1. Leben
  2. Auto

Neuvorstellung des Plug-in-Hybrids: Mitsubishis neuer Eclipse steht unter Strom

Neuvorstellung des Plug-in-Hybrids : Mitsubishis neuer Eclipse steht unter Strom

Totgesagte leben länger. Nachdem es vor wenigen Monaten noch schien, als würde sich Mitsubishi aus Europa zurückziehen, nun die Kehrtwende. Mit Hilfe einer Allianz mit Renault und Nissan soll das Modellangebot sogar erweitert werden.

Zudem kommt in diesen Tagen die neue Generation des Eclipse Cross – und das ausschließlich als Plug-in-Hybrid-Version - in den Handel.

Die Japaner sind seit 40 Jahren hierzulande vertreten und haben seitdem etwa 1,7 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Aktuell sind rund 500.000 Mitsubishi-Modelle in Deutschland zugelassen. Mitsubishi hatte geländegängige Alltagsautos schon im Angebot, als man in Wolfsburg oder Ingolstadt noch gar nicht wusste, wie man Sport Utility Vehicle (SUV) buchstabiert. Und wenn es um Plug-in-Hybride geht, kann Mitsubishi auf die Erfolgsgeschichte des entsprechend motorisierten Outlander verweisen.

Der steht in der Gunst der europäischen Kunden nach wie vor weit oben. Nicht zuletzt deshalb kommt das bewährte Antriebssystem dieses SUVs jetzt im Crossover Eclipse (PHEV) zum Einsatz, leicht abgewandelt, leicht modernisiert: ein 2,4-Liter-Benziner sowie zwei Elektromotoren bringen den etwa zwei Tonnen schweren Wagen in Schwung. Der Antrieb erfolgt generell über beide Achsen.

Der Benziner entwickelt im Eclipse Cross Plug-in-Hybrid eine Leistung von 98 PS und kooperiert mit zwei Elektromotoren: einem 82 PS (60 kW) starken Elektromotor an der Vorderachse samt einem E-Motor mit 95 PS (70 kW) im Heck. Das bedeutet eine Systemleistung von 188 PS. Damit lässt sich der Wagen in 10,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei abgeregelten 162 Kilometern pro Stunde, im rein elektrischen Fahrmodus sind maximal 135 möglich (Werksangaben). Die 13,8 kWh große Fahrbatterie ermöglicht eine rein elektrische Reichweite von bis zu 61 Kilometern (nach NEFZ). Der kombinierte NEFZ-Verbrauch beträgt 1,8 Liter Kraftstoff plus 19,3 kWh Strom je 100 Kilometer, was einem CO2-Ausstoß von 39 Gramm pro Kilometer entspricht.

Unterwegs überzeugt das System mit einer harmonischen Arbeitsteilung. Wird der Gasfuß nur gestreichelt, sorgen lediglich die beiden E-Maschinen für Vortrieb. Der Ottomotor kommt dann zum Einsatz, wenn spontan mehr Leistung abgerufen wird oder aber wenn die im Akku gespeicherte Energie zur Neige geht. Sobald der Benziner seine Leistung auf die Vorderachse bringt, schaltet sich der dort angesiedelte E-Motor automatisch ab. Das System ist zudem so intelligent ausgelegt, dass der Benziner sich bei günstiger Gelegenheit als Generator zuschaltet, um Strom-Nachschub zu erzeugen. Wer das verhindern will, kann den EV-Modus per Knopfdruck wählen, um generell rein elektrisch so lange unterwegs zu sein, bis der Stromvorrat aufgebraucht ist. Zusätzliche Reichweite liefert die beim Bremsen, Ausrollen oder Bergabfahrten freigesetzte Energie, die zurückgewonnen und in der Batterie gespeichert wird. In der Stadt ist die stärkste Stufe B5 eine gute Wahl. Damit muss man das Bremspedal meist nur noch ganz am Schluss vor dem Stopp betätigen, weil das Auto einen Kriechgang hat.

