1. Leben
  2. Auto

München: Kaltstarts mögen Motoren überhaupt nicht

München : Kaltstarts mögen Motoren überhaupt nicht

Kaltstarts mögen Motoren überhaupt nicht. Dann ist das Motoröl noch dickflüssig und zäh. „Wenn der Mensch am Steuer nun ungehemmt auf das Gaspedal drückt, ist übermäßiger Verschleiß vorprogrammiert“, warnt Patrick Pöppl von TÜV Süd in München. Deshalb sollte man insbesondere in der kalten Jahreszeit auf das richtige Öl achten und den Wagen schonend starten.

Moderne Autos brauchen Synthetik-Öl. Das besitzt bessere Wintereigenschaften als Mineralöl, ist aber dennoch bei Kälte in seinen Qualitäten beeinträchtigt. Entsprechend sollte man auf die Viskositätsangaben achten, wenn man beispielsweise Öl nachkauft.

„Bei den heute üblichen Mehrbereichsölen werden zwei Zahlen angegeben, wie beispielsweise SAE 10W-40“, erläutert der TÜV Süd-Fachmann: „Die Zahl vor dem W beschreibt die Fließeigenschaften des Öls bei Kälte. Je kleiner die Ziffer ist, desto schneller kann das Motoröl bei niedrigen Temperaturen die wichtigen Schmierstellen im Motor erreichen.“ Die Angaben vor dem W reichen von null bis 25. Null gibt dabei die höchste Winterfestigkeit an, das Öl ist dann noch unter minus 30 Grad Celsius flüssig. Bei einem 5W ist bis etwa minus 25 Grad flüssiger Betriebszustand zu erwarten, 15W hält seine Fließfähigkeit bis minus 10, ein 25W-Öl ist nur bis minus fünf Grad im normalen Betriebszustand geeignet.

Die Zahl hinter dem W gibt die Wärmeeignung bei Plusgraden an. Heute werden hauptsächlich Mehrbereichsöle verkauft, die durch Zusatz von Additiven sowohl bei Minus- als auch Plusgraden eine optimale Fließfähigkeit gewährleisten. Die Temperaturspannen über null Grad werden mit 16 für sehr dünnflüssig bis zu 60 angegeben. Zum Beispiel kann ein Motoröl mit der Kennzeichnung 0W-40 im frostigen Winter bei minus 30 Grad, aber auch im Sommer eingesetzt werden. Welche Ölsorte für den Motor vorgeschrieben ist, beziehungsweise die Mindestanforderungen des Herstellers erfüllt, steht in der Betriebsanleitung.

Achtung: Manche Automobilhersteller begnügen sich nicht damit, dass das geforderte Motorenöl bestimmte internationale Klassifikationen und Spezifikationen erfüllt, sondern stellen zusätzlich herstellerspezifische Anforderungen (erweiterte Prüfungen) an dessen Leistungsfähigkeit. Festgelegt wird dies in firmenspezifischen Normen, beispielsweise „VW-Norm 504 00“. „Ist das Öl vom Autohersteller freigegeben, kann man getrost zur günstigsten Dose greifen“, schildert Pöppl seine Erfahrungen.

Die richtige Öl-Qualität ist deshalb so wichtig, „weil die Fertigungstoleranzen der Motoren so gering sind, dass dickflüssiges Öl nicht an alle Schmierstellen gelangt, wenn der Motor eiskalt ist“, weiß der TÜV Süd-Fachmann und rät: „Auch moderne Motoren brauchen einen vorsichtigen Kaltstart.“ Der sieht so aus: „Den Motor beim Kaltstart nicht hochdrehen lassen, sondern möglichst behutsam mit dem Gaspedal umgehen. Auf den ersten 15 Kilometern möglichst wenig Motorleistung abrufen. Erst dann ist das Öl so warm, dass höhere Drehzahlen unschädlich sind“, legt Pöppl Autofahrern ans Herz.

(amv)