im Heck, den Spiegeln und dem Bug verbauten Kameras des Around-View-Monitor-Systems den Wagen wie aus der Vogelperspektive von oben.

Stauraum für Einliter-Flaschen

Kleinere Fächer in der Mittelkonsole sowie eine tiefe Box unter der Mittelarmlehne erlauben es, den alltäglichen Krimskrams griffnah und trotzdem sicher zu verstauen. In die Ausbuchtungen der Türverkleidungen passen Einliter-Flaschen. Ein modulares Verstausystem sorgt in dem 550 Liter fassenden Gepäckraum für Ordnung. Außerdem kann der herausnehmbare Ladeboden aufstellt werden, so dass Taschen oder Kisten gut gesichert sind. Wer mehr Stauraum benötigt, kann entweder die hintere Sitzbank nach vorne ziehen oder die Lehnen (asymmetrisch geteilt) umklappen. Mit 1982 Litern Gesamtvolumen steht mithin einem Großeinkauf nichts im Weg. Immerhin sind 325 Kilogramm Zuladung erlaubt.

Ein Gewicht, was der geräumige Nissan wohl nicht allzu häufig stemmen muss. Selbst wenn - der 163 PS starke Benziner sollte auch damit noch gut zurechtkommen. Ein Triebwerk, das anfangs so brummig klingt, als wäre es ein Diesel. Doch schon nach kurzer Zeit geraten die Fahrgeräusche vollkommen in den Hintergrund. Stattdessen beeindruckt die geschmeidige Kraftentfaltung des Aggregats. Besonders entspannt arbeitet es zwischen 2000 und 4000 Umdrehungen pro Minute. Kein Wunder, schließlich liegt das maximale Drehmoment von 240 Newtonmeter (Nm) genau in diesem Bereich an.

Für Überholmanöver oder Beschleunigungen am Berg aus zügigen Geschwindigkeiten heraus gilt es, den turbounterstützten Motor mit Gangwechseln bei Laune, sprich auf Geschwindigkeit zu halten. Nissan gibt die Zeit für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 mit 9,7 Sekunden an. Erreicht die Tachonadel die Marke 200 ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Bei einer Mischung aus viel Stadtverkehr, einigen schnellen Autobahnfahrten und gemütlichem Cruisen über die Landstraße pendelt sich der im Bordcomputer angezeigte Verbrauchswert auf acht Liter ein. Nissan nennt als Normverbrauch 6,2 Litern.

Gelassenes Fahrgefühl

Ob in der Stadt oder über Land - das eher komfortabel ausgelegte Fahrwerk gibt jederzeit eine gute Rückmeldung und vermittelt damit ein gelassenes Fahrgefühl mit dem Fronttriebler. Ohne großartige Schläge oder Stöße geht es souverän über Rillen im Asphalt dahin. Dementsprechend fit kommen Fahrer und Passagiere am Ziel an. Dazu trägt die „intelligente Fahrkomfort-Regelung“ bei, die durch unmerkliche Bremseingriffe das Auto ausbalanciert. So werden unter anderem Nickbewegungen des Vorderwagens reduziert. Leider hat diese Technik keinen Einfluss auf die Lenkung. Die hätte durchaus etwas straffer ausfallen dürfen.

Wirklich großzügig ist dafür die Serienausstattung für den X-Trail ausgefallen. Das Sicherheitspaket umfasst bereits ab Werk einen autonomen Notbrems-Assistenten inklusive Fußgänger-Erkennung und den Spurhalte-Assistenten. Berganfahrassistent, elektronische Parkbremse, Einparkhilfe vorne und hinten, elektrischen Fensterheber vorne wie hinten sind ebenfalls beim Verlassen der Produktion an Bord. Die elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegel lassen sich mit der Wahl der Acenta-Ausstattung automatisch anklappen. Ebenfalls mit im Lieferumfang enthalten sind dann Lichtsensor, Fernlicht-Assistent, Verkehrszeichenerkennung, verdunkelte Seiten- und Heckscheiben, Klimaautomatik und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Gönnt man sich zudem Extras wie das Navigationssystem inklusive Rückfahrkamera und Around-View-System (1380 Euro) oder das Komfortpaket mit Voll-LED-Scheinwerfern sowie beheizbaren Vordersitzen und Lenkrad (950 Euro), dann stehen unter dem Strich 31.570 Euro auf der Rechnung. Ein interessantes Angebot ist der Nissan X-Trail damit wohl auf alle Fälle.

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