Alkohol am Steuer: Nach Volksfesten das Auto stehen lassen

Alkohol am Steuer : Nach Volksfesten das Auto stehen lassen

Spätsommer und Herbst sind landauf-landab die Saison der Volksfeste. Immer dabei: Leckereien, Bier oder Wein. Wer mit dem Fahrzeug solche Veranstaltungen besucht, der sollte sich allerdings bewusst machen, Frohsinn und Fahren sind keine glückliche Kombination, wenn dabei Alkohol im Spiel ist.

Andrea Häußler von TÜV Süd in München rät deshalb, zur Sicherheit auf das eigene Fahrzeug zu verzichten, stattdessen lieber auf Bus und Bahn umzusteigen. Egal, ob man mit dem Auto oder Radl da ist.

Autofahrer, die sich trotz Alkoholgenuss ans Steuer setzen, gefährden sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer. „Bereits ab 0,5 Promille drohen zwei Punkte im Fahreignungsregister, ein Bußgeld und bis zu drei Monate Fahrverbot“, gibt Andrea Häußler zu bedenken. Ab 1,1 Promille gelten motorisierte Verkehrsteilnehmer als absolut fahruntauglich. Wer in diesem Zustand erwischt wird, verliert seinen Führerschein, selbst wenn er nicht in einen Unfall verwickelt wurde. Müssen Autofahrer ihren Führerschein abgeben, folgt im Anschluss oft die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU), damit sie den Schein wiederbekommen können.

Fahranfänger und Fahrer unter 21 Jahren sollten sich im Klaren sein, dass sie keinen Tropfen Alkohol trinken dürfen, wenn sie vorhaben, sich hinter das Steuer zu setzen. Es gilt die 0,0-Promillegrenze. Schon kleinste Mengen Alkohol können zu einer Geldbuße zwischen 125 und 1000 Euro sowie zwei Punkten in Flensburg führen. Außerdem ist die Teilnahme an einem Aufbauseminar verpflichtend, wenn man erwischt wird, und die Probezeit für den Führerschein verlängert sich um weitere zwei Jahre.

Ebenso auf dem Beifahrersitz ist es unter Umständen ratsam, nicht zu viel getrunken zu haben: Nämlich, wenn sie von einem - nüchternen Fahranfänger unter 18 Jahren abgeholt werden. Denn beim begleitenden Fahren ab 17 Jahren gilt: Hat der eingetragene Beifahrer mehr als 0,5 Promille Alkohol im Blut, droht ihm selbst auf dem rechten Sitz ein Bußgeld.

Fahrrad, E-Bike oder Pedelec als Alternative - eher weniger. Für Fahrradfahrer gilt ebenfalls eine Promillegrenze. Diese liegt mit 1,6 Promille Alkohol allerdings deutlich höher als für Autofahrer. Trotzdem erreicht mancher Radler diese Schwelle nach einem Abend im Bierzelt. Die meisten Menschen haben bei einem solch hohen Blutalkoholwert allerdings schon deutliche Koordinationsschwierigkeiten – ein klares Anzeichen dafür, nicht mehr auf den Drahtesel zu steigen.

Zudem: betrunkene Radler riskieren nicht nur schwere Verletzungen, sondern darüber hinaus ihren Pkw-Führerschein sowie eine MPU. In jedem Fall sind eine Geldstrafe und Punkte in Flensburg fällig. Pedelecs und E-Bikes gelten vor dem Gesetz ebenfalls als Fahrräder. Daher gilt hier dieselbe, höhere Grenze von 1,6 Promille für die Fahrer.

Auf den neuen E-Scootern, also Elektro-Tretrollern, die man an jeder Straßenecke leihen kann, gelten dagegen dieselben Promillegrenzen wie für Autofahrer. Das heißt für Fahranfänger 0,0, für alle anderen Fahrer 0,5 Promille. Für eine Heimfahrt vom Volksfest sind sie schon aus diesem Grund nicht geeignet. Generell sollte man dafür einen guten Gleichgewichtssinn und Koordinationsfähigkeit besitzen.

Vorsicht ist überdies am Morgen nach dem Volksfest geboten: Eventuell befindet sich nach einem kurzen Nachtschlaf noch Restalkohol im Blut, da der Körper nur etwa 0,1 Promille Alkohol pro Stunde abbauen kann.

(amv)