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Ein Fahrbericht zum Subaru XV 2.0

Fahrbericht : Subaru XV 2.0: Geheimtipp mit langer Wartezeit

Der Subaru XV verfügt über Qualitäten, die ihn zu einem ernsthaften Konkurrenten im Feld der kompakten und derzeit so beliebten SUVs machen. Doch er besitzt eher den Status eines Geheimtipps.

Einer der Gründe für den mit 16.000 Einheiten in Europa relativ geringen Absatz ist die niedrige Stückzahl, die die japanische Zentrale für den XV in diesem Markt vorsieht. In Deutschland muss man deshalb mit Wartezeiten bis zu einem halben Jahr rechnen. Es ist also nicht erstaunlich, dass sich Subaru Deutschland zurückhält, allzu laut die Werbetrommel für seine Produkte zu rühren.

Außer dem grundsätzlich eingesetzten Allradantrieb ist es die Robustheit der Modelle, die bei den Nutzern gut ankommt. Robustheit, die dem XV förmlich anzusehen ist. So manche Ecken und Kanten geben dem 4,46 Meter langen und 1,80 Meter breiten Wagen eine kernige Optik. Der Radstand von 2,67 Metern beschert den Insassen rundum ausreichend Beinfreiheit. Selbst zwei Personen mit mehr als 1,80 Metern Körperlänge können gut hintereinander sitzen. Der Fahrer freut sich dabei über ein gut gepolstertes Gestühl, das in der Höhe und Neigung elektrisch verstellbar ist.

Allerdings fehlen selbst in der hochwertigen Ausstattungsversion Exclusive+ eine Lordosenstütze sowie eine Memoryfunktion. Noch erstaunlicher ist es jedoch, dass dem Beifahrersitz keinerlei Höhenverstellung vergönnt ist. Bei groß gewachsenen Personen gerät die Kopffreiheit dann tatsächlich an ihre Grenzen.

So aufgeräumt und übersichtlich das Cockpit gestaltet ist, es benötigt doch etwas Eingewöhnungszeit, um die diversen Infokanäle und deren Ansteuerung zu verinnerlichen. Auf einem 4,2 Zoll großen TFT-Display sind viele Informationen vom Verbrauch über die Restreichweite oder dem Öldruck zu sehen. Die Anzeigen werden mit Tasten auf dem Multifunktionslenkrad (inklusive Schaltwippen) angesteuert.

Mittig und oberhalb des Armaturenträgers angesiedelt ist zudem ein Display, das beispielsweise Detailinformationen der Wegführung anzeigt. Darunter liegt ein acht Zoll großer Touchscreen, auf dem nicht nur das Bild der Rückfahrkamera erscheint, sondern sich auch unter anderem Navigations- und Infotainmentsystem (in der Topausstattung in Serie) steuern lassen. CD-Radio mit DAB+-Funktion, zwei USB-Anschlüsse sowie Apple CarPlay- und Android-Auto-Technologie gehören ebenso zum Lieferumfang wie sechs Lautsprecher.

Eine Vielzahl von Ablagen erhöht die Alltagstauglichkeit. Das gilt ebenso für das Ladeabteil mit einem Volumen von 385 Litern. Bei umgeklappten Lehnen der im Verhältnis 60:40 teilbaren Rückbank – es bleibt eine Kante in der Ladefläche - und dachhoher Beladung wächst der Stauraum auf bis zu 1290 Liter. Mit 80 Zentimetern Höhe ist die Ladekante allerdings ziemlich hoch.

Typisch für Subaru ist der Boxer-Antrieb, in diesem Fall ein 156 PS starkes Zeitliter-Aggregat, dessen Kraft über eine passend abgestimmte, serienmäßige VCT-Automatik mit sieben Fahrstufen übertragen wird. Allerdings benötigt das Triebwerk hohe Drehzahlen, wenn es um Beschleunigen geht. Zwischen 2000 und 3500 Touren zeigt sich der Boxer eher lahm im Antritt. Bei 4000 Umdrehungen pro Minute ist das maximale Drehmoment von 196 Newtonmetern erreicht und dann geht es richtig zur Sache.

Eine eher sportliche Fahrweise treibt jedoch nicht nur das Geräuschniveau im Innenraum, sondern zudem den Verbrauch (laut Norm 6,9 Liter) mächtig in die Höhe. Laut Bordcomputer wird immer leicht an der Zehn-Liter-Marke gekratzt. Wird etwas weniger Druck auf das Gaspedal ausgeübt, sinkt dieser Wert zwar schnell wieder, doch selbst gut acht Liter sind auf Dauer recht viel.

Sauber abgestimmt präsentiert sich das Fahrwerk. So geht es mit dem Crossover aus Limousine und SUV komfortabel selbst über schlechte Wegstrecken voran. Enge Kurven meistert der Wagen mit seiner Bodenfreiheit von 22 Zentimetern bei flottem Tempo problemlos und ohne nennenswerten Wankbewegungen.

Die Lenkung könnte ein wenig direkter sein, gibt aber jederzeit eine gute Rückmeldung der Straße. Die hat auf alle Fälle das EyeSight-System immer gut im Blick. Es kombiniert Notbremssystem mit Kollisionswarner, Anfahrt-Kollisionswarner, adaptive Abstands- und Temporegelung sowie Spurleit- und Spurhalteassistenten. Und das immer serienmäßig.

Überhaupt: Subaru gibt dem XV Exclusive+ eine Menge an Komfort-Extras ab Werk mit auf den Weg. Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, Sitzheizung, elektrisch beheizbare Außenspiegel sowie Glasschiebedach, Leichtmetallfelgen oder LED-Scheinwerfer mit Kurvenlicht sind bei einer Investition von 33.253 Euro bereits mit an Bord. Da ist es vielleicht sogar gut, dass der Subaru ein Geheimtipp ist – sonst wären die Wartezeiten noch länger.