Neuvorstellung des neuen Skoda Octavia

Neuvorstellung des neuen Skoda Octavia : Mit Premium-Charakter

Nein, das Wort Premium hören die Skoda-Verantwortlichen offiziell gar nicht gern. Noch viel weniger die Frage, wie denn im Konzern das qualitative Heranrücken der tschechischen Tochter an die Marken VW und Audi gesehen werde.

Ja, sowohl der VW Passat als auch der Audi A4 haben mit der neuen Octavia-Generation einen Konkurrenten bekommen, der ihnen absolut auf Augenhöhe begegnet. Und so ist dann doch ein gewisser ist Stolz in den Augen von Skodas-Führungsriege zu sehen, wenn der neue Octavia von allen Seiten nicht nur gelobt, sondern ebenso der in vielen Bereichen erkennbare Premium-Charakter des Mittelklasse-Modells betont wird.

Äußerlich wirkt die Ikone der Marke - mehr als 6,5 Millionen verkaufte Einheiten seit 1959 das erste Modell mit diesem Namen vom Band lief - nochmal ein wenig dynamischer als der Vorgänger. Grund dafür sind die neue Frontschürze, die flacher gezeichneten Scheinwerfer (das Vier-Augen-Gesicht des Vorgängers ist passé), die gestrecktere Motorhaube, das flacher nach hinten abfallende Dach (auch beim Combi) sowie die größeren Räder (bis 19 Zoll). Zwar ist der Octavia lediglich um zwei Zentimeter in der Länge auf nun 4,69 Meter und in der Breite um 1,5 Zentimeter auf 1,83 Meter gewachsen. Optisch erscheint der Wagen indessen deutlich größer als bisher.

Der weitaus deutlichste Sprung in Richtung Premium ist im Innenraum zu erkennen. Im Mittelpunkt der Armaturenbrett-Architektur steht ein großes, freistehendes Display. Direkt darunter ist eine Schaltreihe mit Direktwahltasten für wichtige Fahrzeugfunktionen angesiedelt. In den höheren Ausstattungsversionen sind die Instrumente digital ausgeführt. Das neue Lenkrad kommt mit lediglich zwei Speichen aus – außergewöhnlich und schick zugleich. In der Variante mit Multifunktion sind die Bedientasten komplett neu angeordnet und bieten zusammen mit breiten Rändelrädchen im Chrom-Design eine noch bessere Bedienbarkeit. Die haptische Rückmeldung erfolgt über Einrastpunkte. Das vermittelt ebenso wie weichere Materialien an Türen und Instrumententafel einen hochwertigen Eindruck.

Das gilt ebenso für die Mittelkonsole, die einerseits mit Chromelementen verziert ist. Auf der anderen Seite ersetzt bei den Varianten mit Doppelkupplungsgetriebe eine neues Bedienmodul mit einer kleinen Wippe (ähnliche wie im Porsche 911 oder im neuen Golf) den bisherige Wählhebel. Möglich ist das, da im Octavia erstmals bei Skoda die Shift-by-Wire-Technologie zum Einsatz kommt. Die Fahrstufenauswahl wird dabei nicht mehr mechanisch, sondern elektronisch an das Getriebe übertragen.

Antriebstechnisch hat die tschechische VW-Tochter das Angebot nochmals erweitert. Außer Benzin- und Dieselaggregaten kommt weiterhin eine Erdgas-Variante zum Einsatz. Vervollständigt wird das Programm im kommenden Jahr nach und nach um Mild-Hybrid- sowie Plug-in-Hybrid-Versionen. Die Leistungsbandbreite bewegt sich zwischen 110 PS und 204 PS.

Sämtliche Motoren sind sowohl für die Limousine als auch den Combi zu haben. Beide Modellvarianten bieten wie üblich bei Skoda enorm viel Platz für Passagiere und Gepäck. Mit Bein- und Kopffreiheit auf der Rückbank stößt der Octavia in eine höhere Klasse vor. Das Volumen des Kofferraums ist beim Combi um 30 Liter auf nun 640 Liter, bei der Limousine (extrem niedrige Ladekante) um zehn auf 600 Liter gewachsen.

Während der früheste Bestelltermin Ende Januar und die Markteinführung Ende März (beide Modellversionen) feststehen, macht Skoda hinsichtlich der Preisgestaltung noch keine Angaben. Betont wird lediglich, dass es keine wesentliche Erhöhung geben wird. Derzeit beträgt der Einstiegspreis für den Octavia Combi (Verkaufsanteil in Deutschland bei 95 Prozent) 23.680 Euro.

(amv)
Mehr von Aachener Zeitung