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Ingolstadt: Kurzvorstellung des Audi R8 V10 Spyder: Nach oben offen

Ingolstadt : Kurzvorstellung des Audi R8 V10 Spyder: Nach oben offen

Stärker, schneller, steifer, leichter und - verbrauchsgünstiger. Mehr kann man von der Weiterentwicklung eines Autos wohl kaum erwarten, vor allem dann nicht, wenn es sich um einen reinrassigen Sportler handelt. Und das ist der Audi R8 V10 Spyder ohne jeden Zweifel.

Schließlich haben die Entwickler der zweiten Generation fast 50 Prozent der Bauteile verwendet, die auch in Rennversion R8 LMS zum Einsatz kommen.

Das gilt vor allem für das Triebwerk. Der 5,2-Liter-V10-Sauger leistet jetzt 540 PS und damit 15 PS mehr als bisher. Damit geht es in 3,6 Sekunden von Null auf 100 Kilometer pro Stunde (km/h/Werksangaben) und in weniger als zwölf Sekunden auf Tempo 200.

In der Spitze sind 318 Kilometer pro Stunde möglich (bislang 311 km/h). Durch die Verwendung neuer Materialien konnte die Verwindungssteifigkeit der Karosserie der Cabrio-Variante um 55 Prozent erhöht werden, sagen die Audi-Entwickler. Zudem wurde der Wagen um 25 Kilogramm leichter, was zu einem Leistungsgewicht von 3,14 Kilogramm pro PS führt.

Soweit zur Papierform. Doch was zählt bei einem solchen Wagen, das ist die Praxis, die Umsetzung der Leistung auf die Straße. Die gelingt atemberaubend. Was geht, wenn es losgeht, wird akustisch akzentuiert mit einer fulminanten Klangpalette. Nach dem Start schon, bei langsamem Rollen oder Beschleunigen, brüllt der Zehnzylinder förmlich seine Kraft heraus.

Ein leiser Druck auf das Gaspedal und der 4,43 Meter lange und 1,94 Meter breite Sportler schießt förmlich nach vorne. Für die Kraftübertragung sorgt eine Siebengang-Tiptronic. Über Schaltwippen am Lenkrad lassen sich die Fahrstufen auch manuell blitzschnell wechseln.

Das Fahrwerk ist bestens auf die bärenstarke Performance des Triebwerks abgestimmt. Der R8 V10 liegt mit seinen 19-Zoll-Rädern tadellos auf der Straße und fegt dank der exakt arbeitenden Lenkung millimetergenau um die Kurven. Selbst kleine Fahrfehler verzeiht das Auto großzügig.

Mit ein Grund dafür ist der neu entwickelte Quattroantrieb. Vollvariabel können je nach Bedarf die Antriebsmomente bis zu 100 Prozent von der mit einem mechanischen Sperrdifferenzial bestückten Hinter- auf die Vorderachse geleitet werden.

Das gerade einmal 44 Kilogramm schwere Stoffverdeck öffnet und schließt auf Knopfdruck in 20 Sekunden - und das bis Tempo 50. Mit der Haube über der Karosserie ist es angenehm leise im Passagierabteil. Bei geöffnetem Verdeck zerrt der Wind bei schnellerer Fahrt schon kräftig an den Haaren. Beim Stichwort schnellerer Fahrt noch einmal zurück zur Papierform.

Nach der liegt der Normverbrauch bei 11,7 Litern und damit zehn Prozent niedriger als bislang. Den zu erreichen, wird aber kaum gelingen. Nach einer ambitionierten Fahrt über extrem kurvige Landstraßen zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittswert von 15,9 Litern. So ist das eben, wenn zehn Zylinder befeuert werden wollen, auch wenn bei niedriger und mittlerer Last eine Zylinderbank abgeschaltet wird und der Wagen über ein Start-Stop-System verfügt.

Beides gibt es ebenso wie eine umfangreiche Ausstattung und die charakteristischen Sideblades (in unterschiedlichen Farben erhältlich) in Serie. Zu einem Preis, der mit 179.000 Euro von den Interessenten mindestens die Stärke verlangt, die der Spyder auf die Straße bringt.