Frankfurt: Hyundai i30: Selbstbewusster Auftritt in der Kampfzone Kompaktklasse

Frankfurt : Hyundai i30: Selbstbewusster Auftritt in der Kampfzone Kompaktklasse

Hyundais Deutschland-Geschäftsführer Markus Schrick macht Erfolg unter anderem daran fest, dass Kunden keine Erklärung mehr abgeben müssen, warum sie sich für seine Marke entscheiden. In Sachen Design und Preis-Leistungsverhältnis punktet der koreanische Autobauer schon seit geraumer Zeit. Mit dem neuen i30 setzt der Importeur jetzt dazu noch in Sachen Sicherheit ein Zeichen.

Eine lang gestreckte Motorhaube mit dem markentypischen Kühlergrill, die etwas nach hinten versetzte A-Säule sowie eine markante Linie, die sich um das gesamte Fahrzeug zieht - all das sorgt für einen ebenso eleganten wie dynamischen Auftritt, mit dem man sich überall sehen lassen kann. Mit einer Länge von 4,34 Metern ist die dritte Generation des Kompaktwagens gerade einmal um vier Zentimeter länger geworden.

Doch 9,5 Zentimeter inklusive der Spiegel mehr an Breite (1,80 Meter) bei einem Zentimeter weniger Dachhöhe und einem identischen Radstand wie zuvor (2,65 Meter) lassen den Viertürer deutlich größer als bisher wirken. Vor allem aber bescheren diese Abmessungen den Insassen ein für dieses Segment durchaus großzügig bemessenes Umfeld. Allein die Schulterfreiheit vorne hat um sieben Zentimeter zugelegt. Knie- und Kopffreiheit sind auf allen Plätzen ebenfalls tadellos.

Das Plus an Raumgewinn haben die in Rüsselsheim beheimateten Designer durch eine horizontale Auslegung der Instrumententafel zusätzlich betont. Moderne Instrumente, hochwertig wirkende Materialien und eine intuitive Bedienung unterstreichen die Alltagstauglichkeit. Die neuen, bequem geschnittenen Sitze lassen sich auf Wunsch belüften (1450 Euro als Teil der Lederausstattung) - in diesem Segment keine Selbstverständlichkeit. Über Apple-Carplay oder Android-Auto lassen sich Smartphones schnell verbinden. Ab der Ausstattungsversion Style ist zudem kabelloses Laden serienmäßig mit an Bord, nützlich, aber bisher noch nicht für alle Handymarken nutzbar.

Mit einem Ladevolumen von 395 Litern (plus 15) ist der Kofferraum gut nutzbar. Zum Vergleich: 272 Liter sind es beim VW Golf, 370 Liter beim Opel Astra. Nur eine kleine Stufe muss beim Be- und Entladen überwunden werden. Klappt man die Lehnen der Rücksitzbank um, entsteht eine nahezu ebene Ladefläche mit 1301 Litern Kapazität.

Auf der Motorenpalette mit drei Benzinern und drei Dieseln feiert ein ganz neuer 1,4-Liter-Turbobenziner im i30 seine Premiere. Mit 140 PS und einem maximalen Drehmoment von 242 Newtonmetern (Nm) bei nur 1500 Umdrehungen agiert der Vierzylinder antrittsstark und spritzig, ohne dabei irgendwie aufgeregt zu sein. In 8,9 Sekunden (DSG 9,2 Sekunden) erreicht die Tachonadel laut Hyundai die Tempo-100-Marke. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 Kilometern pro Stunde an. Im Vergleich zum 135 PS starken 1,6-Liter-Vorgänger-Aggregat soll der neue Turbo mit durchschnittlich 5,5 Litern etwa acht Prozent weniger als der Neuzugang verbrauchen. Bei ersten Fahreindrücken zeigte der Bordcomputer trotz ruhiger Fahrtweise aber knapp sieben Liter an.

Mit einem Normverbrauch zwischen 3,8 und 4,1 Litern sind die drei 1,6-Liter-Diesel angegeben, die es in den Leistungsstufen 95 PS, 110 PS sowie 136 PS gibt. Das maximale Drehmoment von 280 Nm liegt ebenfalls bei allen bei 1500 Umdrehungen an. Allerdings gibt der Selbstzünder etwas rauere Arbeitsgeräusche von sich. Und er ist gegenüber dem erst ab der dritten Ausstattungsstufe „Trend“ lieferbaren 1,4-T-GDI (22.350 Euro) 700 Euro teurer.

Knapp kalkuliert wurde der Preis. Mit 17.450 Euro ist der Einstiegs-i30 400 Euro günstiger als etwa der Golf. Mit Fernlichtassistent, Lichtsensor, Alarmanlage, Klimaanlage, Radio, Multifunktionslenkrad, Tempomat ist der koreanische Konkurrent bereits in der Basis sehr gut ausgestattet. City-Notbrems-Assistent, Müdigkeitserkennung und aktiver Spurhalteassistent gehören zum Sicherheitsstandard. Apropos Spurhalteassistent: in den höheren Ausstattungen warnt das System nicht nur vor einem unbeabsichtigten Verlassen der Spur beziehungsweise lenkt den Wagen zurück.

Es hält den i30 auch für einige Zeit ohne eigenes Eingreifen zwischen den Abgrenzungslinien. Zusammen mit der adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage (1150 Euro/ab Trend), die automatisch abbremst und beschleunigt sowie den Abstand zum Vordermann konstant hält ist so schon eine Art autonomes Fahren möglich. Die Fachsimpelei über derartige Technologien macht sicher mehr Spaß als die Rechtfertigung, warum es ein Hyundai ist.

(amv)