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Mazda 3 Skyactiv: In jeder Hinsicht außergewöhnlich

Mazda 3 Skyactiv : In jeder Hinsicht außergewöhnlich

Die vierte Generation des Mazda 3 ist optisch ein echter Farbtupfer im so genannten Golf-Segment. Technisch überzeugt der Skyactiv-X-Motor: Der Zweiliter-Benziner nutzt die Vorteile der von Dieselmotoren bekannten Kompressionszündung.

Doch zunächst einmal zurück zum Design. Der 3er wirkt mit seiner klaren, fließenden Linienführung wie hingegossen. Stoßfänger gibt es vorn gar nicht, hinten eher angedeutet. Auf eine muskulöse Schulterpartie haben die Gestalter ebenso verzichtet wie auf kraftvoll herausgearbeitete Radhäuser. Vor allem bei Sonnenschein spiegeln sich Licht und Umgebung sowohl in der lang gestreckten Motorhaube als auch in den schnörkellosen Flanken. Auffällig zudem, die flach verlaufenden A-Säule sowie das coupéartig geschnittene Dach.

Das schicke Design hat allerdings seinen Preis. So fallen die hinteren Seitenscheiben sowie das Heckfenster sehr klein aus, lassen wenig Licht in den Innenraum. Erheblich problematischer aber sind die engen Türausschnitte für die Fondpassagiere. Beim Ein- und Aussteigen ist eine besondere Technik notwendig, um sich nicht den Kopf anzuschlagen. Raum für die Beine sowie über dem Scheitel ist für Passagiere auf der Rückbank ausreichend vorhanden.

Der Kofferraum fällt mit 358 Liter (1026 Liter sind es, wenn die im Verhältnis 60:40 geteilten hinteren Lehnen vorgeklappt werden) nicht gerade üppig aus. Vorne rückt der Fahrer mehr denn je ins Zentrum. Vom Platz am Steuer aus liegt alles bestens im Blick und die Bedienelemente sind einfach sowie schnell zu erreichen. Lenkrad, Pedalerie sowie Sitze liegen in einer geradezu perfekten Linie. Da die Verstellbarkeit des Lenkrads in der Tiefe nochmals um 20 Millimeter vergrößert, die Sitzhöheneinstellung verbessert wurde und eine Neigungseinstellung der Sitzfläche serienmäßig vorhanden ist, kann der Fahrer die für ihn angenehmste Position leichter finden. Zudem hat Mazda die Sitze komplett neu konstruiert, um eine möglichst natürliche Haltung während der Fahrt, gute Beckenunterstützung und einen geringen Einfluss von Fahrzeugschwingungen zu gewährleisten. Im Vergleich zum Vorgänger viele Änderungen und Verbesserungen, die in Summe das Fahren angenehmer machen.

Die Anzeigen im Sieben-Zoll-Display des Kombiinstruments sind klar und übersichtlich. Aus der Mitte des Armaturenträgers – hier ist die Zahl der Schalter weiter reduziert worden - ragt ein 8,8-Zoll-Display, auf dem unter anderem Infos des Navigations- samt des Audiosystems abzulesen sind. Beides ist ebenso serienmäßig wie ein Head-up-Display, das die Anzeigen in die Frontscheibe projiziert. Überhaupt hat Mazda dem 3er ein sehr umfangreiches Ausstattungspaket geschnürt. So gibt es Voll-LED-Scheinwerfer, beheizbare Außenspiegel, Klimaanlage, Apple Car Play und Android Auto, Freisprecheinrichtung, USB-Anschluss, Sportlederlenkrad und 16-Zoll-Aluräder.

Extra zu bestellen und mithin zu bezahlen ist indessen das 180 PS starke 2,0-Liter-Skyactiv-X-Triebwerk. Der Motor, kombiniert mit einem leichtgängigen und gut abgestimmten Sechsgang-Getriebe, vereint aufgrund eines neuen Brennverfahrens die Effizienz eines Diesels mit den Vorzügen eines Benziners. Ansprechverhalten und Durchzug des Skyactiv-X sind so richtig gut. Zudem läuft der Motor leise und laufruhig. Lediglich bei hohen Drehzahlen werden die Arbeitsgeräusche deutlich vernehmbarer, bleiben aber immer noch in einem durchaus vertretbaren Bereich. Das gilt ebenso für den Verbrauch. Im WLTP-Zyklus wird der mit 6,5 Litern angegeben. Bei einem ausgeglichen Mix aus Stadtverkehr, Landstraßen- und ziemlich zügig gefahrenen Autobahnabschnitten zeigte der Bordcomputer 7,4 Liter an.

Überzeugend zudem die Abstimmung des Fahrwerks. Die Spreizung zwischen Sportlichkeit und Komfort haben die Techniker gekonnt hinbekommen. Zügige Kurvenfahrten oder schnelle Ausweichmanöver bei hohem Tempo meistert der Mazda3 souverän. Kaum Stöße oder Schläge sind im Innenraum zu spüren, wenn die Fahrt über ramponierte Straßen geht. Das trägt zum Wohlbefinden an Bord ebenso bei wie die ergonomische Ausrichtung des Innenraums sowie das umfangreiche Serienpaket. Das alles gibt es zu einem Preis von derzeit 22.703 Euro (16 Prozent Mehrwertsteuer). Auch das ist ebenso außergewöhnlich wie überzeugend.

(amv)