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Porsche Panamera GTS: Fahrdynamiker auf hohem Niveau

Porsche Panamera GTS : Fahrdynamiker auf hohem Niveau

Porsche schließt die Erneuerung seiner Panamera-Baureihe ab. Mit den GTS-Versionen kommen jetzt noch besonders auf Sport getrimmte Modelle der 2016 eingeführten zweiten Generation zu den Händlern.

Zugegeben, Achtzylinder-Triebwerke sind in der heutigen Zeit vermutlich nicht mehr wirklich politisch korrekt. Zugegeben aber auch, dass das Grollen und Blubbern des Vierliter-Biturbos im Panamera GTS schon beim Anlassen ein gewisses Hochgefühl erzeugt. Zumindest dann, wenn ein wenig Benzin mit im Blutkreislauf zirkuliert. Und bei Kunden, die sich für ein GTS-Modell von Porsche entscheiden, ist wohl davon auszugehen. Wer das Sportcoupé oder den Sport Turismo in dieser Version wählt, der legt außer auf ein hohes Maß an Komfort und Platz vor allem Wert auf Leistung, Dynamik, beste Performance, eigenständige Optik und eben auf den unverfälschten kernig-brüllenden Sound des V8.

Nichts von alledem lässt diese Panamera-Variante vermissen. Platz und Komfort sind bekanntermaßen ohnehin zwei wichtige Trumpfkarten des Viertürers. Auf der Rückbank können selbst groß gewachsene Personen noch bequem reisen. Und im Ladeabteil lassen sich jede Menge Gepäckstücke unterbringen. Das gilt erst recht für den Sport Turismo, den selbst der Porsche-Markenbotschafter Mark Webber im Scherz schon mal Kombi nennt.

Mit dem 460-PS-Biturbo und den 620 Newtonmetern (Nm) zwischen 1800 und 4500 Touren wird der Vorgänger um 20 PS und satte 100 Nm überflügelt. Mit diesem Leistungspotential fliegen beide Modellvarianten in Kombination mit dem serienmäßigen Sport Chrono-Paket in 4,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 (Herstellerangaben). Keine 16 Sekunden dauert es, bis die Tachonadel die Marke 200 erreicht. In der Spitze gibt Porsche 292 beziehungsweise 289 Kilometer pro Stunde (km/h) an. Das Sport Chrono Paket beinhaltet die Launch Control und den Mode-Drehschalter - vier Modi sind wählbar - samt Sport Response Button im Multifunktionslenkrad. Die Kraft des Triebwerks (20 PS mehr als der Panamera S, allerdings auch 90 PS weniger als der Turbo) wird über ein Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe (heißt bei Porsche bekanntlich PDK) auf die beiden angetriebenen Achsen des Allradsystems übertragen. Motor und Getriebe bilden dabei eine extrem harmonische Einheit.

Der V8 zieht in jedem Tempobereich vehement durch und gönnt sich nicht die geringste Verschnaufpause, wenn die volle Leistung abgerufen wird. Passend dazu das bestens abgestimmte PDK, bei dem nicht einmal der Hauch einer Zugkraftunterbrechung zu spüren ist.

Damit die auf die Straße gebracht werden kann, haben die Porsche-Techniker die Fahrwerkssysteme entsprechend dynamisch ausgelegt. Das bedeutet aber keinesfalls, dass der Panamera brutal hart abgestimmt ist. Die adaptive Luftfederung ist in der Serienausstattung enthalten und „ermöglicht mit einer Dreikammer-Technologie eine flexible Regelung und Spreizung der Federraten“, so ein Porsche-Sprecher. Zudem hat der Zuffenhausener Sportwagenhersteller dem Panamera GTS ein Sportfahrwerk - damit rückt die Karosserie zehn Millimeter näher an die Straße - mit einer aktiven Dämpferregelung spendiert, um die sportliche DNA noch weiter in den Vordergrund zu rücken. Optional können Wankstabilisierung (Porsche Dynamic Chassis Control) sowie Hinterachslenkung geordert werden.

Bei kleinen Fahrfehlern zeigt sich der Wagen trotz rasend schneller Hatz großzügig, verzeiht schnell und hält souverän die Spur. Sollte es doch einmal zu schnell sein, dann sorgen Bremsen mit einem Durchmesser von 390 Millimetern vorn und 365 Millimetern hinten für entsprechende Verzögerung. Insgesamt zeigt der Panamera - immerhin mehr als fünf Meter lang und ziemlich genau zwei Tonnen schwer -, dass man die Grenzen der Physik nicht überwinden, aber doch gewaltig dehnen kann.

Optisch unterscheidet sich der GTS von den anderen Familienmitgliedern der Baureihe mit seinem serienmäßigen Designpaket und den diesen Modellvarianten von Porsche vorbehaltenen schwarzen Akzenten. Dementsprechend sind unter anderem die Spoilerlippe der neuen Bugverkleidung, die Seitenschweller, die Leisten der Seitenscheiben, die 20-Zoll-Räder sowie die Doppelendrohre der serienmäßigen Sportabgasanlage in dieser Farbe ausgeführt.

Stefan Utsch, Leiter Marketing und Vertrieb für den Panamera, ist davon überzeugt, dass die neue Generation des GTS den Erfolg des Vorgängers noch übertreffen wird. „Wir haben uns als Ziel gesetzt, den weltweiten Anteil von bisher elf auf 13 Prozent zu steigern. In Europa machte der GTS bisher 15 Prozent der Verkäufe aus.“ Utsch begründet den Optimismus mit dem nochmals gesteigerten Ausstattungsumfang der Modelle, die zum Preis von 138.493 Euro für den Viertürer und 141.349 Euro für den Sport Turismo zu haben sind. In Europa liegen die Verkaufszahlen dieser beiden Versionen gleichauf.

(Wolfgang Schäffer)