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E-Mobilität für Unternehmen: Macht das Sinn?

Macht das Sinn? : E-Mobilität für Unternehmen

In Deutschland steigt die Zahl der Privathaushalte, die über eine E-Auto verfügen. Viele Hybridautos, aber auch reine E-Autos stehen in den Garagen und auf den Parkplätzen vieler Deutscher, die sich so steuerliche Vorteile und ein reines Umweltgewissen erhoffen. Besonders auf Marken wie Renault wird bei der E-Mobilität gesetzt, wie die Anzahl an E-Auto-Neuzulassungen im Jahr 2019 E-Mobilität in Deutschland, setzt den Fokus auf den Endverbraucher doch wie sieht die Situation eigentlich für Unternehmer aus?

Macht die Anschaffung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen für Firmen Sinn? Oder ist das E-Auto heute noch immer ein teurer Spaß, der betriebswirtschaftlich unrentabel ist?

Image und Reputation

Gerade in einem Dienstleistungs- und Hightech-Land wie Deutschland, ist ein positives Image für jede Firma von höchster Priorität. E-Mobilität kann die eigene Reputation verbessern und ein positives Bild der Firmenkultur nach außen tragen. Nutzt man E-Autos, trägt man als Unternehmer wesentlich zu mehr Nachhaltigkeit bei. Die CO²-Emissionen werden im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotoren zu 80% gesenkt. Außerdem setzt man keine Schadstoffe in die Luft frei und ist sehr leise unterwegs. Das positive Bild der E-Mobilität in der deutschen Gesellschaft ist deshalb berechtigt und kann sich auf Firmen jeder Größe sehr positiv auswirken.

Besonders ist das der Fall, wenn die eigene Zielgruppe ein stark ausgeprägtes Gefühl von Umweltbewusstsein und sozialer Verantwortung hat. Das sind besonders junge Menschen im urbanen Raum, für die Nachhaltigkeit, Klimaverträglichkeit und ein Umstieg auf regenerative Energieträger wichtig ist. Gleichzeitig sollte betont werden, dass sich E-Autos nicht nur für Firmen mit High-End-Dienstleistungen und Produkte rentieren. Bereits ein normaler Lieferservice kann sich durch E-Mobilität deutlich von der Konkurrenz abheben und sich so selbst zu einem großartigen Image verhelfen.

Betriebswirtschaftliche Rentabilität - schon heute Realität?

Wichtig ist natürlich, dass E-Autos wirtschaftlich für ein Unternehmen tragbar sind. Hier sollte betont werden: E-Autos können schon heute in der Gesamtbetrachtung weit günstiger sein als Autos mit Verbrennungsmotoren. Woran das liegt? Während die E-Autos praktisch immer teurer in der Anschaffung sind, spart man sich signifikant monatliche Fixkosten.

Denn der Stromverbrauch auf 100 Kilometern, ist schlichtweg weit günstiger als Treibstoff. So benötigt zum Beispiel der Nissan Leaf auf 100 Kilometern circa 15-17 kWh Strom. Das kostet derzeit in Deutschland ungefähr 4,50 Euro. Ein vergleichbar großes Auto, etwa der Ford Focus, braucht dafür mindestens 4,5 Liter - das macht Kosten von circa sechs Euro aus. Fährt man viel und häufig, spart man so viel Geld und amortisiert die zusätzlichen Ausgaben schnell.

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E-Mobilität hat viele Vorteile für modern geführte Unternehmen. has·to·be listet die wichtigsten Stärken auf.

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Steuervorteile und Förderungen

Mit einem E-Auto kommen zahlreiche steuerliche Vorteile, die bewirken, dass der Unternehmer am Ende des Tages weit weniger an den Staat zu zahlen hat, als mit einem klassischen Dienstwagen mit Verbrennungsmotor. Zusätzlich kann man auch durch Förderungen profitieren. Beispiele dafür gibt es genug:

