E-Mobilität: Kia geht technologieoffen in die Zukunft

E-Mobilität : Kia geht technologieoffen in die Zukunft

Der koreanische Hersteller KIA will sich bei der Entscheidung über zukünftige Antriebstechnik nicht festlegen. Auf der einen Seite werde die E-Mobilität konsequent vorangetrieben, sagt KIA-Geschäftsführer Steffen Cost.

„Gleichwohl werden wir aber weiterhin große Anstrengungen unternehmen, um Benziner und Diesel zu optimieren. Denn noch für lange Zeit wird der überwiegende Teil der Neufahrzeuge mit einem Verbrenner ausgerüstet sein.“

Für Cost ist der reine E-Antrieb nicht immer die beste und sauberste Lösung, so lange ein großer Teil des Stroms aus fossilen Brennstoffen erzeugt wird. Zudem seien Ladeinfrastruktur und Ladefähigkeit der Fahrzeuge noch nicht voll entwickelt. Während für am Stadtrand wohnende Pendler, die zu Hause aufladen können, ein E-Antrieb schon jetzt Sinn machen könnte, seien Langstreckenfahrer mit einem Diesel am besten bedient. Und das vor allem in Kombination mit einem Hybrid- oder Mild-Hybrid-System. Plug-in-Hybride sieht Cost für die Klientel, die in der Stadt emissionsfrei unterwegs sein möchten, aber ab und an auch mal längere Touren unternehmen würden.

Obwohl die meisten Autofahrer statistisch betrachtet im Durchschnitt pro Woche nur um die 260 Kilometer zurücklegen, liegt der Reichweitenwunsch für E-Autos laut einer repräsentativen Umfrage bei 415 Kilometern. Dies spiegelt sich laut Cost bei den Verkaufszahlen für den e-Soul wider, der in zwei unterschiedlichen Batteriestärken angeboten werde. „Der 39,2-kWh-Akku wird so gut wie gar nicht verkauft. Die Kunden entscheiden sich für 64 kWh und damit statt für etwa 270 für um die 450 Kilometer Reichweite.“ Für den e-Niro sieht er die gleiche Entwicklung. „Mit diesen beiden Modellen habe Kia aber immerhin schon jetzt zwei reine E-Fahrzeuge im Angebot. Gut aufgestellt sei die Marke aber in allen Antriebsbereichen.

Für das Modelljahr 2020 wurde der Niro sowohl als Hybrid als auch Plug-in-Hybrid überarbeitet. Der 4,36 Meter lange Wagen in SUV-Optik lehnt sich nun äußerlich an die E-Version an und ist im Passagierabteil deutlich aufgewertet. Unter der Haube werkelt ein 141 PS starker 1,6-Liter-Benziner, der mit einem Sechsstufen-DSG-Getriebe kombiniert ist. Während die elektrische Reichweite des Hybrid (ab 26.990 Euro) mit etwa einem Kilometer zu vernachlässigen ist – hier geht es vor allem ums elektrische Unterstützen des 44 PS-E-Motors beim Starten und Anfahren – fährt der Plug-in-Hybrid (33.990 Euro/E-Maschine mit 61 PS) in der Stadt bis zu 65 Kilometer mit Strom. Letztgenannte Version erfüllt bei Dienstwagenfahrern auch die Vorgaben für die Halbierung des zu versteuernden geldwerten Vorteils. Das Doppelherz sorgt im Fahrbetrieb für schnellen Antritt und Durchzugskraft. Rein elektrisch schafft der Wagen Tempo 120. Zudem können beide Versionen 1,3 Tonnen an den Haken nehmen.

1400 Kilogramm schafft der Kia Sportage 1,6 CRDI mit Frontantrieb und 115 PS, der ebenso wie die Version mit 136 PS und die Zweiliter-Varianten des Selbstzünders jetzt mit einem 48-Volt-Mild-Hybrid-System zu haben ist (115 PS Einstieg ab 25.740 Euro, was 750 Euro Aufpreis bedeutet). Die Technologie mit einem integrierter Zwölf-Volt-Startergenerator ermöglicht eine effektive Energierückgewinnung sowie das frühzeitige Abschalten des Diesels beim Bremsen oder Rollen, was den Verbrauch reduziert.

Steffen Cost kündigt zudem an, dass bis 2025 etwas 25 weitere Modelle und Modellvarianten mit elektrifiziertem Antrieb eingeführt werden. „Ab 2012 werden wir E-Modelle mit 800-Volt-Ladesystem ausstatten, die die Ladeleistung der Ionity-Stationen von 350 Kilowatt voll ausschöpfen können.“ Gemeinsam mit Hyundai ist Kia kürzlich dem europäischen Schnellladenetzwerk von Ionity beigetreten.

(amv)
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