Barcelona: Neuvorstellung Seat Ibiza: Agil, komfortabel und bezahlbar

Barcelona : Neuvorstellung Seat Ibiza: Agil, komfortabel und bezahlbar

Bei der VW-Tochter Seat sieht man derzeit rundum zufriedene Gesichter. Die Geschäfte laufen prächtig. Mit einem Betriebsgewinn von 143 Millionen Euro und einem Gewinn nach Steuern vor Sondereffekten von insgesamt 232 Millionen Euro erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr das beste Finanzergebnis seiner Unternehmensgeschichte.

Nachdem die Zahl der weltweit ausgelieferten Fahrzeuge im ersten Quartal des Jahres 2017 um 14,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist, zeichnet sich bereits jetzt ab, dass für das Unternehmen das fünfte Wachstumsjahr in Folge beginnt. Und so soll es weitergehen.

Die bisher größte Produktoffensive in der Geschichte des Unternehmens startete im vergangenen Jahr mit dem ersten SUV der Marke, dem Ateca. Dann folgte der neue Leon. Als dritter im Bunde komplettiert nun der neue Seat Ibiza das Trio an Zugpferden. Darüber hinaus sollen der Kompakt-Crossover Arona in der zweiten Jahreshälfte Premiere feiern und ein neuer SUV mit bis zu sieben Sitzen. Dieses Fahrzeug wird oberhalb des Ateca positioniert sein und 2018 an die Händler ausgeliefert werden.

Nicht gewachsen und doch größer. Wie das geht, das zeigt Seat mit dem neuen Ibiza, der bei identischer Außenlänge von 4,06 Metern innen nun deutlich mehr Platz bietet als bisher. Grund dafür ist zum einen der gewachsene Radstand um fast zehn Zentimeter auf 2,56 Meter. Aber ebenso das Plus in der Breite um acht Zentimeter beschert den Passagieren ein erheblich besseres Raumangebot. Der Kofferraum schluckt mit 355 Litern nun 63 Liter mehr als bislang. Dazu wurde die Ladekante rückenfreundlich ein wenig nach unten versetzt.

Im Kapitel Fahrassistenzsysteme bietet der neue Ibiza ein Umfeldbeobachtungssystem mit City-Notbremsfunktion, eine automatische Distanzregelung (ACC), sowie eine verbesserte Rückfahrkamera, deren Bilder auf einem Acht-Zoll-Touchscreen mit Glasoberfläche ausgegeben werden. Zudem gibt es teils gegen entsprechende Aufpreise einige Helferlein, die bisher in dieser Fahrzeugklasse eher unüblich sind, etwa Systeme wie die Müdigkeitserkennung, die automatische Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung und der Stauassistent, der in Kombination mit ACC und Doppelkupplungsgetriebe (DSG) selbst auf vollen Straßen für den größtmöglichen Fahrkomfort und entspanntes Vorankommen sorgt.

Die veränderten Proportionen der Ibiza-Karosserie tragen ihren Teil dazu bei, dass das seit 33 Jahren gebaute und 5,4 Millionen Mal verkaufte Kleinwagenmodell erkennbar kerniger auftritt als bislang. Mit scharf gezogenen Linien sowie neuer Lichtgrafik sowohl vorne wie hinten wirkt der Ibiza schon im Stand dynamischer. Den optischen Eindruck setzt der Wagen, der ausschließlich als Fünftürer angeboten wird, in der Praxis um. In der jetzt fünften Generation fährt sich der Ibiza knackiger als je zuvor. Die Entwickler haben viel getan, um sowohl Sportlichkeit als auch Komfort zu verbessern. Die Voraussetzungen dazu hätten besser nicht sein können.

Schließlich hatte die spanische VW-Tochter die Möglichkeit als erste Marke des Konzerns ein Fahrzeug auf einer komplett neuen Plattform zu entwickeln. Auf der werden ebenso der kleinere Arona, der Polo und T-Roc von VW (alle noch 2017) sowie ein kleiner Audi stehen.

Das neue Fahrwerk, eine direkte Lenkung, die um 33 Prozent erhöhte Steifigkeit der Karosserie sowie die größeren Räder sorgen in Summe für ein spürbar verbessertes Fahrverhalten. Der Ibiza bleibt selbst bei richtig flotter Kurvenfahrt spurtreu, reagiert prompt auf Lenkanweisungen und rollt souverän über Wegstrecken mit ramponiertem Asphalt.

Dazu kommt eine neue Qualitätsanmutung im Passagierabteil, das schlicht und einfach wertig wirkt und auf Wunsch richtig hochwertig ausgestattet werden kann - bis hin zum Achtzoll-Touchscreen. Als Antriebsquellen bietet Seat fünf Benziner, drei Diesel und einen Erdgasmotor an.

Basis ist ein Dreizylinder-Einliter, den es mit 65 PS für 12.990 Euro oder 75 PS gibt. Der Einliter-Direkteinspritzer mit Turboaufladung (TSI), ebenfalls drei Zylinder, wird wahlweise mit 95 oder 115 PS angeboten. Die stärkere Version kann mit einem Doppelkupplungsgetriebe statt des serienmäßigen Sechsgang-Getriebes geordert werden.

Die beiden TSI-Versionen überzeugten bei ersten Fahreindrücken mit einem starken Antritt und für einen Dreizylinder erstaunlicher Laufruhe sowie leisen Arbeitsgeräuschen. Lediglich unter Volllast wird es lauter. Später im Jahr folgt ein als besonders sparsam angepriesener 1,5-Liter (150 PS), der im gerade überarbeiteten Golf seine Premiere feierte. Auf der Dieselseite steht der 1,6-Liter TDI mit 80 PS, 95 PS oder 115 PS.

Dass der VW-Konzern in Zukunft wieder verstärkt auf das umweltfreundliche Thema Erdgas setzt, wird auch am Ibiza deutlich. So rundet ein Einliter-CNG-Triebwerk mit 90 PS das Motorenangebot einige Monate nach der Markteinführung des kleinen Spaniers mit innerer Größe ab.

(amv)