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Stuttgart: Mercedes A-Klasse: Nicht länger ein Rentner-Mobil

Stuttgart : Mercedes A-Klasse: Nicht länger ein Rentner-Mobil

Der Wunsch von Mercedes, seinen Kundenkreis mit der neuen A-Klasse zu verjüngen, scheint aufzugehen. Unterwegs mit dem sportlich geschnittenen Kompaktwagen kommen die meisten positiven Reaktionen von Menschen zwischen 20 und 40. Und auch am Steuer der neuen Generation sieht man diese Alterskategorie.

Den einen wie den anderen gefällt es offensichtlich, dass die ehedem van-artige Karosserie einer flachen, nur 1,43 Meter hohen Form gewichen ist. Die pfeilförmige Linienführung wirkt sportlich, dynamisch, frisch. Die kernig gestaltete Front sowie das wuchtig-breit gezogenen Heck signalisieren Kraft und Agilität. Immer wieder bekommt man zu hören, dass die Marke mit dem Stern nun mit dem neuen Design der A-Klasse eine Kaufüberlegung wert sei. Ob jugendlich oder nicht, es braucht ein wenig mehr Gelenkigkeit als bisher, um in oder aus dem kompakten Sternenträger zu kommen.

Die Sitzposition ist tief und erinnert an einen Sportwagen - was aber der Übersichtlichkeit zumindest nach vorne keinen Abbruch tut. Nach hinten sieht es mit der Sicht schon schlechter aus, da die Rückscheibe klein und die C-Säule verhältnismäßig breit sind. Keinerlei Kritik indessen am Gestühl. Die Polster sind straff und geben guten Halt. Der Innenraum präsentiert sich modern, mit hochwertigen Materialen samt sauberer Verarbeitung. Der übersichtliche Armaturenträger gibt keine Bedienungsrätsel auf. Jeder Schalter liegt dort, wo man ihn bei Mercedes erwartet. Eine Einschränkung im Platzangebot müssen Fondsinsassen hinnehmen. Bei größeren Personen kommt der Dachhimmel doch ziemlich nah und auch seitlich wird es eng. Als kleine Entschädigung dient die erstaunlich gute Beinfreiheit.

Das Ladevolumen (341 Litern) ist Klassendurchschnitt. Wird mehr benötigt, lassen sich die Rückenlehnen im Handumdrehen umklappen. Dann stehen je nach Bedarf bis zu 1.157 Liter für Koffer, Taschen, Getränkekisten oder kleinere Möbelstücke zur Verfügung. Keinerlei Probleme mit einer noch so großen Menge an Ladegut oder vier Personen an Bord hat der Viertürer, wenn der 220 CDI (170 PS) gewählt wurde. Der Diesel überzeugt mit kraftvollem Antritt sowie Durchzugsvermögen und das bei angenehm zurückhaltenden Arbeitsgeräuschen.

Tempo 100 ist aus dem Stand in 8,2 Sekunden erreicht (Werksangabe). Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 220 Kilometern pro Stunde angegeben. Mercedes nennt als Normverbrauch des Vierzylinders 4,4 Liter. Im Alltag mit viel Stadtverkehr und einigen zügigen Autobahnstrecken steht eine Sechs vor dem Komma im Bordcomputer. Das aufpreispflichtige Doppelkupplungsgetriebe überträgt die Antriebskraft mit reibungslosen Wechseln der Fahrstufen auf die Vorderräder. Und die ziehen den Wagen spurtreu durch die Kurven. Allerdings: Das Fahrwerk ist ziemlich straff abgestimmt und lässt beispielsweise Querfugen auf der Autobahn relativ deutlich spüren.

Tadellos hingegen die exakte Lenkung. Insgesamt ist das Handling sicher, agil und munter. Müdigkeitswarner und Abstandssensor gehören bereits ab Werk zur Ausstattung. Auch CD-Radio samt USB-Anschluss, Klimaanlage, Lichtautomatik, elektrische Fensterheber und beheizbare Außenspiegel sind Bestandteil des Lieferumfangs. Mit einem Einstiegspreis von 24.335 Euro dürfte die A-Klasse allerdings bei vielen jüngeren Kaufinteressenten erst einmal auf die persönliche Warteliste kommen und bei einem Testwagenpreis von 34.098 Euro wohl erst recht.

(amv)