Das Zusammenspiel der Antriebssysteme reicht zwar nicht, um auch nur in die Nähe des Normverbrauchs von 1,8 Litern zu kommen. Doch trotz wahrlich nicht besonders sparsamer Fahrweise - Antritt und Durchzug sind kräftig - zeigte der Bordcomputer nach einer Strecke von knapp 80 Kilometern mit einem hohen Landstraßenanteil und einigen flotten Zwischensprints einen Durchschnittswert von 5,6 Litern an. Der Akku hatte zudem noch etwa 40 Prozent Strom gespeichert. Das Fahrwerk ist eher auf Komfort denn auf Sportlichkeit ausgelegt. Für den Alltag mit einem solchen Fahrzeugtyp genau passend. Das gilt ebenfalls für die Anhängelast, die 1,5-Tonnen beträgt.

Die Hybridbatterie kann an Schnellladesäulen innerhalb von 25 Minuten auf 80 Prozent ihrer Kapazität geladen werden. Allerdings wird dabei der hierzulande eher seltene CHAdeMO-Standard genutzt. Aber auch das Normalladen mit Wechselstrom (AC) ist möglich: An einer Wallbox oder öffentlichen Ladestation ist der Akku nach etwa vier Stunden wieder zu 100 Prozent voll, an haushaltsüblichen 230-V-Steckdosen dauert das Nachladen um die sechs Stunden. Im Gegensatz zum Outlander, der beim Wechselstromtanken auf den exotischen Typ-1-Anschluss zurückgreifen muss, nutzt der Eclipse Cross den gängigen Typ-2-Stecker.

Im Innenraum ist vieles so geblieben ist, wie beim konventionellen Vorgänger. Das Interieur setzt auf neue dunkle Oberflächenmaterialien sowie silberne Applikationen. Zur Standardausrüstung zählt ein jetzt acht Zoll großes Display in der Armaturentafel, das näher an den Fahrer heranrückt. Der Armaturenträger präsentiert sich übersichtlich gestaltet, und es gibt noch eine Vielzahl von Schaltern und Knöpfen. Neu hingegen ist die Mittelkonsole, auf der unter anderem ein etwas futuristisch anmutender Wahlhebel für die Automatik liegt.

Wirklich und wohltuend verändert aber hat sich die äußere Optik Das gilt für die Frontpartie ebenso wie für das Heck. Vorne sind die LED-Tagfahr- und Blinkerleuchten sowie die Haupt- und Nebelscheinwerfer nicht mehr horizontal, sondern vertikal weit außen platziert. Zudem wurde der Kühlergrill komplett neu gezeichnet. Fast noch entscheidender ist der Verzicht auf den Heckspoiler, der sich bisher über die hintere Scheibe zog. Die Sicht nach hinten ist nun deutlich besser und das Auto sieht auch überdies eleganter aus. Dazu tragen die dreidimensionalen LED-Rückleuchten ebenfalls bei. Aufgewertet wird der Auftritt darüber hinaus durch sportliche Seitenschweller sowie die serienmäßigen glanzgedrehten 18-Zoll-Leichtmetallfelgen in Zweifarben-Optik.

Obwohl der Eclipse Cross um 14 Zentimeter auf 4,55 Meter in der Länge gewachsen ist, wirkt sich das auf die ohnehin guten Platzverhältnisse für Passagiere und Gepäck im Innenraum kaum aus. Der Kofferraum fasst zwischen 359 und 1108 Liter Stauraum.

Bereits in der Basis-Version (ab 39.890 Euro, unter Berücksichtigung des Elektrobonus von insgesamt 9000 Euro – Mitsubishi verdoppelt den staatlichen Betrag von 4500 Euro - entspricht dies einem rechnerischen Wert von 30.890 Euro) ist der Eclipse Cross Plug-in-Hybrid umfangreich ausgestattet. Standardmäßig enthalten sind unter anderem ein Infotainment-System mit Smartphone-Anbindung über Android Auto und Apple CarPlay sowie mit Acht-Zoll-Touchscreen und digitalem Radioempfang (DAB+), eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein Multifunktionslenkrad in Leder, Sitzheizung vorn und ein Smart-Key-System samt Start-Stopp-Knopf. Ebenfalls ab Werk gibt es Notbrems-, Spurhalte- und Fernlichtassistent sowie Rückfahrkamera und ein Auffahrwarnsystem mit Fußgängererkennung.

(amv)