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Der neue Ford Mustang Mach-E: Mustang unter Strom

Der neue Ford Mustang Mach-E : Mustang unter Strom

Der Name Mustang stand bei Ford seit Mitte der 60er Jahre für Sportwagen mit großvolumigen Triebwerken. Fortan jedoch steht der Mustang unter Strom. Das Auto mit der Zusatzbezeichnung Mach-E wird rein elektrisch angetrieben.

Zudem wird aus der zweitürigen Ikone ein viertüriger SUV mit Coupédach. Kraft und Agilität indessen erinnern durchaus an den Mustang mit Verbrennermotor.

Auch wenn sich die Optik des neuen Mustang ziemlich von dem bekannten Design des Sportwagens unterscheidet, einige Details haben die Gestalter doch übernommen. So leuchten am Heck beispielsweise die typischen dreiteiligen Rücklichter, das Dach fällt nach hinten coupéartig ab und der galoppierende Mustang - das Markenzeichen der Modellreihe - ziert wie gehabt die Front. Die aber ist anders als bislang nicht mit einem Kühlergitter bestückt. Das Gesicht des 4,71 Meter langen, 1,88 Meter breiten und 1,62 Meter hohen E-Autos ist eine geschlossene Einheit.

Der Mach-E basiert auf einer Architektur, die Ford komplett neu für rein elektrische Automobile entwickelt hat. Dank der Anordnung der Batterien in der Bodengruppe zwischen den 2,98 Meter auseinanderliegenden Achsen bietet der Innenraum rundum ein großzügiges Raumangebot. Für Gepäck steht ein Volumen von 402 bis 1420 Liter zur Verfügung, plus ein Stauraum unter der Fronthaube (81 Liter).

Vor dem Einsteigen kommt das erste Aha-Erlebnis. Der Mach-E besitzt keinen konventionellen Türgriff. Es ist eher ein kleiner Haken, mit dem die Tür aufgezogen wird. Um das Schloss zu entriegeln, muss ein Druckschalter auf der B-Säule betätigt werden. Das gilt für alle anderen Türen ebenso. Zudem lässt sich der Mustang per Geheimzahl über ein Ziffernfeld in der B-Säule öffnen. Neu ist der digitale Schlüssel. Erkennt das Auto via Bluetooth, dass sich das entsprechend legitimierte Mobilgerät des Fahrers nähert, entriegelt es die Türen. Selbst zum Starten des Autos muss weder ein Smartphone noch ein Schlüssel in die Hand genommen werden. Mit einem separaten PIN-Code, der auf dem zentralen Touchscreen eingegeben wird, ist der Wagen fahrbereit.

Im Innenraum sticht der mittig vor dem Armaturenträger platzierte Touchscreen mit einer üppigen Bildschirmdiagonale von 39 Zentimeter im Hochformat ins Auge. Darüber lässt sich die inzwischen vierte Generation des Kommunikations- und Entertainmentsystems Ford SYNC nach kurzer Eingewöhnung leicht bedienen. Navigations-, Musik- und Konnektivität-Funktionen sind einfach abzurufen. Über die Spracherkennung ist das ebenfalls möglich. Updates lassen sich per Datenübertragung kabellos aufspielen. Vor dem Fahrer liegt eine übersichtliche digitale, waagerechte 10,2-Zoll-Instrumententafel, auf der die wichtigsten Infos zum Fahrzeug angezeigt werden. Smartphones und andere Endgeräte docken kabellos über Apple CarPlay, Android Auto und AppLink an.

Für den Antrieb des Mach-E bietet Ford drei unterschiedliche Leistungsstufen, Heck- oder Allradversionen sowie zwei Batteriegrößen an. Bei den Versionen mit Heckantrieb zeichnet ein Wechselstrom-Motor für die Kraftübertragung auf die Hinterräder verantwortlich. In den allradgetriebenen Modellen kommt an der Vorderachse ein zusätzlicher, permanenter Dual-Elektromotor zum Einsatz, der die Vorderräder antreibt. Das Powertrain-Control-Modul regelt die Drehmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse unabhängig voneinander.

