Ein „geräuschlosen Etwas“: Honda CR-V auf eigenen Wegen

Ein „geräuschlosen Etwas“ : Honda CR-V auf eigenen Wegen

Es ist doch schön, wenn man seinen Nachbarn beispielsweise glücklich machen kann. Und wenn es mit so einfachen Mitteln wie einem „geräuschlosen Etwas“ ist, das um die Ecke kommt. Hinter dieser Überraschung steckt der Honda CR-V Hybrid. Und der kompakte SUV hat noch mehr Ungewöhnliches zu bieten.

„Auf dem Beifahrersitz bitte anschnallen“ tönt eine sanfte Stimme durch das Passagierabteil, wenn der Gurt nicht schon vor Fahrtantritt angelegt wird. Das ist nicht nur deutlich freundlicher und überzeugender als jedes nervige Piepen. Es zeugt ebenso davon, dass Honda gerne eigene Wege geht. Dazu gehört auch die Bereitschaft, den 4,60 Meter Wagen mit einem ganz anderen Hybrid-System auszustatten als die Wettbewerber. Zu dem so genannten seriellen Voll-Hybrid gehören zwei E-Motoren, von denen einer als Generator zur Speicherung der rekuperierten Energie dient. Hauptakteur ist das zweite E-Aggregat, das bis zu 184 PS und ein maximales Drehmoment von 315 Newtonmetern liefert. Zwischen 80 und 120 Kilometern in der Stunde (km/h) oder je nach Batterieladezustand steuert der Zweiliter-Benziner seine Leistung von 145 PS anteilig bei.

Wie die Antriebsleistung verteilt wird, entscheidet die Bordelektronik. Drei Betriebsmodi sind möglich. Ohne besonderes Zutun des Fahrers ist der so genannte Hybrid Drive aktiv. Der Benziner läuft dann vorwiegend im verbrauchsgünstigsten Bereich bei 2000 Touren. Beim Rollen, Bremsen, bei geringer Geschwindigkeit oder auf Tastendruck schaltet das System in den EV Drive und fährt rein elektrisch. Quasi schwebend, wie die Nachbarn anmerken. Dann bezieht die E-Maschine ihre Energie aus der Lithium-Ionen-Batterie. Bei hohem Tempo oder Beschleunigen schaltet das System übergangslos in den Modus Engine Drive. Eine Überbrückungskupplung schafft dann eine direkte Verbindung zwischen Benziner und Rädern. Schaut man auf den Gesamtverbrauch, dann funktioniert das System zumindest bei gleichmäßiger Fahrweise bis Tempo 140 und einem großen Anteil Stadt- und Landstraßenverkehr gut. Es ist erstaunlich, wie leicht es gelingt, den immerhin 1,7 Tonnen schweren CR-V mit weniger als sechs Litern im Durchschnitt (laut NEZF 5,5 Liter) zu bewegen. Gegen höheres Tempo sprechen außer einem deutlich erhöhten Spritbedarf sowohl der jaulende Ton des Ottomotors als auch der Widerstand, der sich beim Druck aufs Gaspedal aufbaut. Es braucht dann tatsächlich den „Bleifuß“, um das Pedal über diesen Punkt zu bringen.

Honda verzichtet bei seiner Antriebstechnik auf ein Getriebe. Per Druckknopf wird zwischen P, N und D gewählt, um rückwärts zu fahren, an einem Schalter gezogen. Auch das ist eine ungewöhnliche, aber durchaus praktikable Lösung. Zumal die Bedienelemente bequem und für den Fahrer gut erreichbar in der erhöht angesiedelten Mittelkonsole liegen.

Fahrwerkstechnisch sind Federung und Dämpfung eher auf Komfort denn auf sportliche Fortbewegung ausgelegt. Das gilt ebenso für die Lenkung, die bei zügiger Kurvenfahrt ein klein wenig zu indirekt wirkt. Dessen ungeachtet lässt sich das Auto aber durchaus noch flott bewegen.

Das Platzangebot im Passagierabteil ist reichlich bemessen, so dass selbst groß gewachsene Mitfahrer auf der Rückbank bequem reisen können. Die Achtfachverstellung des Fahrerplatzes ermöglicht eine wirbelsäulenfreundliche Position. Die verarbeiteten Materialien machen einen wertigen Eindruck. Die Bedienung der Instrumente ist selbsterklärend. Sehr angenehm sind die diversen Ablagemöglichkeiten im Innenraum. Krimskrams wie Schlüssel und Handy lassen sich so gut verstauen. Das Volumen des Kofferraums reduziert sich aufgrund der unter dem Ladeboden platzierten Batterien von 561 Litern eines Benziners auf 497 Liter (maximal 1638 Liter). Nutzerfreundlich können die Lehnen der Rücksitzbank über Hebel an den Seiten des Gepäckabteils umgelegt werden. So ergibt sich auf einfache Weise eine komplett ebene Ladefläche. Die elektrische Bedienung der Ladeklappe macht sich im Alltag ebenfalls positiv bemerkbar.

Die Ausstattung Executive kann sich mit unter anderem einem umfassenden Sicherheitspaket inklusive Querverkehrswarner, LED-Scheinwerfern, Headup-Display, Panorama-Glas-Hubdach und 18-Zoll-Alurädern zum Preis von 44.290 Euro sehen lassen. Der Preisunterschied zum reinen Benziner liegt bei etwa 3500 Euro.

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