Ratschlag rund um den Autoakku: Kampf dem Batterie-Exitus

Ratschlag rund um den Autoakku : Kampf dem Batterie-Exitus

Die Batterie steht bei den Pannenursachen an erster Stelle. Besonders im Winter macht der Energielieferant häufig schlapp, weil sich der Stromverbrauch wesentlich erhöht. Licht, Gebläse und Heckscheiben-Heizung brauchen einfach mehr Energie.

„Wird zudem das Auto überwiegend auf Kurzstrecken gefahren, ist Ungemach vorprogrammiert“, schildert Karsten Graef von TÜV Süd in München seine Erfahrungen. Und auch so manchen Ratschlag rund um den Autoakku hält er für inzwischen überholt. „Mit einem Säureheber den Ladezustand der Batterie zu messen, ist bei modernen Akkus nicht mehr möglich“, urteilt er, „und ebenfalls der Ratschlag, den Stromspender mit eigenem Ladegerät auf Vordermann zu bringen, ist in den meisten Haushalten nicht möglich. Wie soll das in einer Etagenwohnung funktionieren?“ Ebenso wenig praktikabel ist der Rat, eine Runde um den Block zu fahren, um eine leere Batterie zu laden. „Will man eine völlig leere Batterie komplett vollladen, braucht es dazu schon eine ordentliche Wegstrecke. Bei modernen Autos lädt die Lichtmaschine meist nur im Schubbetrieb; abgesehen davon sind die hier erzeugten Emissionen absolut unnötig“, weiß der Fachmann.

Aber ein bisschen Batteriepflege ist schon möglich. Die Lebensdauer einer Autobatterie beträgt erfahrungsgemäß zwischen vier und fünf Jahre. Für die Leistungsfähigkeit des Akkus ist der aktuelle Ladezustand und die Speicherkapazität entscheidend. Wie es darum steht, kann man nur mit speziellen Messgeräten erkennen. „Das Batteriegehäuse selbst sollte sauber gehalten werden. Die Pole und Anschlussklemmen können Sie mit Batteriepolfett konservieren“, beschreibt der TÜV Süd-Fachmann, was in eigener Regie erledigt werden kann. Beides dient dem Korrosionsschutz der metallischen Pole und verhindert Kriechströme oder Übergangswiderstände zwischen den Polen und den Anschlussklemmen.

Zum Pflegeprogramm für den Stromspender gehört zudem, vor dem Start alle unnötigen Verbraucher erst einmal abzustellen. Ein moderner Ottomotor braucht allein als Grundlast für Zündung, Kraftstoffpumpe, Einspritzdüsen und Motor-Management etwa 400 Watt. Zusätzlich werden als weitere Dauerverbraucher zwischen 100 und 500 Watt für Lüftung und Klimatisierung benötigt. Dazu addieren sich für Beleuchtung, Radio und Heizgebläse bis zu 1000 Watt. Da ist die Leistungsfähigkeit so mancher Generatoren bereits erreicht.

Kommen noch weitere Kurzzeitverbraucher wie Fensterheber, Scheiben- und Sitzheizungen hinzu, fällt die Ladebilanz vor allem im Kurzstreckenverkehr sehr schlecht aus. „Das bedeutet, es kann sogar sein, dass mehr Strom für die Verbraucher benötigt wird, als der Generator zur Verfügung stellen kann und kein Strom zur Ladung der Batterie mehr übrigbleibt. Die Batterie wird also nicht geladen, sondern entladen“, erläutert Graef den technischen Hintergrund. Auch aus einem weiteren Grund sollte man den Einsatz der diversen elektrischen Verbraucher überdenken. Durch den erhöhten Strombedarf steigt auch der Kraftstoffverbrauch. „Wenn die Lichtmaschine mehr Strom an die Batterie liefern muss, muss auch der Motor mehr Kraft aufwenden. Die Faustformel ist: 100 Watt bedeuten etwa einen Mehrverbrauch von 0,1 Liter je 100 Kilometer“, gibt der TÜV Süd-Fachmann zu bedenken.

(amv)
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