Berlin: Elektroautos sind für Otto Normalverbraucher noch keine Alternative

Berlin: Elektroautos sind für Otto Normalverbraucher noch keine Alternative

Das Elektroauto wird in ein paar Jahrzehnten ein Massenfortbewegungsmittel sein. Davon geht der Präsident des Branchenverbands VDIK, Volker Lange, aus. Bislang habe der durchschnittliche Autokäufer das Elektroauto als Alternative allerdings noch nicht entdeckt.

„Die aktuelle Bilanz fällt mit bisher lediglich rund 4.500 zugelassenen Elektrofahrzeugen eher ernüchternd aus”, sagte Lange der Nachrichtenagentur dapd vor der Automesse AMI in Leipzig (2. bis 10. Juni).

Aus diesem Grund seien Markt stimulierende Maßnahmen wie eine Anschubfinanzierung notwendig. Andernfalls werde die Bundesregierung ihr selbst auferlegtes Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 nicht erreichen.
Mit dieser These bestätigte Lange die Prognose des Beratungsgremiums Nationale Plattform Elektromobilität (NPE), die unter den aktuellen Bedingungen von rund 600.000 Elektroautos im Jahr 2020 ausgeht. „Private und ganz besonders gewerbliche Kunden werden sich nur für den Kauf eines Elektrofahrzeuges entscheiden, wenn dessen Gesamtkosten auf dem Niveau herkömmlicher Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor liegen”, sagte Lange.

Die ersten, die sich ein Elektroauto anschaffen werden, sind laut einer Prognose des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung voraussichtlich gut verdienende Männer zwischen 40 und 50 Jahren. Außerdem seien die Vorreiter-Käufer technikaffin und lebten in Mehrpersonenhaushalten auf dem Land oder in der Vorstadt. Diese Zielgruppe werde sich wegen der positiven Umwelteigenschaften und des Fahrspaßes für die Elektroautos entscheiden, hieß es.

Hinsichtlich des Reichweitenproblems von Elektroautos erwartet der NPE-Vorsitzende Henning Kagermann keine schnelle Lösung. Seiner Meinung nach wird die 200-Kilometer-Marke in den kommenden Jahren nicht überschritten.

VDIK-Präsident Lange sieht vor allem in der flächendeckenden Verbreitung von Schnellladevorrichtungen eine Lösung des Problems. Das Batterie-Tausch-Modell des Unternehmens Better Place, bei dem leere Akkus an Wechselstationen innerhalb weniger Minuten gegen aufgeladene getauscht werden, beobachte er zwar mit Interesse. Doch Lange glaubt nicht, „dass es in absehbarer Zeit gelingen kann, die Batterien so weit zu vereinheitlichen, dass damit ein Batterietausch in Deutschland möglich ist.”

Better Place, vom ehemaligen SAP-Vorstandsmitglied Shai Agassi gegründet, betreibt in Israel erste Wechselstationen, in Dänemark sind ebenfalls Stationen geplant. In Deutschland sucht das Unternehmen noch nach Partnern für sein Konzept.

Mehr von Aachener Zeitung