Paris: In Frankreich gilt künftig Tempo 80 auf Landstraßen

Paris: In Frankreich gilt künftig Tempo 80 auf Landstraßen

Im Kampf gegen die hohe Zahl von Verkehrstoten wird das Tempolimit auf Frankreichs Landstraßen von 90 auf 80 Kilometer pro Stunde (km/h) gesenkt. Die Maßnahme tritt am 1. Juli in Kraft, kündigte Premierminister Edouard Philippe in Paris an.

Hintergrund: Während etwa Deutschland zuletzt einen historischen Tiefststand bei den Todesfällen im Straßenverkehr verzeichnen konnte, ist in Frankreich die Zahl der tödlichen Unfälle drei Jahre in Folge gestiegen, auf knapp 3500 im Jahr 2016. Dabei ereignete sich mehr als die Hälfte der tödlichen Unfälle auf Landstraßen mit jeweils nur einer Spur.

Die Absenkung des Tempolimits betrifft zweispurige Straßen ohne trennenden Mittelstreifen. Das sind in Frankreich insgesamt rund 400.000 Straßenkilometer. Strecken, bei denen in jede Richtung zwei Spuren führen, sind von der Maßnahme ausgenommen. Hier bleibt es beim bisherigen Limit von Tempo 90.

Im Sommer 2020 soll die Unfallentwicklung analysiert werden, um die Wirkung des Tempolimits zu überprüfen. Unter Frankreichs Autofahrern ist das neue Limit höchst umstritten. Laut einer Umfrage sind 59 Prozent der Franzosen gegen die Absenkung der Höchstgeschwindigkeit.

Doch nicht nur an der Temposchraube dreht die französische Regierung, um die Unfallzahlen zu senken. Wer etwa Handynachrichten am Steuer liest und dadurch zu einer Gefahr wird, soll künftig seinen Führerschein verlieren können.

Eine weitere Überlegung: wer bereits mit Alkohol am Steuer aufgefallen ist, muss künftig im Auto vor dem Start per Alkoholtest seine Fahrtüchtigkeit nachweisen. Einige Hersteller bieten bereits eine Einrichtung im Auto an, die folgenschwere Alkoholfahrten verhindern soll.

(amv)
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