München: Kein heißes Wasser auf die Windschutzscheibe

München: Kein heißes Wasser auf die Windschutzscheibe

Nicht jeder gut gemeinte Rat zum automobilen Leben im Winter ist sinnvoll. Heißes oder gar kochendes Wasser über die Windschutzscheibe zum Abtauen der Scheibe schütten, ist beispielsweise keine gute Idee. „Die Scheibe könnte springen“, warnt Regina Ammel vom ADAC in München. Richtig: kratzen oder Scheibenenteiser benutzen.

Brennspiritus in der Scheibenwaschanlage statt Frostschutzmittel zu füllen, ist auch immer wieder zu hören. Ebenfalls kein guter Rat. „Mit Spiritus allein können nach der Scheibenwischerbenutzung Eiskristalle auf der kalten Scheibe aufblühen und somit die Sicht behindern“, gibt Ammel zu bedenken.

Also handelsüblichen Winterscheibenfrostschutz einfüllen. Der enthält zusätzlich Substanzen gegen die Wiedervereisung. Empfehlenswert ist ein Frostschutzkonzentrat, wobei der Frostschutz bis mindestens minus 20 Grad gewährleistet sein sollte.

Vereiste Türen mit Gewalt öffnen - auf Dauer reißen die Dichtungen, wenn zu viel Kraft angewendet wird, schildert die ADAC-Fachfrau ihre Erfahrungen. Besser ist es, die Dichtungen rechtzeitig mit geeigneten Pflegemitteln behandeln, beispielsweise mit einem Gummi-Pflegestift. Das verhindert das Festfrieren.

Betätigt man die Scheibenwischer, wenn die Wischerblätter noch angefroren sind, kann die Gummilippe abreißen, die Sicherung des Wischermotors durchbrennen oder die Mechanik beschädigt werden. Deshalb empfiehlt es sich vor frostigen Nächten, die Wischerblätter von den Scheiben abzuheben oder mit Enteiser sicherzustellen, dass die Wischerblätter frei ihren Dienst verrichten können. Dafür muss auch die Scheibe eisfrei sein.

In das Kapitel Sicherheit gehört die Kleidungsfrage. Dicke Wintermäntel, flauschige Anoraks und wattierte Babyanzüge können im Auto die Wirksamkeit der Sicherheitsgurte beeinträchtigen. Durch die zentimeterdicke Kleidungsschicht liegt der Gurt nicht stramm und korrekt am Körper an, warnt der ADAC. Der Gurtstraffer, der die Aufgabe hat, den Gurt im Augenblick des Unfalls so straff wie möglich zu ziehen, kann ebenfalls seine Schutzfunktion nicht voll erfüllen.

Besonders problematisch ist dies bei Kleinkindern. Hier kann der Gurt zusätzlich an der meist glatten Oberfläche des Anzugs von der Schulter abrutschen und das Kind wird dann unkontrolliert nach vorne oder zur Seite geschleudert, erklärt Autoclub. Es sei ratsam, dicke Wintermäntel und Thermojacken vor Fahrtantritt abzulegen.

(amv)