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Frankfurt: Kia Optima Sportswagon: Gelungener Einstand

Frankfurt : Kia Optima Sportswagon: Gelungener Einstand

Von zehn Mittelklasse-Fahrzeugen werden neun in einer Kombiversion gekauft. Kein Wunder, dass der koreanische Anbieter Kia sich sein Stück von diesem Kuchen abschneiden möchte und den Optima als „Sportswagon“ in die Schaufenster stellt. Der Kombi überzeugt bei seinem Debüt vor allem mit einem üppigen Platzangebot und einer bemerkenswerten Innenraumqualität.

Vorderwagen sowie Innenraum sind mit der Limousine natürlich identisch. Der Grund für die 1000 Euro Mehrpreis (Grundpreis: 37.090 Euro) findet im Fond. Dabei wirkt der Heckabschluss des Kombis dynamischer als die Heckpartie der etwas bieder wirkenden Limousine.

Es fehlt nicht viel, dann hätte sich der Kia Optima Sportswagon sogar ein optimal verdient. Und das wäre vermutlich sogar mit weniger finanziellem Aufwand möglich. Denn es ist das 2000 Euro teure Doppelkupplungsgetriebe (DSG), das nicht wirklich überzeugt. Irgendwie scheint es, als würde diese Art der Kraftübertragung dem hier eingesetzten 141 PS starken 1,7-Liter-Turbodiesel eine Menge Leistung rauben. Das gilt vor allem für den Antritt. Der kräftige Tritt aufs Gaspedal führt nicht zur erwarteten zügigen Beschleunigung, wie es die 340 Newtonmeter (Nm) bereits ab 1750 Touren erwarten lassen.

Bei Ampelstarts oder etwa Überholmanövern dauert es immer eine Weile, bis es flott voran geht. Begleitet von einem leichten Aufheulen des Selbstzünders. Auf dem Papier beschleunigt der Kombi in elf Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und dann maximal bis 203 Kilometer pro Stunde (km/h).

Der 4,86 Meter lange Kia besticht vor allem mit einem enormen Platzangebot. Selbst wenn vorne zwei groß gewachsene Personen auf guten Halt gebenden Sitzen reisen, gibt es auf der Rückbank bemerkenswert viel Beinfreiheit. Das Gepäckabteil hat eine angenehm niedrige Ladekante und fasst 552 Liter. Werden die im Verhältnis 40:20:40 geteilten hinteren Lehnen vorgeklappt (Fernentriegelung), stehen maximal 1686 Liter zur Verfügung - auf einer fast ebenen Fläche. Zudem ist das Ladeabteil praktisch ausgestattet mit einem Schienensystem und sehr variabel durch drei einzeln klappbare Lehnensegmente.

Im Passagierabteil überzeugt der Optima mit einem hochwertigen Interieur. Materialien und Verarbeitung machen einen tadellosen Eindruck. Alles erscheint sauber, routiniert verarbeitet und eingepasst. Der große, hochauflösende Navi-Monitor liegt gut im Blickfeld des Fahrers. Die Schalterleiste in der Mittelkonsole serviert die Tasten für Nebenfunktionen ohne Ablenkung.

Bereits die Serienausstattung beinhaltet neben dem Navi eine Audioanlage samt Bluetooth-Freisprecheinrichtung und USB-Anschlüssen (auch hinten). Zudem sind Klimaanlage und Aluräder im Grundpreis enthalten. Alles ist auf Komfort ausgerichtet.

So, wie das Fahrwerk, mit dem es souverän selbst über schlechte Straßen geht. Eine sportliche Fahrweise aber ist ebenfalls durchaus möglich. Flott gefahrene Kurven sind für den Optima kein Problem. Bei zügigem Tempo jedoch steigt der Verbrauch. Doch mehr als 7,2 Liter zeigt der Bordcomputer trotz flotter Fahrt nicht an. Im Durchschnitt waren es 6,2 Liter (Normverbrauch 4,7 Liter).

Für alle Modelle von Kia gilt die Sieben-Jahre-Herstellergarantie, die gleichlange Mobilitätsgarantie und das ebenfalls sieben Jahre umfassende Navigationskarten-Update. Auch das trägt dazu bei, dass der Optima sich fast ein optimal verdient hat.