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München: Hohe Geldbußen für Autofahrer im Ausland

München : Hohe Geldbußen für Autofahrer im Ausland

Mit den Osterferien beginnt für viele Autofahrer wieder die Reisezeit. Sie sollten wissen, jenseits der Grenzen werden Verkehrssünden teils deutlich strenger bestraft als hierzulande. Besonders tief ins Portemonnaie müssen Reisende greifen, wenn sie zu schnell fahren, am Steuer telefonieren oder alkoholisiert sind und dabei erwischt werden.

In einigen Fällen drohen sogar Haftstrafen, warnt Katrin Müllenbach-Schlimme vom ADAC in München.

Die höchsten Bußgelder verlangen Norwegen, Schweden, die Niederlande, die Schweiz sowie Italien. Wer etwa das Tempolimit um 20 Kilometer pro Stunde (km/h) überschreitet, muss in Norwegen mindestens 375 Euro bezahlen, in Schweden 250 Euro, in Italien 170 Euro. Das Verwarnungsgeld in Deutschland für einen vergleichbaren Verstoß fällt mit 35 Euro eher gering aus.

Besonders streng wird das Fahren unter Alkoholeinfluss geahndet, vor allem in Italien: Bei 1,5 Promille im Blut kann die Polizei das Fahrzeug enteignen, sofern Fahrer und Halter identisch sind. In Dänemark besteht eine ähnliche Regelung ab zwei Promille. In Schweden droht bei einem Promille und in Spanien ab 1,2 Promille sogar eine Freiheitsstrafe. Wer ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, zahlt in Italien 160 Euro Bußgeld, in Dänemark 200 und in den Niederlanden 230 Euro.

Auch Falschparken sollten Autofahrer nicht auf die leichte Schulter nehmen. In Spanien wird dies mit 200 Euro besonders kostspielig. In den Niederlanden kostet es mindestens 95 Euro und in Norwegen 80 Euro. Zum Vergleich: In Deutschland geht es bei zehn Euro los.

Ab einem Betrag von 70 Euro werden unbezahlte Strafen aus dem EU-Ausland hierzulande vollstreckt. Ausnahme ist das Nachbarland Österreich: Hier beginnt die Grenze bereits bei 25 Euro. Für Verkehrsverstöße im Ausland gibt es keine Punkte in Flensburg. Ein von einer ausländischen Behörde ausgesprochenes Fahrverbot hat in Deutschland keine Auswirkung. Bei fehlerhaften Bußgeldbescheiden rät der Autoclub, juristischen Beistand zu suchen und gegebenenfalls unverzüglich Einspruch einzulegen. Was es hierzulande nicht gibt - „wer Bußgelder sofort bezahlt, erhält erhebliche Rabatte“, weiß Katrin Müllenbach-Schlimme, „das gilt vor allem für Spanien, Italien und Frankreich“.

(nom)