München: In Baustellen die Ruhe bewahren

München: In Baustellen die Ruhe bewahren

Autobahnbaustellen kosten viel Zeit und Geduld. Verengte Fahrbahnen, geänderte Verkehrsführung und die hohe Staugefahr machen die Bereiche zu besonders gefährlichen Abschnitten. Eine Vielzahl an Verkehrsschildern, Tempolimits, Ein- und Ausfahrten, Gegenverkehr nur eine Fahrbahnmarkierung weit entfernt, blinkende Verkehrsführungssignale - unter solchen Bedingungen geraten nicht wenige Autofahrer in Stress.

Bei Nacht und Regen spitzt sich die Situation noch zu. Eberhard Lang von TÜV Süd in München empfiehlt in erster Linie Gelassenheit: „Gerät der Autofahrer im Baustellenbereich in eine brenzlige Situation, bleibt kaum Platz, zu reagieren. Deshalb heißt es auf Baustellen in erster Linie: Ruhe bewahren.“

Häufigste Unfallursache auf Autobahnbaustellen ist überhöhte Geschwindigkeit. Zum Vergleich: Von 1288 Unfällen mit Verletzten im Baustellenbereich 2015 sind 393 auf zu schnelles Fahren zurückzuführen. Dabei bringt Rasen, wenn es eng wird, kaum einen Zeitvorsprung. Rechenbeispiel: Wer bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 Stundenkilometern mit 100 Sachen unterwegs ist, braucht für eine Strecke von zehn Kilometern sechs statt siebeneinhalb Minuten.

Hinzu kommt, dass die höhere Geschwindigkeit auf den verengten Spuren und bei starkem Verkehr kaum durchzuhalten ist und zusätzlichen Stress verursacht. „Gerade auf Baustellen heißt es, Fuß vom Gas und die Tempo-Limits befolgen“, legt Lang Autofahrern ans Herz.

Besonders im Baustellenbereich immer wieder zu beobachten sind Drängler, die versuchen, die linke Spur „freizumachen“. Dabei lassen enge Fahrspuren und unübersichtliche Verkehrssituationen kaum Platz für Ausweichmanöver und ausreichend schnelle Reaktionen. Hinzu kommt, dass Fahrzeuge auf so genannten Straßenverschwenkungen mehr Platz benötigen - besonders hier ist ausreichend Abstand alternativlos. Deshalb im Nadelöhr auf ausreichenden Abstand achten.

Weil die linke Spur oft auf zwei Meter Breite reduziert ist, wird es bei Überholvorgängen ziemlich eng. Vor allem dann, wenn man beispielsweise Omnibusse oder Lastwagen passieren will. Eberhard Lang empfiehlt daher allen, die sich bei solchen Manövern unsicher fühlen, auf die rechte Spur zu wechseln bis die Baustelle vorüber ist.

Werden Straßenabschnitte erneuert, wird aus Platzmangel meist auf den Standstreifen verzichtet. Deshalb bei einer Panne versuchen, eine Nothaltebucht zu erreichen. Ist dies nicht möglich, Warnblinkanlage einschalten und das Auto am rechten Fahrbahnrand abstellen. Dann heißt es Warnweste anziehen, das Fahrzeug auf der dem Verkehr abgewandten Seite verlassen und sich hinter der Fahrbahnabsperrung in Sicherheit bringen. Auf dem Weg zum Aufstellen des Warndreiecks andere Verkehrsteilnehmer per Handzeichen warnen. Wegen des erhöhten Unfallrisikos auf jeden Fall die Polizei verständigen.

(amv)
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