Mit dem Fahrrad auf der Autobahn: Mit Rad und Auto: Tempo 130 als Limit

Mit dem Fahrrad auf der Autobahn : Mit Rad und Auto: Tempo 130 als Limit

Rund 5,2 Millionen Bundesbürger haben laut der Travelbike-Radreiseanalyse 2017 des ADFC im vergangenen Jahr einen Radurlaub unternommen. Das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Wer sein Fahrrad hierfür oder etwa nur für einen Wochenendtrip mit dem Auto transportieren möchte, muss sich entscheiden: Entweder auf dem Dach, im Innenraum oder am Heck. Welche die jeweils beste ist, hängt von Fahrzeug, Fahrrad und den eigenen Vorlieben ab.

Zumeist steht vor der Autofahrt zum Ausflugsort ein Transport auf dem Autodach oder -heck an. Um sicher ans Ziel zu kommen, müssen vor der Fahrt jedoch einige wichtige Punkte beachtet werden, legt Eberhard Lang von TÜV Süd in München Freizeit-Radlern ans Herz. Allgemein gilt: Vor dem Kauf sollte jedes Trägersystem ausprobiert werden. Ein Heckträger ist prinzipiell leichter zu montieren und zu beladen als ein Dachträger.

Bevor es ans Verstauen geht - egal ob auf dem Dach oder auf dem Heckträger - muss sichergestellt werden, dass das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs nicht überschritten wird. Der Fahrzeugschein enthält alle erforderlichen Angaben. „Wichtig für den Dachgepäckträger ist die Dachlast“, erinnert Lang. Zur Berechnung muss das Fahrzeugleergewicht vom zulässigen Gesamtgewicht abgezogen werden.“ Die Differenz darf durch Insassen, Gepäck, Fahrradträger und Räder nicht überschritten werden.

Beim Fahren lautet die Devise: Zurückhaltung üben. Nicht nur der Luftwiderstand erhöht sich beim Fahrradtransport. Auch das Kurven- und Bremsverhalten des Wagens wird schlechter. Daher plädiert der TÜV Süd-Fachmann für ein privates Tempolimit: „Maximal 130 Kilometer pro Stunde (km/h) fahren.“ Zudem empfiehlt sich nach ein paar Kilometern ein kurzer Stopp, um den festen Sitz von Rad und Träger zu kontrollieren. Schnelle, ruckartige Fahrmanöver sollten ebenfalls vermieden werden. Beim Rückwärtsfahren oder einer Einfahrt in ein Parkhaus etwa muss man einkalkulieren, dass das Auto länger oder höher ist als gewohnt und dass die Parkassistenzsysteme möglicherweise nicht einwandfrei funktionieren.

Beim Fahrradtransport auf einem Träger auf der Anhängekupplung oder einem tiefliegenden, das Kennzeichen verdeckenden Heckträger muss ein Wiederholungsnummernschild mit dem amtlichen Kennzeichen des Pkw angebracht werden (Paragraf §10, Absatz 9 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung). „Vor der Fahrt ins Ausland sollte man sich unbedingt über die dort geltenden Vorschriften informieren“, empfiehlt Lang zudem. In manchen Ländern wie Italien oder Spanien muss die überhängende Ladung beispielsweise mit einer dort gültigen Warntafel gekennzeichnet sein.

Für einen Heckträger benötigt das Auto eine Anhängerkupplung. Auf dem Kugelkopf wird der Träger befestigt. Darüber hinaus ist eine Beleuchtungsanlage Pflicht. Das Rad wird zunächst mit dem Rahmen an der Trägerstange fixiert, danach die Reifen mit Schlaufen festgezurrt. Schließlich das Fahrrad zusätzlich mit einem Kabelschloss sichern und Anbauteile wie Luftpumpe, Akku oder Transportkörbe entfernen. Wichtig: Die Räder dürfen seitlich höchstens 40 Zentimeter über die Schlussleuchte hinausragen, die maximale Breite beträgt 2,55 Meter.

Für den Transport mit einem Dachgepäckträger ist eine Dachreling oder ein vom Autohersteller empfohlenes Trägersystem nötig. Rad und Träger dürfen dabei die zulässige Dachlast nicht überschreiten. Tipp: Eine Decke schützt das Fahrzeugdach während der Montage vor Kratzern. Beim Anbringen des Gepäckträgers sollte man sorgfältig die Montageanleitung beachten. Die Bauteile müssen fest am Auto angebracht sein, die Fahrräder so verzurrt, dass sie dem Fahrtwind standhalten.

(amv)
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