Duisburg: Neuwagen auf Rekord-Preisniveau

Duisburg: Neuwagen auf Rekord-Preisniveau

Dem Bundesbürger ist sein neues Auto lieb und - vor allem - teuer. Laut einer Marktanalyse des CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen stieg im ersten Halbjahr 2015 der Durchschnittspreis der in Deutschland verkauften Pkw-Neuwagen auf 28.153 Euro. Eine Rekordmarke.

Zum Vergleich: „Im Jahre 1980 bezahlten die Deutschen im Schnitt noch 8420 Euro für einen Neuwagen. 20 Jahre später wurde erstmals die Grenze von 20.000 Euro überschritten“, rechnet CAR-Leiter Ferdinand Dudenhöffer vor. Erfasst bei der Preisanalyse wird immer der Listenpreis ohne Zusatzausstattung.

„Ein wesentlicher Grund für den Anstieg der Durchschnittspreise ist die Verschiebung der Neuwagen-Nachfrage auf SUV und weniger Kleinwagen“, erläutert Branchenbeobachter Dudenhöffer: „Der Marktanteil der SUV kletterte im ersten Halbjahr 2015 auf 19,1 Prozent von 18,0 Prozent im Jahr 2014, während gleichzeitig der Marktanteil für Klein- und Kleinstwagen von 23,2 Prozent auf 22,4 Prozent sank. Zudem liegt der Listenpreis eines SUV mit 34.263 Euro 22 Prozent über dem Listenpreise des Durchschnitts-Neuwagens.“

„Für die Autobauer ist der Trend zum SUV zunächst eine profitable Sache“, befindet Dudenhöffer. Gegenüber dem Durchschnitts-Neuwagen lag im ersten Halbjahr 2015 der Listenpreis des Durchschnitt-SUV um 6110 Euro höher. Geht man von einem Durchschnitts-Gewinn von fünf Prozent vom Listenpreis aus, bringt der SUV dem Autobauer mehr als 300 Euro zusätzlichen Gewinn gegenüber dem Standard-Neuwagen.

„Dies ist eine eher konservative Annahme, denn da SUV gefragter sind, müssen auch weniger Rabatte beim Verkauf eingeräumt werden“, schildert Dudenhöffer seine Beobachtungen. Bei erwarteten 600.000 SUV-Neuwagenzulassungen diese m Jahrbedeutet das 180 Millionen Euro Zusatzgewinn der Autobauer im Markt Deutschland.

(amv)
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