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Versicherung wechseln: Kündigungsschreiben als Sparbrief

Versicherung wechseln : Kündigungsschreiben als Sparbrief

Ein stürmischer Herbst steht bevor - zumindest der Kfz-Versicherungsbranche, denn ungezählte Kfz-Versicherungsverträge sind zum Ende des Kalenderjahres kündbar. Der Hauptgrund für einen Wechsel heißt erfahrungsgemäß: Sparen.

Stichtag für den Sparbrief ist der 30. November und so werben landauf-landab Assekuranzen mit verlockenden Angeboten. Doch Vorsicht: Viele Verbraucher machen den Fehler, nur auf den günstigsten Beitrag zu achten, nicht jedoch auf die besten Versicherungsbedingungen. „Der Fehler rächt sich spätestens im Falle eines Schadens“, schildert Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV) in Henstedt-Ulzburg ihre Erfahrungen.

Verbraucher sollten darauf achten, dass im Kleingedruckten folgende Punkte enthalten sind:

  • die Deckungssumme bei der Kfz-Haftpflichtversicherung sollte für Personen-, Sach- und Vermögensschäden mindestens 100 Millionen Euro betrage
  • bei der Kaskoversicherung sollte der Versicherer auf sein quotales Kürzungsrecht bei grob fahrlässiger Herbeiführung des Versicherungsfalls verzichten,
  • auch sollten über die Wildschadenklausel Schäden durch Kollisionen mit Tieren aller Art versichert sein,
  • Schäden durch Marderbisse an Schläuchen und Verkabelung und deren Folgeschäden sollten ebenfalls abgesichert sein. „Grundsätzlich halten wir die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung von 150 Euro in der Teilkasko- sowie 300 Euro oder 500 Euro in der Vollkaskoversicherung für sinnvoll“, ergänzt Bianca Boss die Empfehlungen.

Die Kündigung muss einen Monat vor Ablauf des Versicherungsjahres beim Versicherer eingegangen sein. Sind Kalenderjahr und Versicherungsjahr identisch, muss das Kündigungsschreiben also spätestens am 30. November beim Versicherer vorliegen.

„Daher ist der Versand der Kündigung per Fax am sinnvollsten. Mit dem ausgedruckten Sendebericht der ersten Seite kann erforderlichenfalls die fristgerechte Kündigung nachgewiesen werden“, rät die Fachfrau. Natürlich kann die Kündigung auch per Brief - zweckmäßigerweise per Einschreiben - auf den Weg gebracht werden. Wenn die Frist verpasst wurde, gibt es dennoch Möglichkeiten, aus dem Vertrag zu kommen: Der Versicherer hat den Beitrag erhöht ohne die Leistungen zu verbessern, es ist ein Versicherungsfall eingetreten oder man verkauft das Fahrzeug.

„Wichtig ist, den bestehenden Vertrag erst dann zu kündigen, wenn man woanders auch sicher den benötigen Versicherungsschutz erlangen kann“, gibt Bianca Boss zu bedenken. Zwar muss jeder Versicherer zumindest eine Haftpflichtversicherung anbieten. Die umfasst aber nur die Mindestversicherungssummen aus dem Pflichtversicherungsgesetz. Mit 1,12 Mio. Euro für Sachschäden ist diese viel zu niedrig. Die Kaskoversicherung kann jedoch abgelehnt oder nur mit sehr hohen Selbstbeteiligungen angeboten werden.

(amv)