Neuvorstellung: Moderner und präsenter: Der Audi A4

Neuvorstellung : Moderner und präsenter: Der Audi A4

Offiziell ist es lediglich eine Modellpflege. Die aber hat es in sich. Audi hat den A4 außen, innen sowie technisch so grundlegend überarbeitet, dass das Mittelklassemodell im Prinzip eine neue Generation darstellt.

Optisch ist dies auf den ersten Blick an der umfangreichen Neugestaltung der Karosserie erkennbar. „Wir haben das Exterieur des A4 jetzt in die aktuelle Designsprache der Marke eingebettet“, beschreibt Wolf Seebers, zuständig für die Gestaltung der Außenhaut, die Arbeit des Designerteams. Das hat bis auf die Motorhaube, das Dach und die Heckklappe jedes Teil angefasst. Alles in allem wirkt der A4 jetzt so sportlich wie nie zuvor.

Dafür steht zunächst einmal der breiter und flacher gewordene Singleframe-Kühlergrill, der die Front optisch zur Straße absenkt. Dazu tragen zudem die jetzt serienmäßigen sowie neu gezeichneten LED-Scheinwerfer bei. Die Flanken werden dominiert von muskulös ausgeprägten Radhäusern und einer nach unten versetzten Schulterlinie. Wie schon bei anderen Modellen wollen die Audi-Designer damit Quattro-Gene hervorheben, um eben die sportliche Ausrichtung zu betonen. Am Heck hingegen soll eine Chromleiste zwischen den LED-Rücklichtern wie beim A6 auf die Hochwertigkeit des Wagens hinweisen.

Diesen Eindruck weckt der Innenraum allemal. Und das nicht nur aufgrund der eingesetzten Materialien. Beim Kombiinstrument bietet Audi die Wahl zwischen zwei teilanalogen Fahrerinformationssystemen oder das volldigitale Virtual Cockpit an. Das jetzt 10,1 Zoll große Touch-Display hat seinen Platz mittig im Armaturenträger, ist zudem leicht nach oben gewandert, so liegt es besser im Blick des Fahrers und ist leichter erreichbar. Der bisherige Dreh-Drücksteller auf der Konsole des Mitteltunnels ist verschwunden. Jetzt dient das wie ein Tablet nutzbare Display als Zentrale des neuen Bediensystems. Formgestalter Seegbers: „Die Menüstruktur ist straff organisiert und auf eine leichte Bedienung ausgerichtet. Bei der Grafik des hochauflösenden TFT-Displays haben wir uns auf die notwendigsten Dinge beschränkt.“

Zudem gibt es eine verbesserte Sprachsteuerung - sie versteht viele Formulierungen aus dem normalen Sprachgebrauch - sowie ein benutzerfreundlicheres Navigationssystem. Ganz neu ist das Angebot: „functions on demand“. Damit können drei Infotainmentfunktionen (MMI plus, Digitalradio DAB+ und das Audi smartphone) nach dem Fahrzeugkauf entweder für eine einmonatige Testphase, für ein Jahr oder dauerhaft geordert werden.

Zur Motorisierung: Audi bietet zunächst sechs unterschiedliche Turbo-Triebwerke für den renovierten A4 an. Auf der Benzinerseite ist das der 2.0-Liter TFSI (150 PS/190 PS/245 PS); alle drei mit einem Mild-Hybrid-System (MHEV) auf 12-Volt-Basis ausgestattet. Auf der einen Seite kann damit der Verbrauch um eine Winzigkeit gesenkt werden, Audi spricht von bis zu 0,3 Litern auf 100 Kilometer. Deutlich spürbarer aber ist die Komfortsteigerung, die das System mit sich bringt. Das gilt vor allem für die Start-Stop-Automatik. Sie reagiert deutlich schneller als bislang, schaltet den Motor bereits ab, wenn die Tachonadel unter die Marke von 22 fällt. Lenkunterstützung und Bremskraft bleiben dabei voll erhalten.

Dieselkunden haben die Wahl zwischen dem Zwei-Liter-Motor mit 190 PS im 40 TDI sowie dem Drei-Liter-Sechszylinder (231 PS) im 45 TDI. Und dann ist da noch der Spitzendiesel, der in Zukunft in den S-Modellen zum Einsatz kommt. Ja, richtig. In Europa kommen bei den sportlich geprägten Modellen in Zukunft keine Benziner mehr zum Einsatz. Stattdessen treibt ein 347 PS starker Dreiliter-V6-Selbstzünder mit einem elektrischen Verdichter den S4 TDI an. Der Verdichter, integriert in ein 48-Volt-Hauptbordnetz, lässt den Ingenieuren zufolge ein Turboloch endgültig in Vergessenheit geraten, da er gerade in niedrigen Drehzahlbereichen zusätzliche Kraft zur Verfügung stellt. Herzstück des Mild-Hybrid-Systems ist ein Riemen-Starter-Generator, der bis zu acht Kilowattstunden rekuperieren kann. Die gewonnene Energie wird in einer-Lithium-Ionen-Batterie gespeichert. Wie gehabt ist der S4 - als Limousine und Avant - mit quattro-Antrieb, einer Achtstufen-Tiptronic und einem Sportfahrwerk ausgestattet.

Weitere Antriebsvarianten folgen: Der 30 TDI leistet 136 PS, der 35 TDI 163 PS. Im Angebot bleibt der A4 Allroad quattro. Außer einer um 35 Millimeter vergrößerten Bodenfreiheit sind Unterfahrschutz, Radlaufblenden, größere Räder sowie eine breitere Spur die optischen Unterschiede zum Avant. Zum Marktstart im November ist das Editionsmodell „edition one“ verfügbar. Es steht für den 45 TFSI, den 40 TDI sowie den 45 TDI als Limousine und Avant zur Wahl. Das Außendesign basiert auf dem S-line Exterieur, ergänzt um markante Elemente wie das Optikpaket schwarz. Beim Innenraum kann der Kunde zwischen der Design Selection und dem S-Line Interieurpaket wählen.

(amv)