Kein Reifenwechsel: Ganzjahresreifen sind immer ein Kompromiss

Kein Reifenwechsel : Ganzjahresreifen sind immer ein Kompromiss

In den vergangenen Jahren immer beliebter geworden sind Ganzjahresreifen. Die Vorteile liegen auf der Hand: kein Reifenwechsel, kein zweiter Satz Felgen und Reifendrucksensoren.

Doch statt Alleskönner sind die Reifen tatsächlich eher ein Kompromiss. Das ist das Resümee des aktuellen Reifentests von Fachleuten der Sachverständigenorganisation GTÜ in Stuttgart und des Autoclubs ACE. Für die Tester gilt deshalb weiter: Bei der Sicherheit gibt es keine Kompromisse. Nur die Kombination aus guten Winter- und Sommerreifen garantiert optimalen Grip. Ganzjahresreifen bleiben weiter ein Kompromiss für Wenigfahrer, die bei Extremwetterlagen das Auto stehen lassen können.

Wie schon bei vorjährigen Vergleichen mit Winterreifen konnten auch in diesem Jahr die Allseasons nicht in allen Kategorien überzeugen, obgleich sie besser werden.

Der Michelin CrossClimate+ zeichnet sich ganz klar als Sommerreifen mit Wintereigenschaften aus. Für den Winterurlaub in den Alpen ist er die falsche Wahl, so das Testurteil. Das können Nokian Weatherproof und Continental AllSeasonContact besser. Die Überraschung in diesem Jahr: Bei den subjektiven Fahreindrücken auf schneebedeckter Straße kann der Continental AllSeasonContact sogar mit den Winterreifen mithalten.

Auf trockener Straße sind die Bremswege von Nokian und Continental zu lang, befinden sich eher auf dem Niveau von Winter- als auf dem von Sommerreifen (Continental: 46,7 Meter, Nokian: 48,0 Meter). Hier liegt der Michelin bei Temperaturen knapp über zehn Grad deutlich vorne (40,9 Meter). Im Sommer, wenn der Asphalt sich auf bis zu 70 Grad aufwärmt, wird ein reiner Sommerreifen voraussichtlich noch deutlich kürzere Bremswerte liefern, so die Reifenfachleute.

(amv)
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