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Stuttgart: Neuvorstellung: Smart forfour electric drive will kalkuliert werden

Stuttgart : Neuvorstellung: Smart forfour electric drive will kalkuliert werden

So konsequent der Elektroantrieb des für die Stadt konzipierten smart fortwo electric drive ist, so begrenzt sind aufgrund des Platzangebots dessen Einsatzmöglichkeiten für mehr als eben zwei Personen. Abhilfe schafft da die viersitzige Variante und macht Familien-Nutzung möglich.

Dem Aufschrei „aber die Reichweite“ setzt smart-Sprecher Rouwen Remp die Erfahrung der bisherigen smart-Generationen entgegen: „In Westeuropa sind Kunden durchschnittlich 35 Kilometer am Tag mit dem Auto unterwegs.“ Die ausgewiesene Reichweite von 155 Kilometer macht mithin manche Shoppingtour möglich.

Selbst wenn durch Klimaanlage und Radio oder Außentemperatur realistisch vielleicht 100 bis 120 Kilometer am Ende als realistische Fahrstrecke übrig bleiben, kann man Wege zur Schule, zum Einkaufen und zu Sport recht entspannt angehen, wenn man seine Fahrweise anpasst.

Im normalen Betrieb überwacht ein Radarsensor das Vorwärtskommen und passt den Grad der Rekuperation - die Umwandlung von Bewegungsenergie beim Rollen oder Bremsen in elektrische Energie - unbemerkt vom Fahrer der Situation an. Hat man Sorge, die Reichweite könnte am Ende des Tages nicht genügen, hilft ein Druck auf die Eco-Taste.

Dadurch wird die Höchstgeschwindigkeit leicht begrenzt. Die Klimaanlage schaltet in den Sparmodus und um zu bremsen, genügt es quasi schon, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen, so stark verzögert der Wagen durch die deutlich verstärkte Rekuperation.

Irgendwann muss der Stromer aber dann doch an die Steckdose. Mit einer Wallbox (7,2 kWh) ist der auf 20 Prozent entladene Akku in 3,5 Stunden vollgeladen. An der Haushalts-Steckdose (230 Volt) dauert der gleiche Ladevorgang sechs Stunden. Von Herbst an ist auch ein 22 kW-Schnelllader optional erhältlich. Er reduziert die Ladezeit auf 45 Minuten.

Egal wie lange es gedauert hat, den Strom an Bord zu bringen, es gibt Momente, da macht der smart electric drive (ed) einfach nur Spaß: mit einem maximalen Drehmoment von 160 Newtonmetern von der ersten Umdrehung an sorgt der Viertürer beim Blitzstart an der Ampel für so manch überraschten Blick. Dass die Höchstgeschwindigkeit bei Tempo 130 abgeregelt wird, stört im urbanen Umfeld wenig. Ein Getriebe gibt es nicht. Man fährt mit nur einem Gang.

Zum Rückwärtsfahren ändert sich einfach nur die Drehrichtung des Motors. In Sachen Wendigkeit kann der Forfour natürlich nicht ganz mit seinem quasi auf der Stelle drehenden zweisitzigen Pendant mithalten. Aber der City-Floh ist nicht nur ausgesprochen agil, sein Fahrwerk schluckt auch in überraschendem Maß Stöße durch Gullideckel oder Unebenheiten der Straße.

Über wirklich guten Sitzkomfort können sich Fahrer und Beifahrer freuen. Hinten sieht das schon anders aus. Hier müssen sich Erwachsene auf deutlich angezogene Knie und sehr steil gestellte Rückenlehne einstellen - mehr als Kurzstrecken sollten so nicht zurückgelegt werden. Kleinere Kinder haben da sicher weniger Probleme.

Praktisch für den Warentransport: entweder man legt die Rückenlehne um und steigert dann das Kofferraumvolumen von 185 auf 975 Liter (ebene Ladefläche). Oder man klappt das Sitzkissen nach oben, um besonders hohe Gegenstände von A nach B zu bringen.

Bis auf den Einstiegspreis von 22.600 Euro sind noch keine weiteren Preise definiert. Zieht man den Umweltbonus von derzeit 4400 Euro ab und kalkuliert Kostenvorteile wie den Entfall der Kfz-Steuer, bessere Versicherungseinstufung bei der Vollkasko, geringere „Kraftstoffkosten“ sowie geringere Wartungskosten ein, dann könnte auch eine Familien-Nutzung des smart ed zumindest überlegenswert sein.

(amv)