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München: Fahrwerksschäden sind schwer erkennbar

München : Fahrwerksschäden sind schwer erkennbar

„Klappernde oder quietschende Geräusche im Auto sollten unbedingt ernst genommen werden“, legt Jürgen Wolz von TÜV Süd in München Autofahrern ans Herz. Fahrwerksschäden können sich so bemerkbar machen. Die sind für Laien allerdings nur schwer erkennbar, bergen jedoch eine große Gefahr.

Während ein intaktes Fahrzeug beispielsweise eine Kurve mit Tempo 50 ohne Probleme bewältigt, sieht das bei einem verschlissenen Fahrwerk gefährlich anders aus. „Das Auto kann ausbrechen und ins Schleudern geraten“, weiß der TÜV Süd-Fachmann. Deshalb rät er auch zu regelmäßigen Fahrwerksüberprüfungen im Rahmen der Fahrzeugwartung in der Fachwerkstatt. Solche Überprüfungen beugen zudem teuren Reparaturen vor. Der Begriff Fahrwerk beschreibt all jene Teile des Autos, die der Kraftübertragung vom Fahrzeugaufbau zur Straße dienen.

Dazu zählen Bremsanlage, Federung und Stoßdämpfung, Lenkung, Radaufhängung sowie die Räder. Ein ziehendes oder flatterndes Lenkrad sowie unterschiedlich stark abgenützte Reifen können ein Hinweis auf Schäden am Fahrwerk sein. Oft reicht schon das Überfahren eines Bordsteins etwa beim Parken, um die sensible Geometrie der Vorderachse zu verändern, was zum Beispiel durch einseitig abgelaufene Reifen, ein schiefstehendes Lenkrad oder das Ziehen des Fahrzeugs in eine Richtung erkennbar ist. In diesem Fall ist eine Achsvermessung und -einstellung erforderlich, wobei zumeist die Spur, bei einigen Fahrzeugen aber auch weitere Parameter der Radstellung eingestellt werden. Im günstigsten Fall ist es damit getan.

Im Falle ausgeschlagener Gelenke oder beschädigter Teile am Fahrwerk sind jedoch weitere Reparaturen am Fahrwerk erforderlich. Schleichend und deshalb vielfach unbemerkt entwickeln sich Schäden und Verschleiß bei Stoßdämpfern. Prüfaktionen haben bestätigt, dass etwa 14 Prozent der getesteten Fahrzeuge mindestens einen defekten Stoßdämpfer haben. „Bei Fahrzeugen mit verschlissenen oder defekten Stoßdämpfern stellen sich gleich mehrere Risiken ein“, skizziert Wolz das Gefahrenpotenzial. „Um bis zu fünfeinhalb Meter kann sich der Bremsweg verlängern, wenn mit verschlissenen oder defekten Stoßdämpfern aus einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern (km/h) eine Vollbremsung durchgeführt wird.“ Hinzu kommt, viele elektronische Fahrerassistenzsysteme - etwa ABS, das elektronische Stabilitätsprogramm ESP oder die Antischlupfregelung - setzen guten Bodenkontakt des Fahrzeugs voraus, um ihr volles Potenzial entfalten zu können.

„Je mehr elektronische Sicherheitskomponenten im Fahrzeug eingebaut sind, desto mehr ist die volle Leistung der Stoßdämpfer gefordert“, betont der TÜV Süd-Fachmann. Um zu beurteilen, ob alle Stoßdämpfer und Fahrwerkskomponenten korrekt ihren Dienst versehen, ist fachmännisches Wissen gefragt. „Einen defekten Stoßdämpfer kann man mitunter noch per Sichtkontrolle entdecken, weil Dämpferöl ausgetreten ist“, erläutert Wolz: „Aber um ein zuverlässiges Bild des gesamten Fahrwerkzustandes zu bekommen, empfiehlt sich ein Check mit dem Fahrwerktester in der Fachwerkstatt.“

(amv)