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Düsseldorf: „Gekauft wie gesehen“ gilt nur bei Mängeln, die ein Laie erkennen kann

Düsseldorf : „Gekauft wie gesehen“ gilt nur bei Mängeln, die ein Laie erkennen kann

Wird bei einem privaten Gebrauchtwagenkauf im Kaufvertrag die Formulierung „gekauft wie gesehen“ verwendet, erfasst der Ausschluss nur solche Mängel, die ein Laie bei einer Besichtigung erkennen kann. Auf ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg weisen Fachleute der Arag-Rechtschutzversicherung in Düsseldorf hin

In dem konkreten Fall hatte eine Frau von privat einen gebrauchten Peugeot für gut 5000 Euro erworben. Nach einiger Zeit wollte sie das Fahrzeug zurückgeben und ihren Kaufpreis zurückerhalten. Sie behauptete, das Fahrzeug habe einen erheblichen Vorschaden, von dem sie beim Kauf nichts gewusst habe. Der Verkäufer bestritt einen Vorschaden und berief sich außerdem auf die Formulierung im Kaufvertrag „gekauft wie gesehen“, mit der Gewährleistungsansprüche ausgeschlossen worden seien.

Das Landgericht Aurich gab der Klägerin Recht. Dagegen legte der Beklagte Berufung ein. Das Oberlandesgericht Oldenburg bestätigte schließlich die Entscheidung der Vorinstanz. Die Klägerin habe einen Anspruch auf Rückabwicklung des Kaufs, denn der Pkw habe nach den Feststellungen des gerichtlichen Sachverständigen einen erheblichen, nicht vollständig und fachgerecht beseitigten Unfallschaden aufgewiesen.

Die Formulierung „gekauft wie gesehen“ schließt einen Gewährleistungsanspruch der Klägerin nicht aus, denn diese Formulierung gelte nur für solche Mängel, die ein Laie ohne Hinzuziehung eines Sachverständigen bei einer Besichtigung erkennen könne, erläutern die Arag- Fachleute das Urteil.

(amv)