Kronberg: Jaguar F-Pace: Auf ihm ruhen Hoffnungen

Kronberg: Jaguar F-Pace: Auf ihm ruhen Hoffnungen

SUVs sind in und in diesem boomenden Marktsegment möchte Jaguar nun auch mitgeigen. Das Modell zum Zweck heißt F-Pace und wird nach Ansicht von Deutschland-Chef Peter Modelhart in Zukunft das meistverkaufte Modell der Marke sein. Mehr noch, Modelhart hofft, dass 90 Prozent der Käufer Neukunden sein werden und sich der Kundenstamm insgesamt verjüngt. Die Hoffnungen können sich erfüllen, denn ohne Zweifel ist Jaguar mit dem F-Pace technisch wie optisch ein gelungener Wurf geglückt.

Auf einer Länge von 4,73, einer Breite von 1,94 und einer Höhe von 1,65 Metern steht den Passagieren Platz satt zur Verfügung. Grund dafür ist vor allem der Radstand von 2,87 Metern. Der ermöglicht enorme Beinfreiheit für die Mitfahrer auf der Rückbank. Und auch über dem Scheitel ist jede Menge Luft. Dazu kommt ein Kofferraumvolumen, das bei voller Sitzplatzbelegung noch 650 Liter fasst. Werden die hinteren Lehnen vorgeklappt (im Verhältnis 40:20:40), stehen über einer fast ebenen Fläche 1740 Liter zur Verfügung.

Das kann sich mehr als sehen lassen. Ebenso, wie eine niedrige Ladekante und die weit öffnende Heckklappe oder die großen Türfächer, in die selbst eine große Wasserflasche passt. Übersichtlich gestaltet ist der Armaturenträger mit einem 12,3 Zoll großen und frei konfigurierbaren Instrumentendisplay sowie einem acht Zoll großen Touchscreen, über den sich unter anderem das hochmoderne Infotainment-System mit bester Konnektivität bedienen lässt.

Die Materialauswahl ist unternehmensüblich hochwertig, die Sitze sind bequem und bieten guten Halt. Für den Anfang stehen drei Motoren zur Wahl. Einstiegsaggregat ist der Zweiliter-Diesel (180 PS), der seine Kraft über ein Sechsgang-Getriebe an die Hinterachse leitet (42 390 Euro). Sowohl Allradantrieb (AWD, 2600 Euro) als auch eine Achtgang-Automatik (2500 Euro/aber nur mit AWD) sind optional erhältlich.

Schon dieser Selbstzünder zieht mit seinen 430 Newtonmetern (Nm) kraftvoll durch und zeigt in allen Tempobereichen oder auf steilen Bergpassagen, dass es ihm leicht fällt, den mit etwa 1,7 Tonnen vergleichsweise leichten F-Pace in Schwung zu halten. Der große V6-Dieselbruder mit drei Litern Hubraum, 300 PS und 700 Nm (57.690 Euro/Allrad und Automatik in Serie) stellt die Basis aber klar in die Schatten. Antritt, Durchzug und Laufruhe sind klasse.

Da kommt auch der 380 PS starke Dreiliter-V6-Kompressor-Benziner (59.010 Euro/AWD/Allrad) nicht heran. Generell gelungen ist die Abstimmung des Fahrwerks, das ein ausreichendes Maß an sportlicher Fahrweise zulässt, sich aber ebenso auf schlechter Wegstrecke großartig hält. In normalen Fahrbetrieb ist der F-Space wie ein Hecktriebler unterwegs. Falls notwendig stellt die Elektronik mit einem Wimpernschlag auf eine Drehmomentverteilung von bis zu 50:50 um.

Das aber ist nicht alles. Der erste SUV von Jaguar kann auch richtig Gelände, kommt dabei ganz nahe an die Modelle der Markenschwester Land Rover heran, von deren Geländekompetenz Jaguar offensichtlich profitiert hat. So bewältigt er schier mühelos beeindruckende Steigungen und Gefällstrecken mit einem automatischen Fahrprogramm, das selbst ungeübten Fahrern Geländetripps ermöglicht, selbst wenn sie das erfahrungsgemäß kaum tun werden.

Andererseits bringen selbst scharf gefahrene S-Kurven oder Ausweichmanöver den Jaguar-SUV nicht aus der Ruhe, und er dokumentiert so den sportlichen Anspruch der britischen Nobelmarke. Alles gute Voraussetzungen um Peter Modelharts Hoffnungen Realität werden zu lassen.

(amv)
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