Einstieg in die elektrische Welt des Mach-E ist die 46.900 Euro teure Version mit Heckantrieb und einem 269 PS (198 kW) starken E-Motor, der seine Energie aus einer Batterie mit einer Kapazität von 68 kWh (brutto 75,7 kWh) bezieht. Das Drehmoment liegt bei 430 Newtonmetern (Nm) der Stromverbrauch wird mit 17,2 kWh angegeben. Wer die Batterie mit 88 kWh (brutto 98,7 kWh) in Verbindung mit dem Heckantrieb wählt, der bekommt für dann 54.475 Euro eine E-Maschine mit 294 PS (216 kW). Während das Drehmoment identisch ist, reduziert sich der Verbrauch laut Ford auf 16,5 kWh. Das Basismodell ist auf Wunsch mit Allradantrieb sowie einem Dual-Elektromotor zu haben. Bei gleicher Leistung und Batteriekapazität wächst das Drehmoment auf 580 Nm, der Stromverbrauch steigt auf 19,5 kWh und der Preis beträgt 54.000 Euro. Spitzenversion der Modellpalette ist der über beide Achsen angetriebene Mach-E, mit dem starken Akku und 351 PS (258 kW), einem Drehmoment von 580 Nm sowie einem Normverbrauch von 18,7 kWh (Preis: 62.900 Euro). Die jeweiligen Förderbeträge können von den Preisen noch abgezogen werden.

Über den Touch-Bildschirm lassen sich die drei Fahrmodi „Zahm“, „Aktiv“ und „Temperamentvoll“ auswählen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, das One-Pedal-Feeling anzusteuern. Das macht sich vor allem im Stadtverkehr stark bemerkbar, da das Bremspedal dann so gut wie gar nicht mehr benutzt werden muss. Die Rekuperations-Verzögerung ist meistens stark genug, um den Wagen ausreichend zu entschleunigen. Die dabei gewonnene kinetische Energie wird als Strom wieder in die Batterie eingespeist.

Geladen werden können die Batterien mit maximal 150 kW. Während es an der Haushaltssteckdose schon fast zwei Tage dauert, bis der leere Akku wieder vollgeladen ist, reduziert sich die Zeit mit einer Elf-kW-Wallbox auf etwa sechs Stunden. Weitaus schneller geht es an einer AC-Schnellladesäule mit 50 oder an den Ionity-Stationen mit 150 kW. Letztere liefern in etwa zehn Minuten Energie für gut 100 Kilometer. 45 Minuten dauert es laut Ford, bis der Akku von zehn auf 80 Prozent geladen ist.

Serienmäßig werden zwei Ladekabel mitgeliefert: Das sechs Meter lange Mode-3-Kabel ist geeignet für öffentliche Wechselstrom-Ladesäulen mit Typ 2-Anschluss. Hinzu kommt ein 6,7 Meter langes Heimladekabel, mit dem die Besitzer das Auto sowohl an einer haushaltsüblichen Steckdose als auch an einem blauen CEE-Anschluss aufladen können. Außer dem kostenlosen Zugang zum Ionity Schnell-Ladenetz erhalten Ford-Kunden für das erste Jahr zusätzlich einen ermäßigten Tarif: Anstelle des Normalpreises in Höhe von 0,79 Euro/kWh zahlen sie lediglich 0,31 Euro.

Fahrwerkstechnisch ist der Mach-E eindeutig auf Komfort ausgelegt. Bodenwellen, Querrillen und auch Schlaglöcher machen sich deshalb keineswegs unangenehm bemerkbar. Trotzdem lasst sich der elektrische Mustang mit dem Allradantrieb flott bewegen. Die Lenkung könnte aber selbst im Modus „Temperamentvoll“ etwas direkter ausgelegt sein, um das Handling bei schnellen Richtungswechseln zu erleichtern.

(amv)