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Diese Verhaltensweisen schaden der Autobatterie

Ständig unter Strom : Die vielen Feinde der Autobatterie

Wenn die Autobatterie streikt, geschieht dies erfahrungsgemäß nach der ersten Frostnacht. „Diese alte Autofahrer-Weisheit gilt nicht mehr“, schmunzelt Eberhard Lang von TÜV Süd: „Der Fahrzeug-Akku kann zu jeder Jahreszeit seinen Geist aufgeben.“

Die Witterung ist nur mehr ein Einflussfaktor. „Seit die Hersteller immer mehr Elektronik in die Fahrzeuge einbauen, wird der Energiespeicher ständig angezapft, selbst wenn der Wagen parkt“, erläutert Lang seine Erfahrungen. So passiert es selbst im Sommer, dass dem gewollten Stillstand nach dem Parken der ungewollte Stillstand des Anlassers folgt. Grund für den Erschöpfungszustand sind die verschiedenen Steuergeräte, die im Verborgenen praktisch pausenlos arbeiten. „Ein größeres Auto besitzt heute mehr als 70 solcher Steuergeräte“, erläutert der TÜV Süd-Fachmann, „und einige müssen auch im stehenden Auto in Bereitschaft sein.“

Beispielsweise sind Systeme für den schlüssellosen Zugang stets einsatzbereit oder die Alarmanlage kann nur funktionieren, wenn sie ständig mit der nötigen Energie versorgt wird. Zu diesen Stromverbrauchern kommen weitere, die vom Fahrer selbst verursacht werden. „Ist etwa ein Fenster nicht komplett geschlossen oder versehentlich die Tür nicht ins Schloss eingerastet, dann verbraucht nicht nur die Innenbeleuchtung Strom, auch einige Steuergeräte können wach bleiben“, weiß Lang.

Manche Autobesitzer pflegen ihren Wagen in der Garage unverschlossen abzustellen. „Auch das kann auf die Batterie gehen“, erläutert der TÜV Süd-Fachmann. Wenn der Wagen unverriegelt abgestellt wird, sind die Steuergeräte noch lange nicht deaktiviert. „Bei nicht verschlossenen Türen geht die Elektronik davon aus, dass ihr Einsatz alsbald wieder gefragt ist“, schildert Lang die Logik der Elektronik. Der Übergang in den Ruhemodus wird verschoben, Stunden noch unnötig Energie verbraucht.

Viele Zusatzfunktionen brauchen Strom

Zudem sind in modernen Fahrzeugen noch Zusatzfunktionen eingebaut, die eigentlich nie ohne Strom aus der Batterie auskommen, etwa das Navigationssystem, das eine gespeicherte Position im Speicher behalten soll oder das Infotainmentsystem, welches sich Sender und Musik merkt. Manches Auto bietet eine Speicherung der Sitzeinstellungen und Außenspiegel, die je nach Schlüsselmodul abgerufen werden. Solcher Komfort kostet ebenfalls Strom.

„Im Endeffekt führt all das dazu, dass ein Auto selbst bei normaler Witterung nach längerer Standzeit mit leerer Batterie den Startvorgang verweigern kann“, sagt der TÜV Süd-Fachmann. Verstärkt werden daher zunehmend - gerade bei Fahrzeugen mit Start-Stopp-Automatik - sogenannte Batteriesensoren eingesetzt, die unter anderem Energieentnahme und Ruheströme registrieren. Lang: „Im Ernstfall wird dann zum Beispiel die Priorität in der Elektronik auf eine bleibende Startfähigkeit des Wagens gelegt. Aber auch diese Technik besitzt ihre Grenzen.“

„Grundsätzlich gilt unverändert, wer häufig Kurzstrecken fährt, sollte möglichst wenige Stromverbraucher wie Radio, heizbare Heckscheibe, Sitzheizung oder Lüftung nutzen“, empfiehlt der TÜV Süd-Fachmann: „Denn diese Verbraucher saugen sozusagen die Batterie leer, die dann auf kurzen Strecken nicht wieder genügend aufgeladen werden kann.“

(Nom)