Berlin: Fahrweise im Winter: Zur Not sogar Schrittgeschwindigkeit

Berlin: Fahrweise im Winter: Zur Not sogar Schrittgeschwindigkeit

Schnee, Straßenglätte und vor allem tückisches Blitzeis erhöhen das Unfallrisiko im Winter. Autofahrer sollten wissen: Sie müssen ihre Fahrweise dem winterlichen Wetter anpassen und gegebenenfalls sogar in Schrittgeschwindigkeit fahren. Andernfalls kann es teuer werden, warnt die Deutschen Anwaltauskunft (DAV) in Berlin.

Angenommen, es kommt doch zu einem Unfall wegen Glatteis, stellt sich wie bei jedem Unfall die Frage nach der Haftung. Ist das Kfz aufgrund des Glatteises ins Rutschen geraten oder hat der Autofahrer die Herrschaft über sein Fahrzeug verloren, wird regelmäßig eine Mithaftung des Fahrers angenommen.

„Wenn ein Fahrzeugführer bei Glatteis die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert, spricht ein Anscheinsbeweis dafür, dass er entweder nicht mit den Straßen- und Witterungsverhältnissen angepasster Geschwindigkeit gefahren ist oder aber aus Unachtsamkeit ein Fahrmanöver gestartet hat, dass den Witterungsverhältnissen nicht angemessen war“, schildert Rechtsanwältin Daniela Mielchen ihre Erfahrungen. Grundsätzlich muss man bei winterlichem Wetter seine Fahrweise so, dass man jederzeit gefahrlos lenken und rechtzeitig anhalten kann. Im Ernstfall bedeutet dies: Schritttempo.

Gleiches gilt bei Blitzeis. Dem Sichtfahrgebot (Paragraf drei, 3 Absatz eins Straßenverkehrsordnung) zufolge muss jeder Autofahrer so fahren, dass er bei einem plötzlich aufkommenden Hindernis oder ähnlichem - dazu zählt Blitzeis - anhalten oder ausweichen kann. Autofahrer müssen also theoretisch auf alles vorbereitet sein.

„Blitzeis ist keine höhere Gewalt, die eine Haftung des Autofahrer entfallen ließe“, erläutert die Rechtsanwältin. Es gelten die Maßstäbe, die auch bei gewöhnlicher Straßenglätte anzuwenden seien. „Autofahrer sollten sich stets, besonders bei Glätte, wie ein Idealfahrer verhalten - das heißt, sie müssen alles tun, was möglich ist, um einen Unfall zu vermeiden“, erläutert Rechtsanwältin Daniela Mielchen.

Das Auto stehen lassen sollten besser jene, die sich das Fahren bei Schnee und Glatteis nicht zutrauten. Habe der Autofahrer sein Fahrzeug den Witterungsverhältnissen entsprechend ausgerüstet und fahre mit äußerster Sorgfalt, könne er sich auf die Straße wagen.

(amv)
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