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Köln: Lexus GS 450h: Nun soll es Sportlichkeit bringen

Köln : Lexus GS 450h: Nun soll es Sportlichkeit bringen

Lexus - den Namen der Toyota-Tochter verbindet man gewöhnlich mit Luxus. Fahrdynamischen Ansprüchen genügten bislang die Modelle eher weniger. Mit dem GS 450h soll sich das ändern, zumindest ein bisschen. Sportlichkeit hat sich Lexus aufs Panier geschrieben. „Für den neuen GS haben wir unsere Vorstellungen über das Design und Fahrverhalten einer Luxuslimousine von Grund auf überdacht”, sagt GS-Chefingenieur Yoshihiko Kanamori.

Wählt man per Drehschalter auf dem Mitteltunnel den Sportmodus, beschleunigt der 215 kW/292 PS starke V6-Benziner in Zusammenarbeit mit 200 elektrisch aktivierten Pferdestärken die Limousine in 5,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und - falls gewünscht und möglich - bis auf 250 Kilometer pro Stunde. Beeindruckend ist dabei die Fahrkultur.

Das Zusammenspiel der beiden Hybrid-Komponenten managt Lexus so gut wie wohl kein anderer Hersteller. Hier zeigt sich der Erfahrungsvorsprung des Herstellers. Doch nicht nur Art und Umfang der Kraftentfaltung beeindrucken, auch die Raumausstatter haben ihre Hausaufgaben gemacht und präsentieren das Interieur mit klaren Linien im schicken Lounge-Design. Guckt man allerdings genauer hin oder klopft man auf die eine oder andere Fläche des Armaturenbretts, dann offenbart es sich: An das Finish etwa eines Audi reicht Lexus in diesem Fall noch nicht heran.

Jetzt verdient der Kofferraum seinen Namen

Raum für Verbesserungen zeigt auch das sogenannte Remote-Touch-Bedienelement, mit dem die Einstellungen auf dem 12,3 Zoll-Bildschirm (Lexus: „Das weltweit größte in einem Serienautomobil verbaute Multiinformationsdisplay”) vorgenommen werden. Die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig. Der einer Computermaus nachempfundene Joystick fühlt sich schlabbrig an. Die Position diverser Bedienelemente muss man sich erst einprägen, mitunter werden sie auch vom Lenkrad verdeckt. Das Head-up-Display präsentiert zwar dem Fahrer wichtige Informationen in direkter Blickrichtung, aber die grafische Darstellung ist ziemlich pixelig.

Angenehm luftig ist das Platzangebot vorn. Die Sitze erweisen sich als straff gepolstert, aber durchaus angenehm. Im Fond lässt es sich ebenfalls kommod reisen, nur sollten die Passagiere nicht zu groß gewachsen sein. Ausgemerzt hat Lexus den Nachteil des geringen Stauraums. Hier stehen nun 482 Liter zur Verfügung, weil - dank Verfeinerung der notwendigen Batteriekühlung - nun der Akku vertikal eingebaut wird. Die bislang liegende Position war raumraubend.

Vier Kilometer rein elektrisch

Freude kommt beim Verbrauch auf. Mit voller Batterie lässt es sich mit Geschwindigkeiten bis zu 40 km/h bis zu etwa vier Kilometer weit rein elektrisch fahren und man ertappt sich immer wieder dabei, ehrgeizig möglichst weit lokal-emissionsfrei vorwärtszukommen. Lexus beziffert den Normverbrauch mit 5,9 Liter, in der Praxis zeigt der Bordcomputer nach 100 Kilometern zwischen sieben und acht Litern an, was als guter Wert gelten darf.

Das Fahrwerk des Lexus lässt sich vom Modus Eco pro über Normal und Sport S bis zu Sport S plus variieren. Die Normalstellung dürfte für die meisten Fahrer die richtige Synthese aus Fahrkomfort und Sportlichkeit darstellen. In den beiden S-Stellungen wirkt das Fahrwerk leicht nervös und eine 4,85 Meter Limousine mit knapp zwei Tonnen Leergewicht ist eben nun mal kein Sportflitzer. Aber: Der Wunsch, europäischen Fahransprüchen entgegenzukommen, ist spürbar. Tadellos passen dazu die bissigen Bremsen. Bei der Lenkung müssen zumindest jenseits der S-Fahrstufen Abstriche gemacht werden. Sie agiert dann etwas schwammig.

Das Angebot an Sicherheitssystemen und Komfortzubehör ist umfangreich und je nach Ausstattungslinie aufpreispflichtig. Spurwechselwarner, Spurhaltesystem oder Müdigkeitserkennung - der Lexus hält eine ganze Armada elektronischer Helfer bereit. Dabei kann sich bereits die Basisausstattung gut sehen lassen. GS steht laut Lexus für „Grand Touring Sedan” und eine Reiselimousine ist das Fahrzeug mit seiner tadellosen Technik auch, jenseits jeden Wortgeklingels um vermeintliche Sportlichkeit. Zudem bietet er seinen Besitzern eine besondere Exklusivität, denn auf den Straßen hierzulande tummeln sich in dieser Klasse vornehmlich süddeutsche Modelle.

Hersteller: Lexus

Modell: GS 450h

Motor: V6-Benziner plus Elektromotor

Hubraum: 3.456 ccm (Benziner)

Systemleistung: 254 kW/345 PS

Drehmoment: 352 Nm bei 4.500 U/min

Von 0 auf 100 km/h: 5.9 sek.

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h

Verbrauch: 5,9 l Super/100 km

CO2-Ausstoß: 137 g/km

Kofferraum: 482 Liter

Versicherung: HP: 20 / TK: 24 / VK: 29

Grundpreis: 54.750 Euro

Preis der Testversion: 79.500 Euro (Herstellerangaben)