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Fahrbericht zum Mitsubishi Eclipse Cross

Crossover für die Steckdose : Fahrbericht zum Mitsubishi Eclipse Cross

Geänderter Stoßfänger, neugezeichnete LED-Tagfahr- und Blinkerleuchten sowie LED-Haupt- und Nebelscheinwerfer: Wir stellen den Mitsubishi Eclipse Cross vor.

Vor etwas mehr als einem Jahr klang es nach einem Aus. Auf neue Mitsubishi-Modelle müssten europäische Kunden einstweilen verzichten. Hintergrund: Auch aufgrund von Corona hatte der japanische Hersteller Lieferschwierigkeiten und zudem Probleme, den bereits angekündigten Eclipse Cross Plug-in Hybrid den EU-Normen entsprechend zu konfigurieren. Inzwischen hat sich viel getan.

Auf einer virtuellen Mitgliederversammlung des Mitsubishis-Partnerverbandes skizzierte der Importeur, die Emil-Frey-Gruppe, nun ihre Vorstellungen über die Zukunft der Marke in Deutschland und gab einen Modellausblick. So soll beispielsweise der neue Outlander im kommenden Jahr auf die Strasse kommen und der Steckdosen-Crossover Eclipse macht sich mit Platz drei in der Mitsubishi-Zulassungsstatistik recht gut.

Das Gesicht des Eclipse wird von einem neu gestalteten Kühlergrill geprägt, dessen Wabenoptik komplett in Schwarz gehalten ist. Ein geänderter Stoßfänger, neugezeichnete LED-Tagfahr- und Blinkerleuchten sowie LED-Haupt- und Nebelscheinwerfer – all dies trägt zu einem dynamischen Frontdesign bei. An den Flanken fallen stärker ausgearbeitete Seitenschweller sowie markante Linien und Kante auf, die sich über die Türen bis zur C-Säule und dem hinteren Kotflügel ziehen. In den Radhäusern des Autos finden nun 18-Zoll-Aluräder Platz.

Die auffälligste Veränderung aber ist wohl am Heck zu sehen. War das hintere Fenster bislang und diskussionswürdig von einer Art Spoiler geteilt, kann nun der Blick durch den Rückspiegel ungehindert das Verkehrsgeschehen hinter dem Auto wahrnehmen. Insgesamt wirkt der hintere Bereich ruhiger, eleganter.

Während die Designer dem Innenraum mit hochwertigeren Materialien ein Plus an Qualität mit auf den Weg gegeben haben, wurde an der Gestaltung des Armaturenträgers wenig geändert. Das Interieur setzt auf neue dunkle Oberflächenmaterialien sowie silberne Applikationen.

Zur Serienausstattung zählt ein acht Zoll großes Display, das näher zum Fahrer hin platziert wurde. Der Fahrer sitzt vor einem übersichtlichen Cockpit, die Instrumente sind analog und die Funktionen einfach bedienbar. Bequemlichkeit ist eine Tugend der lederbezogenen und elektrisch einstellbaren Sitze, nur die Armauflage über dem Staufach auf der Mittelkonsole lässt sich leider nicht in der Länge verschieben. USB-Anschlüsse sind darin untergebracht, im Kofferraum gibt es sogar eine 230-Volt-Steckdose für Dinge wie Kühlboxen, die mit üppigen 1500 Watt belastet werden darf.

Das zeitgemäße Infotainmentsystem stützt sich auf die Tom-Tom-Navigationstechnik. Im Vergleich zu seinem Vorgänger hat der Teilzeitstromer in der Länge um satte 14 Zentimeter zugelegt. Der räumliche Zugewinn beschert den Fond-Passagieren mehr Komfort. Die Beinfreiheit hat gewonnen. Die Ellbogen kommen bei einer Breite von mehr als 1,8 Meter berührungsfrei unter. Zwar ist die Kofferraumkapazität von rund 360 bis 1100 Liter durch den im Boden eingebauten Akku eingeschränkt, reicht aber wohl für die meisten Transportanforderungen im automobilen Alltag aus.

Der Fahrkomfort siedelt auf gehobenem Niveau. Die Federung macht ihre Sache gut und kommt mit nahezu allen Herausforderungen schlechter Straßen gut zurecht. Die Bremsen lassen sich gut dosieren. Grundsätzlich animiert der Eclipse Cross animiert zu entspanntem und nicht zu eiligem Fahren.

Für den elektrifizierten Antrieb hat Mitsubishi ins Regal gegriffen und sich beim größeren Outlander Plug-in-Hybrid, dem europaweit derzeit meistverkauften PHEV (Plug-In hybridElectric Vehicle) bedient. Bei ihm arbeitet an beiden Achsen je ein Elektromotor; ein 2,4-Liter-Benziner dient als Generator, kann aber auch direkt die Vorderräder antreiben. Die Systemleistung bei 188 PS. Die rein elektrische Reichweite beträgt rund 50 Kilometer. Im Alltag muss man einen Benzinverbrauch von rund acht Liter einkalkulieren.

Eine ausgefeilte Antriebselektronik regelt das Zusammenspiel aller Antriebsquellen. Ist genügend Strom im Akku, treiben den Eclipse ausschließlich die E-Motoren an. Er fährt rein elektrisch, lokal emissionsfrei. Reicht der Stromvorrat in der Batterie nicht mehr aus, kommt der Benziner leise zum Einsatz und lädt den Akku auf (serieller Hybrid). Wird die volle Beschleunigungsleistung abverlangt oder man ist jenseits Tempo 135 unterwegs, übernimmt der Verbrennungsmotor das Antriebsgeschehen. Konzeptionsbedingt gilt: Je kürzer die gefahrene Strecke, desto größer der Verbrauchsvorteil des Plug-in-Hybrids.

In diesen ausgepichten Automatismus kann der Fahrer auf Wunsch eingreifen. So lässt sich am Lenkrad die Energierückgewinnung (Rekuperation) variieren. Mit dem „Save“-Modus kann man die Energie im Akku für später aufbewahren - etwa für eine städtische Umweltzone; mit dem „Charge“-Modus die Batterie gezielt aufladen. Mit Schnellladesäulen und etwas Planung kann auch der in einer Mietwohnung lebende Großstädter den Crossover immer mal wieder rein elektrisch nutzen. Hat man sich erst einmal mit der Technik vertraut gemacht, entsteht oftmals ein gewisser Ehrgeiz, etwa durch die Wahl der Rekuperationsstufen die Verzögerung vor einem Kreisverkehr so zu wählen, dass der Tritt auf das Bremspedal unnötig wird.

In der Preisliste steht das Modell Intro Edition mit 45.390 Euro. Doch Mitsubishi verdoppelt die staatliche Innovationsprämie in Höhe von 4500 Euro, so dass sich ein Gesamtbonus von 9000 Euro.

(amv)