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Renault Captur TCe 130: Nachhaltig verfeinert

Renault Captur TCe 130 : Nachhaltig verfeinert

Renault hat sein Crossover-Modell Captur vor wenigen Monaten komplett erneuert. Bei seiner Premiere 2013 gab es lediglich den Nissan Juke als Konkurrenten in dem inzwischen stark wachsenden Segment der B-SUV.

Inzwischen sind es mehr als 20 Mitbewerber. Entsprechend gründlich sind deshalb Renaults Entwickler und Ingenieure zu Werke gegangen.

Außen wirkt der Captur gefällig, mit einer sanften Weiterentwicklung, die nicht mit der ursprünglichen Optik bricht, gleichwohl deutlich sportlicher als bislang ausschaut. Schick sieht er aus. Klar gezeichnet. Wohl proportioniert. Auffällig, die höhere Schulterlinie sowie die niedrigeren Fenster. Zur sportlichen Anmutung tragen die ausgestellten, farblich abgesetzten Radhäuser und der breite Unterfahrschutz bei, ebenso die serienmäßigen Hauptscheinwerfer in LED-Technik und die LED-Rücklichter in C-Form. Unter dem Blechkleid findet sich zeitgemäße Technik - der Benziner besitzt einen Partikelfilter -, eine klare Bedienung und eine im Segment-Vergleich richtig gute Materialanmutung.

Der 131 PS starke Vierzylinder erweist sich als Wahl der Vernunft. Der Motor läuft weitgehend ruhig, zieht genügend gut durch, und das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe hinterlässt insgesamt einen guten Eindruck. Mitunter kommt es jedoch beim sehr sanften Anfahren zu kurzen Rucklern. Als Maximaltempo für den Fronttriebler weist das Datenblatt 193 Kilometer pro Stunde (km/h) aus. Der Sprintwert aus dem Stand auf Tempo 100 ist demnach in knapp zehn Sekunden abgehakt. Für je 100 Kilometer signalisiert der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von rund 7,5 Liter Super.

In der Stadt zeigt sich der Captur als wendig, praktisch, leichtfüßig. Bei Überlandfahrten wird der komfortabel ausgelegte Charakter des Fahrwerks angenehm spürbar. Über Querfugen und ähnlichen Unebenheiten werden die Insassen allerdings wenig gefiltert informiert. Bisweilen poltert es. Vermeintlich sportliche Fahrweise ist nicht die Domäne des Captur. Ziemlich rasch greift dann das ESP ein. Bremse. Lenkung und Getriebe verrichten ihr Werk, wie man es erwartet.

Innen zeigt sich der Captur von einer smarten und modernen Seite. Verschiedene Soft-Touch-Materialien wurden hier geschmackvoll kombiniert und gut verarbeitet.

Dominiert wird das Armaturenbrett von einem großen, hochkant montierten Touchscreen mit einem 9,3-Zoll-Display. Der folgt der Bedienlogik von Smartphones, per Softtouch mit dem Finger auf die Icons oder per Fingerwisch über die Oberfläche auf eine zweite Seite. Auf der Startseite befinden sich die Menüs für die wichtigsten Funktionen, etwa Navigation sowie das Radio oder die jeweilige Musikquelle. Auf der zweiten Seite lassen sich Änderungen von Fahrzeugeinstellungen vornehmen. Zum Beispiel die Einstellungen für die Fahrprogramme Sport, Eco oder Individual. Das Fahrprogramm Sport sorgt dafür, dass der Motor spritziger sowie die Lenkung straffer wird und das Automatikgetriebe die Gänge fahrdynamischer wählt. Einfluss auf das Fahrwerk hat die Einstellung nicht.

Ein weiterer Hingucker: die freischwebende Mittelkonsole, die Platz schafft für zusätzlichen Stauraum. Den Autoalltag erleichtern diverse elektronische Helfer, etwa der Stau-Assistenten. Mit dem kann man in Stau-Situationen teil-autonom unterwegs sein. Das Auto folgt dem Vorausfahrenden, bremst bei Bedarf ab und beschleunigt wieder auf den voreingestellten Wert. Ebenso das Lenken übernimmt das System.

Die Hand des Fahrers muss jedoch am Lenkrad bleiben. Lässt man es mehr als 13 Sekunden los, schaltet sich das System unter Abgabe eines Warntons aus. Voraussetzung für eine fehlerfreie Funktion sind jedoch gut erkennbare Fahrbahnbegrenzungen. Induktives Laden von Smartphones ist nun im Captur möglich. Das Verbinden des Kommunikationssystems via AppleCar Play oder Android Auto funktioniert nur per Kabel. Etwas an der Praxis vorbei ist überdies die Lautstärkenregelung, ein einfacher Drehregler wäre wohl eine zweckmäßigere Lösung.

Durch seine größeren Außenmaße bietet der Captur nun innen mehr Raum für Passagiere wie Gepäck. So wuchs der Fußraum im Fond um zwei Zentimeter. Die Vordersitze bekamen eine um 1,5 Zentimeter längere Auflagefläche. Und ebenfalls der Gepäckraum nahm zu. Je nach Position der um 16 Zentimeter verschiebbaren Rückbank stehen 422 bis 536 Kubikzentimeter zur Verfügung. Bei umgeklappten Lehnen der Rücksitze wächst das Ladevolumen auf 1275 Liter. Praktisch überdies: der höhenverstellbare Ladeboden, so muss der Kasten Wasser nicht über eine hohe Ladekante gewuchtet werden.

Renault hat seinen kleinen Bestseller umfassend und gelungen aufgefrischt, genau an den richtigen Stellen. Selbst im inzwischen boomenden Markt der kompakten SUVs dürfte dem weiteren Erfolg wenig im Wege stehen.