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München: Leuchtweitenregelung: Fiese Blender

München : Leuchtweitenregelung: Fiese Blender

Die Leuchtweitenregelung soll verhindern, dass man je nach Beladung des Fahrzeugs unversehens als fieser Blender umherfährt. Besitzern von Autos mit Xenonlicht könnte das Thema schnurz sein, denn für diese Fahrzeuge ist eine automatische Korrektur des Scheinwerferkegels Pflicht.

Sie arbeitet automatisch und blockiert damit dank stetigem Einsatz erfahrungsgemäß viel seltener als die manuellen Korrekturmöglichkeiten bei Halogenlicht. „Im Rahmen der Hauptuntersuchung stellen wir da immer wieder Funktionsfehler fest, die darauf schließen lassen, dass die Scheinwerferkorrektur oft vernachlässigt wird“, schildert Jürgen Wolz von TÜV Süd in München seine Erfahrungen. Wenn Fehlfunktionen mit der Automatik auftreten, finden sich Fehler oft an den Sensoren an Vorder- und Hinterachse, Steckern oder Gestänge. „Meist jedoch sind die Probleme nicht schwerwiegend“, beruhigt Wolz.

Seit dem 1. Januar 1990 ist bei allen Neuwagen in Deutschland zumindest eine manuelle Leuchtweitenregulierung vorgeschrieben. Diese Einstellungsmöglichkeit bietet dem Fahrer immer die optimale Ausleuchtung der Straße ohne vorausfahrende oder entgegenkommende Verkehrsteilnehmer zu blenden, wenn beispielsweise das Auto schwer beladen ist oder mit einem Anhänger fährt. Überschreiten die Frontscheinwerfer einen Soll-Lichtstrom von 2000 Lumen, schreibt der Gesetzgeber für das Fahrzeug zwingend eine automatische Anpassung des Scheinwerferkegels vor. Dies ist beispielsweise bei Xenon- oder Laserscheinwerfern der Fall.

Fühler melden den Beladungszustand, also ob beispielsweise im Kofferraum schwere Last lagert oder viele Personen mitfahren. Anhand dieser Daten werden die Scheinwerfer automatisch so justiert, dass sie nicht blenden und trotzdem optimale Leuchtweite bieten. Das Problem: Die Sensoren sind in aller Regel unter dem Fahrzeugboden angebracht und extremen Bedingungen ausgesetzt. Streusalz, Feuchtigkeit oder Schmutz greifen während der Fahrt praktisch pausenlos an. „Besonders gefährdet sind dabei weniger die Sensoren selbst“, weiß der TÜV Süd-Fachmann. Die seien nämlich in der Regel gut gekapselt. „Eher sind Gestänge, Kabel und vor allem ihre Steckverbindungen für Fehler verantwortlich“, hat Wolz beobachtet.

Ist der Kontakt schlecht oder liefert ein Sensor kein Signal, meldet dies eine Kontrolllampe im Cockpit. Das ist dann ein Fall für die Werkstatt. Und wenn der Defekt von Steckern oder Gestängen herrührt, ist er in aller Regel schnell behoben, beruhigt Wolz: „Der Mechatroniker beurteilt, ob die Schmierung mit einem geeigneten Mittel ausreicht oder ein Teil zu erneuern ist.“

Danach ist die Neujustierung der Leuchtweitenregelung notwendig. Dazu braucht es einen Diagnosetester. In aller Regel lässt sich nur mit ihm die Fehlermeldung im Cockpit löschen. Das Prozedere zeigt wohl, warum solche Reparaturen nicht von Hobby-Schraubern ausgeführt werden sollten. Zudem gilt es zu beachten, dass bei Xenonlicht „lebensgefährlich hohe Spannungen auftreten, mehrere zehntausend Volt“, warnt Wolz vor falscher Eigeninitiative.

(amv)