Leverkusen: Gelungener Spagat: Mazda 6 Kombi Skyactiv-D 150 Center-Line

Leverkusen: Gelungener Spagat: Mazda 6 Kombi Skyactiv-D 150 Center-Line

In der Klasse der Familienkombis rangiert der VW Passat seit Jahren unangefochten an der Spitze. Doch ernst zu nehmende Konkurrenz wächst. Etwa mit dem Skoda Octavia oder wenn man es weniger bieder, brav und bürgerlich mag, mit dem Mazda 6 Kombi.

Schon dessen Design hebt sich wohltuend von der Konkurrenz ab. Das Konzept ist stimmig und an der Technik gibt es nichts zu bemängeln. Einen ungewöhnlichen Weg beschreitet der japanische Hersteller bei der Motorentechnik: Der Mazda 6 Kombi Skyactiv-D 150 Center-Line (Testwagenpreis: 33.640 Euro/Basispreis: 30.490 Euro) besitzt einen der derzeit überzeugendsten Selbstzünder.

Sein besonderes Kennzeichen: die für einen Selbstzünder ungewöhnlich niedrige Verdichtung von 14:1. Damit sollen eine bessere Leistungsentfaltung, niedrige Verbrauchswerte und entsprechend umweltfreundlichere Abgase gewährleistet werden. Das scheint zu funktionieren. Die Euro 6-Norm wird beispielsweise ohne NOX-Nachsorge erfüllt (CO2-Effizienzklasse laut Werk 116 g/km).

Und einzigartig ist das sogenannte i-Eloop-System: Sobald der Fahrer vom Gas geht oder bremst, wandelt ein Generator die entstehende kinetische Energie in Strom um, der in einem Kondensator gespeichert wird. Die gespeicherte Energie wird für elektrische Komponenten wie Servolenkung, Klimaanlage oder Stereoanlage benutzt. So wird die Lichtmaschine entlastet. Auch das spart beim Stadtverbrauch. Im Test zeigte die Verbrauchsanzeige Werte um fünf Liter. Bei Tempo 130 dreht der Motor eben mal mit 2.600 Umdrehungen pro Minute. Das zügelt den Verbrauch.

Eine Gangempfehlung unterstützt den Sparwillen zudem. Insgesamt verrichtet der 2.2-Motor (150 PS) angenehm leise und kultiviert seine Arbeit und dreht ohne spürbare Anfahrtschwäche hoch. Laut Werk liegt die Spitzengeschwindigkeit bei 210 Kilometer pro Stunde (km/h); der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 wird in 9,2 Sekunden absolviert.

Das Sechsganggetriebe mit seinen kurzen Schaltwegen komplettiert das angenehme Fahrgefühl und der fahrdynamische Gesamteindruck des Fronttrieblers setzt sich beim Fahrwerk fort. Es ist nicht übertrieben hart, aber spürbar straff ausgelegt und vermittelt deutliche Rückmeldungen über die Fahrbahnbeschaffenheit.

Lenkung und Bremsen ergänzen den tadellosen Charakter. Rund Dreiviertel aller Mazda 6-Käufer entscheiden sich für die Kombi-Variante und damit für einen Kofferraum, der 522 Liter Volumen offeriert. Die Ladekante mit etwa 60 Zentimeter über der Straße ist rückenfreundlich niedrig. Klappt man die Rücksitzbank um, erweitert sich der Stauraum auf 790 Liter. Eine Ladefläche von 1,96 Meter tut sich auf. Die Verwandlung verläuft völlig unkompliziert. Die Entriegelung erfolgt über zwei Griffe im Kofferraum. Zuvor müssen noch ein Fangnetz und die Kofferraumabdeckung entfernt werden.

Praxisgerecht zum Verstauen kleinerer Gegenstände sind die zahlreichen kleineren Fächer in den Seitenverkleidungen sowie unter dem Kofferraumboden. Dort lässt sich darüber hinaus die Gepäckraumabdeckung deponieren. Auf den vorderen Plätzen bietet der Mazda 6 ein großzügiges Raumangebot. Für drei Erwachsene wird es im Fond allerdings eng. Der Arbeitsplatz des Fahrers präsentiert sich weitgehend funktional.

Was wie bedient werden muss, wird einem schnell klar. Etwas mehr Eingewöhnung bedarf es bei der Bedienung des Navis, das mittels eines Drehknopfes in der Mittelkonsole oder per Spracheingabe seine Arbeit aufnimmt, mitunter allerdings etwas zögerlich.

Insgesamt macht die Verarbeitung des Interieurs wie auch der Karosserie einen tadellosen Eindruck. Das Graue-Maus-Image des alten 626 hat Mazdas neue Mittelkasse abgelegt. Zudem gehört der Kombi zu den wertstabilsten Fahrzeugen seines Segments. Der Spagat zwischen nützlich und ansehnlich ist gelungen.

(amv)