Bonn: Fahrtüchtigkeit: Für viele Senioren ein Tabuthema

Bonn: Fahrtüchtigkeit: Für viele Senioren ein Tabuthema

Die eigene Fahrtüchtigkeit ist offenbar für viele Senioren ein Tabuthema. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) in Bonn zeigt: Nur 19 Prozent der Autonutzerinnen und Autonutzer ab 65 Jahre haben ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt bereits einmal darauf angesprochen, ob sich ihr Gesundheitszustand auf ihre Fahrtüchtigkeit auswirkt.

Kein Wunder, denn laut dem Umfrageergebnis sind knapp zwei Drittel der Befragten von den eigenen Fähigkeiten am Steuer überzeugt. So bewerten elf Prozent ihre persönlichen Fahrkünste mit einer Eins, 54 Prozent geben sich die Note Zwei.

„Mobil zu sein, bedeutet gerade im Alter ein Stück Lebensqualität. Wer sicher unterwegs sein will, sollte darüber nachdenken, zumindest in bestimmten Situationen den Wagen stehen zu lassen“, gibt Ursula Lehr von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (Bagso) zu bedenken.

Um so lange wie möglich sicher mobil zu sein, empfiehlt es sich, die persönlichen Fahrfähigkeiten von Zeit zu Zeit aufzufrischen und zu trainieren - etwa durch einige Fahrstunden oder ein Fahrsicherheitstraining - und sein Verhalten entsprechend anzupassen, rät der Verkehrssicherheitsrat.

Drei Viertel (74 Prozent) der Autofahrerinnen und Autofahrer wären bereit, ihre persönliche Fahrfitness auf den Prüfstand zu stellen, falls sie selbst merken, dass sie ihr Auto nicht mehr sicher beherrschen. 64 Prozent würden darüber nachdenken, wenn Familie oder Freunde sie auf Probleme beim Fahren hinweisen - und für 63 Prozent wäre ein schwerer Autounfall ein Grund, das zu tun, so die Studie.

„Noch bevor Probleme auftreten, sollten ältere Autofahrerinnen und Autofahrer regelmäßig ihre Fahrtüchtigkeit prüfen lassen. Langjährige Erfahrung am Steuer kommt der Sicherheit im Straßenverkehr zwar zugute. Im Alter steigt jedoch das Unfallrisiko deutlich an - nicht zuletzt durch Krankheiten“, erinnert DVR-Präsident Walter Eichendorf.

Der allgemeine Check bei der Hausärztin oder beim Hausarzt, den jeder ab 35 alle zwei Jahre durchführen lassen kann, sei ein guter Anlass, um das Thema Fahrtüchtigkeit anzusprechen. Um die Fahrfitness zu beurteilen, sollten Hör- und Sehvermögen, Reaktionsgeschwindigkeit, Beweglichkeit sowie Herz, Leber und Nervensystem untersucht werden.

(amv)