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Aachen: Neue App erleichtert die Parkplatzsuche

Aachen : Neue App erleichtert die Parkplatzsuche

Parken in den Innenstädten macht kaum noch Spaß: Die endlose Suche nach einem Stellplatz, das umständliche Hantieren mit Tickets, die Warterei am Automaten, um endlich mit Kleingeld oder Karte zu bezahlen, und dann noch der Ärger über die Höhe der Parkgebühr.

All das macht das Parken nicht gerade zu einer angenehmen Angelegenheit. Zwei Aachener Unternehmer wollen das jetzt ändern. Andreas Scholz und René Savelberg haben ein System entwickelt, um mittels Smartphone das Autoabstellen leichter und bequemer zu machen. Und sogar noch mehr, ihr System „Parkzz“ soll auch dem Einzelhandel helfen, das Einkaufen in der City attraktiver zu machen.

Die beiden Aachener haben Erfahrungen mit Parken. Andreas Scholz führt ein Unternehmen, dass Systeme für Parkhausbetrieber anbietet — von der Schranke bis zur Kasse. René Savelberg hat jahrelange Erfahrung im Parkhausmanagement. Ihr neu ausgetüfteltes System hat eine Ausschreibung in 18 niederländischen Städten gewonnen, im neuen Jahr steht es dann auch in Deutschland zur Verfügung. Den Autofahrer kostet es nichts — er braucht nur ein Handy.

Damit könnte jeder in jedem ans System angeschlossenen Parkhaus automatisch bequem parken. Zuerst wird man zu einem freien Platz gelotst. Die Autofahrer/Innen können ihn per App nach ihren persönlichen Anforderungen auswählen — beispielsweise privat etwas günstiger und entfernter gelegen oder geschäftlich in unmittelbarer Nähe zum Ziel. Die Schranke bei der Einfahrt ins Parkhaus öffnet sich von selbst — ganz ohne Verrenkungen, um ein Ticket zu ziehen und ganz ohne Kleingeldsuche und Warterei am Bezahlautomaten. Gleiches gilt für die Ausfahrt:

Die Schranke öffnet sich automatisch und die Parkgebühr wird via App einfach online bezahlt. Das ist besonders praktisch für Dienstfahrten, denn die Suche nach der Parkquittung für die Buchhaltung entfällt, weil man sie einfach online übers Internet runterladen kann.

Andreas Scholz bringt das Ganze auf einen Nenner: „Wir haben die Technologie entwickelt, um ein einfaches und kundenfreundliches Parken in der ganzen Stadt zu ermöglichen. Wir bieten automatisches Schrankeöffnen und einen unkomplizierten Online-Bezahlprozess. Hierfür haben wir eine intelligente Technik entwickelt, die wir in jede Smartphone-App integrieren können. So kann jede Stadt diesen Service mit „Parkzz“ über ihre eigene App anbieten, genauso wie Hotels, Kongresszentren, Geschäfte, Kinos oder Restaurants.“

Was viele Parker ärgert, sind die meist unfairen Tarife: 70 Minuten parken, aber 120 Minuten zahlen? Das könnte mit „Parkzz“ ein Ende haben. „Unser System ermöglicht es, verschiedene Tarifstrukturen anzubieten: Bezahlen nach Minutentakt, spezielle Tarife für Spitzen- oder Nebenzeiten oder auch Zeitpakete, wie man es von Mobilfunkanbietern kennt. All dies ist problemlos möglich“, versichert René Savelberg.

Das Aachener Duo hat „Parkzz“ aber auch entwickelt, um Innenstädte wieder attraktiver zu machen. Deshalb wurde für Einzelhändler das „Park-Buy-Save“-System dazu entwickelt. Dies ist ein Marketing-Instrument für Handel und Gastronomie. Mit Bonuspunkten und Vergütungen kann damit die Frequenz der Besucher in Geschäften und im gastronomischen Bereich erhöht werden. Aber auch andere Firmen in der Stadt wie etwa Autowerkstätten können Kundenbesuche mit Gratis-Parkzeit honorieren und damit die Kundenbindung erhöhen und gleichzeitig als Nebeneffekt die Innenstädte beleben.

Für die beiden Aachener Parkexperten ist ihr „Parkzz“ die intelligente Weiterentwicklung bereits bestehender Zugangssysteme. Diese Art Fernbedienung an der Windschutzscheibe — wie in Aachen etwa „Nupsi“ — braucht allerdings einen logistischen Prozess im Vorfeld, bei dem die entsprechende Hardware dem Benutzer postalisch zugeschickt werden muss.

Bei „Parkzz“ entfällt dieser Prozess. Denn das Einzige, was man braucht, um die Technologie nutzen zu können, ist ein Smartphone. Insofern wird es somit schnell und einfach zu einer Art „Parken 4.0”, welches sich wesentlich einfacher und schneller verbreiten lässt. René Savelberg ergänzt: „Menschen parken, um etwas zu tun: Einkaufen, Essen gehen, das Kino besuchen, um zu arbeiten oder auch zu übernachten. Insofern eignet sich „Parkzz“ perfekt für Geschäfte, Hotels, Restaurants oder Kinos, aber auch für Automobilclubs oder Leasinggesellschaften, die „Parkzz“ und somit innovative Parkservices schnell und einfach in ihre Apps und Webseiten integrieren können.

In den Niederlanden haben sich jetzt 18 Städte für das neue System entschieden, nachdem eine entsprechende Ausschreibung erfolgt war. Die Kommunen, die meist selbst Parkraum bewirtschaften, wollen nicht nur die Innenstädte besser beleben. sondern auch Parkhauskapazitäten besser auslasten. René Savelberg meint dazu: „Viele Parkplätze in den Innenstädten werden kaum oder gar nicht genutzt. So stehen etwa Firmen-Parkhäuser in den Innenstädten am Wochenende oder in den Abendstunden leer. Bei Parkhäusern, die an Wohnkomplexe angeschlossen sind, ist es genau anders herum. Diese Parkmöglichkeiten mit konventioneller Park- und Bezahltechnik auszustatten, ist teuer und rechnet sich im Endeffekt nicht.“

Anders mit „Parkzz“. Denn durch die geringen Investitionen kann auch dieser bislang freistehende Parkraum zukünftig kommerziell genutzt werden. Das bedeutet: Investitionen in neue Parkobjekte sind oft nicht notwendig, und der Parksuchverkehr in den Städten wird verringert, somit auch die Feinstaubbelastung und die Emmissionen.

Es soll ja noch Menschen geben, die kein Smartphone benutzen. Keine Panik: Der Aachener Parkeinweiser kann als Zusatzsystem neben vorhandenen Ticketsystemen eingesetzt werden. Wer also kein Smartphone besitzt oder benutzen möchte, kann nach wie vor auch das Parkticket nutzen. Dies macht für Parkhausbetreiber einen reibungslosen und unkomplizierten Übergang zum vollständig digitalen und bargeldlosen Bezahlen möglich. „Parkzz“ benötigt keine großen Investitionen. Teure Hardware für Parkplätze und Parkhäuser ist nicht notwendig. Das einzige, was vorhanden sein muss, ist eine Schranke. Dort wird lediglich ein kleines Kästchen mit Elektronik installiert, die alles regelt. Ähnliche System in einigen Städten benötigen noch eine zusätzliche Chipkarte am Armaturenbrett, aber dies ist bei „Parkzz“ überflüssig.