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München: Nach WM-Spielen sicher im Auto-Corso unterwegs

München : Nach WM-Spielen sicher im Auto-Corso unterwegs

Vereinzelt sind sie schon unterwegs, Autos mit Fähnchen an den Seitenscheiben, großen Flaggen auf den Motorhaube, Wimpeln und Fahnen-Dekorationen im Innenraum.

Spätestens aber mit dem Beginn der Fußballweltmeisterschaft werden sie praktisch zum Straßenbild gehören und erfahrungsgemäß im Corso das jeweilige Spielergebnis zelebrieren. Das ist sozusagen Fan-Pflicht in der automobilen Nachspielzeit. Schlechtes Material, unzureichende Halterungen oder nicht sachgemäße Befestigung können jedoch zum Foul führen und andere Corso-Teilnehmer verletzen. Wer seine Fußball-Freude mit Auto und Fahne öffentlich zeigen will, sollte deshalb schon beim Kauf der Fanartikel auf Einiges achten. "Gerade bei den Halterungen gibt es große Qualitätsunterschiede. Brechen sie leicht, können schnell andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden", warnt Eberhard Lang von TÜV Süd in München.

Verletzungsgefahr droht überdies, wenn die Flaggen bei Überlandfahrten oder gar auf der Autobahn am Fahrzeug belassen werden: "Herkömmliche Auto-Flaggen halten maximal 50 Stundenkilometer aus, dann drohen Halterungen abzureißen. Also niemals mit den Flaggen raus aus der Stadt", legt Lang den Fußballfans ans Herz. Abgerissene Fan-Artikel könnten den nachfolgenden Verkehr gefährden. Spezielle Qualitätssiegel gibt es indes nicht. Einen Anhaltspunkt können die Befestigungs- sowie sonstige Hinweise bieten. Sind sie in gut verständlichem Deutsch formuliert, spricht das für das Qualitätsbewusstsein des Herstellers.

Flaggen dürfen niemals so angebracht sein, dass für den Fahrer die Sicht aus dem Auto versperrt ist. Das gilt auch für den Innenrückspiegel. Dort haben Wimpel, Schals, Maskottchen & Co. nichts zu suchen. Für Teilnehmer bei einem Auto-Corso ebenfalls wichtig: gesehen zu werden. Deshalb unbedingt die Beleuchtungsanlage frei sichtbar halten. Flaggen so anbringen, dass sie die Lampen nicht verdecken und vor allem keinen Kontakt zu heißen Teilen haben. Natürlich haben Aufkleber auf Leuchten nichts zu suchen. Apropos: Auf den Fenstern behindern Aufkleber die Sicht - nach außen und nach innen. Besitzt das Fahrzeug nur einen Außenspiegel, muss ebenfalls die Heckscheibe flaggenfrei bleiben. Verboten ist es, Flaggen an Stangen während der Fahrt aus dem Auto zu halten.

Schwarz-Rot-Gold, Grün-Gelb-Blau - die verschiedenen Landesfarben werden auch an den Außenspiegeln gerne zur Schau getragen. Im Handel erhältlich sind dazu spezielle "Spiegelüberzüge". Hersteller werben zwar mit einer technischen Freigabe, was jedoch selten erwähnt wird: Die Überzieher verdecken in der Regel die Seitenblinker in den Außenspiegeln und dies ist eine Ordnungswidrigkeit.

Viele Kommunen sind gerade in Zeiten sportlicher Großereignisse dazu übergegangen, Auto-Corsi als Demonstration zu deklarieren. Die Veranstaltungen finden so in einem speziell geschützten Bereich und auf Straßen statt, die von der Polizei zuvor abgesperrt wurden. Aber auch dort gilt die Straßenverkehrsordnung. Trägt der Fahrer also außer nationalen auch noch andere Fahnen mit sich herum, ist der Führerschein weg. "Mit 0,0-Promille haben Fahrer die 100-prozentige Kontrolle, nicht nur übers Fahrzeug, sondern ebenso über die Insassen", sagt der TÜV Süd-Fachmann.

Stichwort "Surfen": In den vergangenen Jahren ist es immer beliebter geworden, sich während der Corso-Fahrt aus Fenstern und Schiebedächern zu lehnen. Davor warnt Lang: "Lehnen sich Insassen aus den Seitenfenstern, ist die Verletzungsgefahr selbst bei geringen Geschwindigkeiten hoch. Fahrer sollten deswegen beim Corso einen kühlen Kopf und ihre Mitfahrer im Griff haben."

(amv)