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Weiterstadt: Mobilität mal aus anderer Perspektive: Der Skoda Octavia G-TEC

Weiterstadt : Mobilität mal aus anderer Perspektive: Der Skoda Octavia G-TEC

Im Konfliktmanagement ist ein Perspektivwechsel mitunter das Mittel der Wahl, um aus einem Wust an Problemen herauszukommen. Ein Mittel, das sich angesichts der Diskussionen um Feinstaubbelastung, Fahrverbot, Reichweiten und Ladezeiten oder um Mobilität generell doch eigentlich auch anbietet. Warum also nicht mal eine andere Kraftstoffart in den Fokus nehmen?

Im Konfliktmanagement ist ein Perspektivwechsel mitunter das Mittel der Wahl, um aus einem Wust an Problemen herauszukommen. Ein Mittel, das sich angesichts der Diskussionen um Feinstaubbelastung, Fahrverbot, Reichweiten und Ladezeiten oder um Mobilität generell doch eigentlich auch anbietet. Warum also nicht mal eine andere Kraftstoffart in den Fokus nehmen? CNG - Compressed Natural Gas oder besser bekannt als Erdgas - beispielsweise. Mit einem derart betriebenen Fahrzeug wie der Skoda Octavia G-TEC kann man sich angesichts all der genannten Themen nämlich ganz entspannt zurücklehnen.

Im Vergleich zu einem Benziner liegt der CO2-Ausstoß um etwa 20 Prozent niedriger. Selbst gegenüber einem Diesel fällt der Wert um zehn Prozent geringer aus. Biogas lässt diese Bilanz sogar noch besser ausfallen. Feinstaub fällt im Gasbetrieb ebenso wenig an wie NOX. Doch durchgesetzt hat sich CNG trotz allem bis heute noch immer nicht.

Zugegeben, bei nur etwa 900 Tankstellen bundesweit kann man nicht einfach mal schnell um die Ecke fahren, um Gas nachzufüllen. Mit dem Gas-Octavia aber ist dieses Problem nicht wirklich eines. Entscheidend dafür ist der bivalente Antrieb. Geht der CNG-Vorrat zur Neige, stehen weitere 50 Liter Benzin zur Verfügung, um die Fahrt fortzusetzen. Skoda geht in Verbindung mit dem Doppelkupplungsgetriebe von einem Normverbrauch von 5,5 Litern Benzin oder 3,6 Kilogramm CNG aus. Realistisch beträgt die Reichweite im Gasbetrieb etwa 350 Kilometer. Und das auch ohne den 110 PS starken Vierzylinder-Turbomotor mit Direkteinspritzung permanent nur unter Sparsamkeitsaspekten zu bewegen.

Unabhängig vom Treibstoff arbeitet der Motor angenehm antritts- und durchzugsstark. Und würde der Wechsel von einer Kraftstoffsorte zur anderen nicht im Display angezeigt werden, man würde den Unterschied nicht merken. Auch der Blick in die technischen Daten gibt keinen Anlass, der CNG-Variante mit Vorbehalten zu begegnen. Das maximale Drehmoment von 200 Newtonmetern (Nm) liegt bereits bei 1500 Touren an und bleibt bis 3500 Umdrehungen erhalten. Den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 gibt Skoda mit elf Sekunden an. Die Höchstgeschwindigkeit steht mit 195 Kilometern pro Stunde im Datenblatt. Auch in dieser Hinsicht ist der Octavia G-TEC also ein ganz normales Auto.

Ein paar kleine Unterschiede gibt es aber natürlich schon. Zum einen ist die bivalente Version im Vergleich zum reinen Benziner (1,0-Liter-TSI mit DSG/115 PS) um gut 100 Kilogramm, gegenüber dem vergleichbaren Diesel (1,6-Liter-TDI mit DSG/115 PS) etwa 60 Kilogramm schwerer. Das begründet auch den etwas höheren Spritverbrauch im Benzinbetrieb. Zum anderen musste für die Erdgastanks das Reserverad weichen. Man hat für den Notfall lediglich ein Reparatur-Set zur Verfügung. Außerdem sinkt das Kofferraumvolumen auf 480 beziehungsweise 1610 Liter (normalerweise 610/1740 Liter), da der ansonsten übliche doppelte Ladeboden entfällt. Was angesichts der sowieso sehr großzügigen Platzverhältnisse in der 4,67 Meter langen Kombiversion des Octavia zu verschmerzen sein dürfte. Zumal für den Regenschirm ja im praktischen Türfach schon ein Plätzchen gefunden und der Eiskratzer in der Tankklappe griffbereit untergebracht ist.

Bei einem Radstand von 2,69 Metern lassen sich insbesondere im Fond die Füße ganz entspannt ausstrecken. Ellenbogen- und Kopffreiheit sind ebenso tadellos. Auch die Sportsitze vorne sind mit der integrierten Kopfstütze (193 Euro) bequem und langstreckentauglich. Der Arbeitsplatz des Fahrers gibt VW-Konzern-typisch keinerlei Rätsel auf. Das beheizbare Multifunktionslenkrad in Leder (100 Euro) liegt gut in der Hand. Sämtliche Instrumente hat man im Blick und sind gleichermaßen einfach wie intuitiv zu bedienen.

Dass sich der Octavia mit Extras wie einer großen Navigations-Lösung mit 9,2-Zoll-Touchscreen, DVD-Laufwerk, WLAN-Hotspot, DAB+, SmartLink+ und Phonebox mit induktiver Ladefunktion (2680 Euro), LED-Scheinwerfern (798 Euro), Spurwechselassistent (302 Euro) und anderen Schmankerln auf einen Gesamtpreis von 39.333 Euro steigern lässt, wundert da kaum. Aber selbst ohne diese Optionen bietet die genannte Ambition-Ausstattung einiges an Komfort sowie ein umfassendes Sicherheitspaket etwa den Frontradarassistent mit City-Notbremsfunktion inklusive Personenerkennung.

Derart konfiguriert müssen für den Octavia G-TEC als Kombi 27.490 Euro investiert werden. Der vergleichbare Benziner steht mit 24.590 Euro in der Liste. Für den 1,6-Liter-TDI sind mit 27.590 Euro hingegen 100 Euro mehr anzulegen. Gegenüber dem auch steuerlich höhere Kosten verursachenden Selbstzünder lohnt sich der Perspektivwechsel auf den CNG-Antrieb also vom ersten Moment an. Sabine Neumann

(amv)