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Köln: Glatte Straßen im Sommer: Vorsicht bei Erntefahrzeugen

Köln : Glatte Straßen im Sommer: Vorsicht bei Erntefahrzeugen

Überbreite Mähdrescher, deren Aufbauten weit in die Gegenfahrbahn hineinragen und bis zu 18 Meter lange Traktorenzüge mit mehreren Anhängern sind während der Erntezeit auf ländlichen Straßen eine besondere Gefahr.

„Häufig schätzen andere Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit der Kolosse falsch ein, und es kommt zu folgenschweren Kollisionen", warnt Hans-Ulrich Sander, Kraftfahrzeug-Fachmann beim TÜV Rheinland in Köln. Vor allem an Kreuzungen und Einmündungen, wo die Erntemaschinen sehr langsam abbiegen, sollte man sehr wachsam sich verhalten.

„Grundsätzlich heißt es zur Erntezeit, runter mit der Geschwindigkeit und erhöhte Bremsbereitschaft“, mahnt Unfallexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen: „Hier greift im Falle eines Unfalles Paragraf 3 der Straßenverkehrsordnung (StVO).“ Mithin gilt: Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird. Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen anzupassen.

Besondere Vorsicht empfiehlt sich beim Überholen von Erntefahrzeugen. „Die Sicht nach vorne ist aufgrund des hohen Aufbaus, der Beladung und der Breite der Fahrzeuge häufig eingeschränkt“, gibt der Unfallexperte zu bedenken. Mitunter kommt es auch zu folgenschweren Unfällen, wenn ein Fahrspurwechsel der landwirtschaftlichen Nutzfahrzeuge übersehen wird, weil diese auf einen Feldweg ausscheren, beziehungsweise abbiegen wollen.

Landwirtschaftliche Fahrzeuge können bis zu drei Meter breit sein, mit gelbem Rundumblinklicht und rot-weißen Warntafeln sogar noch breiter. Darauf sollten sich entgegenkommende und überholende Kraftfahrer einstellen und vorsichtig vorbeifahren.

Im Bereich der Ein- und Ausfahrten von Feldern muss man überdies mit stark verschmutzten Fahrbahnen rechnen. „Bei Regen verwandeln sich dann die Erdklumpen in eine gefährliche Rutschbahn, die besonders Bikern zum Verhängnis werden kann. Das bedeutet Fahren wie auf Glatteis, mitten im Sommer“, schildert TÜV Rheinland-Fachmann Sander seine Erfahrungen. Mulmig wird es ebenfalls, wenn durch das Abernten von Getreide oder das Fahren von Landmaschinen auf Feldwegen starke Staubentwicklung plötzlich die Sicht einschränkt.

(amv)