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Kronberg: Jaguar XE 2.0 d R-Sport: Sportliche Alternative

Kronberg : Jaguar XE 2.0 d R-Sport: Sportliche Alternative

Der Jaguar XE ist derzeit der Bestseller im Portefeuille der britischen Traditionsmarke. Wie seine süddeutschen Konkurrenten ordnet er sich im Premiumsegment ein und präsentiert sich als Alternative zum Audi A4, BMW 3er und Mercedes C-Klasse.

Traditionsgemäß bietet die Mittelklasse-Limousine sportlich-agilitätsfördernden Heckantrieb. Sportliche Fahrdynamik verheißt auch der optische Auftritt: langer Radstand, flacher Aufbau sowie kurze Überhänge. Ohne Frage ist der Jaguar XE ein Hingucker.

Sein augenscheinliches Versprechen löst er im Fahrbetrieb gut ein. Der 180 PS starke Dieselmotor gewährleistet in Zusammenarbeit mit der sanft- und treffsicher-agierenden Achtgangautomatik gute Fahrleistungen. Der Jaguar beschleunigt in 7,8 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht laut Datenblatt eine Spitzengeschwindigkeit von 231 Kilometer pro Stunde (km/h).

Wird das vorhandene Leistungspotenzial nicht sinnfrei ausgereizt, meldet der Bordcomputer Verbrauchswerte um 7,2 Liter. Allerdings ist der Selbstzünder, der zur Einhaltung der Emissionswerte auf die Zugabe von AdBlue setzt, kein ausgesprochen leiser Geselle und macht bei niedrigem Tempo akustisch auf sein physikalisches Arbeitsprinzip aufmerksam.

Selbst bei forcierter Kurvenfahrt fühlt sich der XE dank des gewichtsreduzierenden Einsatzes vom Aluminium verblüffend leicht an, folgt mit seiner elektromechanischen Lenkung prompt und sicher dem fahrerischen Willen. Der XE untersteuert nicht, bleibt in der Kurvenmitte höchst stabil und gleitet dank adaptiver Stoßdämpfer wunderbar sanft dahin.

Trimmt man das Fahrwerk per Tastendruck vollends auf Fahrdynamik, schmälert sich gewolltermaßen der Fahrkomfort, dafür aber zeichnen bei forcierter Kurvenfahrt leichte Heckschwenks so manchem Fahrer ein Grinsen ins Gesicht. Ebenfalls auf Topniveau zeigt sich die Bremse.

Bei unliebsamen Querfugen auf der Autobahn oder etwa Kopfsteinpflaster beweist der Jaguar ebenfalls seine Premiumqualität und schirmt seine Insassen angenehm von Unzulänglichkeiten des Straßenbaus ab. Unterstützt wird dieser Eindruck von den Sportsitzen.

Sie sind straff gepolstert und geben dank aufragender Seitenwangen einen ordentlichen Halt. Hohe Attraktivität bietet der XE ebenso im Innenraum mit einem gekonnten, teils edlem Materialienmix. Allerdings geht es vergleichsweise eng zu.

Die coupéhafte Silhouette fordert ihren Tribut und die gebotene Rundumsicht aus der Fahrerperspektive macht die Einsatz des 360-Grad-Kamerasystems sowie Parkpiepsern zu einem Muss. Etwas Einarbeitungszeit verlangt das Infotainmentsystem. Auf dem acht Zoll großen Touchscreen in der Mittelkonsole werden zahlreiche Funktionen gebündelt, nicht immer in logischer Reihenfolge, wie beispielsweise die Regulierung der Sitzheizung.

Ein nettes Gimmick ist der rot aufleuchtende Starterknopf, nachdem man den Fahrersitz geentert hat. Für die Basisversion des XE möchte Jaguar 40.350 Euro. Damit ist der Viertürer beileibe nicht karg ausgestattet. Doch ganz nach Vorbild der Konkurrenz lässt sich der Preis kräftig anheben, etwa mit Premium-Fußmatten für 120 Euro über diverse Komfortpakete, ein 380 Watt-Soundsystem oder schwarz lackierte 19-Zöller.

Damit wird dann die Preisgrenze von 60.000 Euro geknackt. Viel wichtiger dürfte aber für den, der es sich erlauben kann, der Umstand sein, dass er sich in seiner Eigenheimsiedlung als Individualist ausweist.

(amv)