  • Keine Dienstwagensteuer bei rein elektrisch betriebenen Autos mit einem Anschaffungspreis von bis zu 60.000 Euro. Bei Hybridautos zahlt man weniger, als für ein Modell mit reinem Verbrennungsmotor.
  • Die KFZ-Steuer fällt in den ersten 10 Jahren nach Anschaffung weg. Selbst danach zahlt man nur 50 % der Steuer.
  • Günstigere Privatnutzung: Nutzt man den eigenen Dienstwagen privat, musste man 1 % des Bruttolistenpreises des Modells in die eigene Steuererklärung als geldwerten Vorteil einschreiben. Fährt man einen elektrisch betriebenen Dienstwagen auch privat, werden nur 0,5 % des Preises in der eigenen Steuererklärung angerechnet.
  • KfW-Umweltprogramm: Möchte man das eigene Unternehmen umweltfreundlicher und nachhaltiger gestalten, kann man auf besonders günstige Kredite zurückgreifen. Mit 1,03 % effektiven Jahreszins sind die vom KfW-Umweltprogramm vergebenen Darlehen besonders preiswert. Finanziert werden können damit zum Beispiel Ladestationen, aber auch gewerblich genutzte E-Autos werden.

Verschleiß – Ist das bei E-Autos ein Problem?

Natürlich sollte man auch das eigene E-Auto immer wieder überprüfen lassen. Hier kann es ebenfalls zu Verschleiß kommen, sodass kleine Teile ausgetauscht werden müssen. Grundsätzlich sind die E-Modelle aber wartungsarm und verfügen über eine lange Lebensdauer.

Bei Autos mit Verbrennungsmotoren ist das natürlich anders. Während die ersten fünf Jahre in der Regel relativ unproblematisch sind, kommt es danach öfter zu Problemen. Gerade das kann sich summieren. Wer fünf Mal jeweils 500 Euro bezahlt, hat 2.500 Euro an Mehrkosten, die ebenfalls im Kosten-Nutzen-Vergleich berücksichtigt werden müssen.

Teure Ersatzteile und immer teurer werdende Einsätze für Handwerker führen dazu, dass Autos mit Verbrennungsmotor auch in dieser Hinsicht weniger attraktiv werden. Bei E-Autos fällt die Wartung für Verschleißteile wie Schaltgetriebe oder Auspuffanlage weg. Der Ölwechsel fällt ebenfalls weg. Das hat auch für die Umwelt Vorteile, weil so kein Altöl produziert wird.

Die richtige Nutzung des E-Autos

Beim Kauf sollte besonders die langfristige Nutzung in den Fokus gerückt werden. Denn grundsätzlich gilt: Kurzstrecken sind ideal für E-Mobilität. Denn dann kann das Auto schnell wieder an die Ladestation, die Batterie läuft reibungslos. Große Distanzen sind besonders für günstige Modelle oft problematischer, weil man so längere Wartezeiten bei Ladestationen in Kauf nehmen muss. Für kurze Wegstrecken, zum Beispiel innerhalb der eigenen Stadt, sind die E-Autos perfekt und haben praktisch keine Nachteile.

Wie nutzt man E-Autos, um zum Beispiel längere Geschäftsreisen ins Ausland zu bewerkstelligen? Hier ist im Vorhinein Planung erforderlich. Denn bei längeren Strecken von mehreren hundert Kilometern müssen E-Ladestationen gefunden werden, die möglichst verkehrsnah liegen. Schnellladestationen sind hier besonders effizient, weil man mitunter innerhalb von weniger als zwei Stunden 80 % des Akkus aufladen kann. Die Ladestationen sind aber in der Regel teurer, als der Strom aus der eigenen Steckdose.

Sinnvoll ist es deshalb, das E-Auto nur für kurze bis mittlere Strecken zu nutzen. Für längere Strecken, setzt man am besten auf ein Hybridmodell.

E-Mobilität: Mit durchdachtem Konzept eine sinnvolle Investition

Auf E-Autos umsteigen braucht Plan, Konzept und eine durchdachte Umsetzung. Sind die Voraussetzungen gegeben, macht ein Wechsel auf nachhaltige Mobilität absolut Sinn. Besonders Firmen, die stark von Marketing und ihrer Reputation als verantwortungsvolles Unternehmen abhängig sind, können durch E-Autos stark profitieren.

Durch die enormen Ersparnisse bei den Betriebskosten und Fixkosten in Kombination mit Förderungen und Steuervorteilen, rechnet sich der Umstieg auf eine elektrische Dienstwagenflotte.

(rd)